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Grand Prix von Brasilien

Hamilton-Crash: Chefs sehen Fahrfehler

Es war wohl eigenes Verschulden, auch wenn der Mercedes-Star sich seinen Unfall in Sao Paulo nicht erklären kann - Podiumsplatz im Rennen "unwahrscheinlich".

Formel-1-Champion Lewis Hamilton kann sich seinen Unfall im Qualifying zum Brasilien-Grand-Prix nicht erklären. Ob ein Fahrfehler oder ein technischer Defekt für seinen Abflug am Samstag in Sao Paulo verantwortlich gewesen ist, wollte der Mercedes-Star in einer ersten Stellungnahme nicht beantworten. "Ich weiß nicht, es ging so schnell", meint Hamilton und wiegelt bei den Journalisten ab: "Ich habe dazu nicht viel zu sagen. Ihr habt es alle gesehen, ist eben so. Klar ist es unglücklich."

Als der Silberpfeil in Kurve 7 plötzlich wegrutschte, durch die Auslaufzone schlittere und seitlich in die Reifenstapel knallte, verzögerte Hamilton nicht mehr. Ein Problem mit der Bremsbalance ist daher genauso unwahrscheinlich Grund für den Abflug wie ein Versagen des elektronischen Bremspedals ("Brake-by-Wire"). Einen Reifenplatten gab es ebenfalls nicht, ein gebrochenes Aufhängungsteil war im TV-Bild nicht zu erkennen. Zwischen den Zeilen nimmt der Brite die Schuld schon auf seine Kappe: "Es ist ungewöhnlich für mich, es zeigt jedoch, dass wir alle nur Menschen sind."

Auch Mercedes' Team-Aufsichtsrat Niki Lauda geht wohlwollend mit seinem Schützling um: "Fehler können passieren. Lewis ist sicher richtig sauer auf sich selbst." Er hätte "kein Problem" mit dem Unfall, lässt die Rennlegende wissen. Sportchef Toto Wolff geht mit dem Malheur ebenfalls milde um: "Es muss erlaubt sein. Die Meisterschaft ist gewonnen und so etwas kann passieren. Er hat diesen Titel auch geholt, weil er keine Fehler gemacht hat - deswegen ist es in Ordnung."




Dass er das Rennen von der 20. und letzten Startposition aus wird in Angriff nehmen müssen, bereitet Hamilton kaum Unbehagen - was nicht daran liegt, dass er nicht mehr mit Sebastian Vettel um die Krone kämpft. "Ich sehe es so: Es sind Herausforderungen, die dem Leben Würze verleihen. Ich nehme alles Negative, das auf mich zukommt, hin und schaue nach vorne", sagt er und will sich in Sao Paulo nicht auf das Ergebnis konzentrieren: "Ich probiere, so viel Spaß wie möglich zu haben."

Mutmacher soll 2009 sein, als Hamilton (in McLaren-Diensten) in Interlagos nach einem Wolkenbruch im Qualifiying nur 18. wurde. "Vor einigen Jahren kam ich auch von weit hinten und bin ein tolles Rennen gefahren", erinnert er sich an den dritten Platz. Ob das Podium auch am Sonntag noch in Reichweite ist? "Keine Ahnung. Unwahrscheinlich, aber ich gebe alles", verspricht Hamilton.

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