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Grand Prix von Brasilien

Tausendstelduell im Abschlusstraining

Valtteri Bottas fährt Bestzeit im dritten Freien Training in Sao Paulo, die Top 4 liegen innerhalb von sechs Hundertstelsekunden - aber RBR hat zu kämpfen ...

Mercedes und Ferrari haben sich im dritten Freien Training zum Grand Prix von Brasilien in Sao Paulo einen spannenden Schlagabtausch geliefert. Nach einer Stunde lagen die vier Piloten der beiden Teams nur durch 0,058 Sekunden getrennt. Bestzeit fuhr Valtteri Bottas (Mercedes) in 1:09.281 Minuten. Damit schrammte er um 79 Tausendstelsekunden am gestern aufgestellten Streckenrekord von Teamkollege Lewis Hamilton vorbei.

Aber das große Thema am Samstagmorgen war die schwache Performance von Red Bull. Nach einem soliden Freitag fehlten Daniel Ricciardo (5.) 0,963, Max Verstappen (9.) sogar 1,214 Sekunden auf die Bottas-Bestzeit. "Die bereiten mir Sorgen", analysiert Formel-1-Experte Marc Surer, und Teamchef Christian Horner gibt zu: "Wir haben nicht mehr viel Motorenlebensdauer übrig. Das wirkt sich aus."

Doch von Panik keine Spur: "Ich glaube nicht, dass wir das Mercedes-Tempo fahren können, und Ferrari ist nahe an Mercedes dran. Aber wir sind auch nicht so weit weg, wie es jetzt den Anschein hat", sagt Horner und nennt zwei weitere Gründe für den Rückstand: "Max ist mit der Balance nicht zufrieden. Und die kühlen Bedingungen helfen uns nicht."

Verstappen wirkte am Funk mürrisch und unzufrieden; allerdings lassen die Rundenzeiten darauf schließen, dass Red Bull noch keinen echten Quali-Run geübt hat. Mercedes und Ferrari vermutlich schon.

Hamilton war im ersten und zweiten Sektor schneller als Bottas, im dritten aber langsamer. Sebastian Vettel (4./Ferrari/+0,058) setzte Bestzeit im kurvenreichen zweiten Sektor, war dafür aber im ersten Sektor der Langsamste aus dem Spitzenquartett.

"Nachdem Mercedes den Freitag dominiert hat, ist Ferrari am Samstagmorgen wie so oft aufgewacht. Die fahren auf Augenhöhe. Das ist erfreulich", analysiert Surer. "Weniger erfreulich ist Red Bull. Die haben noch was zu tun bis zur Qualifikation."

Hinter den Topteams ist auf der 4,309 Kilometer kurzen Strecke in Interlagos auch der Kampf um den siebten Platz im Qualifying spannend. Im Abschlusstraining meldete Fernando Alonso (6./McLaren/+1,007) ebenso Ambitionen an wie die beiden Force-India-Fahrer und Carlos Sainz (10./Renault/+1,318). Letzterer war um 0,144 Sekunden schneller als Teamkollege Nico Hülkenberg (14.).

Nur eine einzige Runde schaffte Lance Stroll. Der Williams-Pilot wollte gerade vom fünften in den sechsten Gang schalten, als es einen Knall machte: Verdacht auf Getriebeschaden. Davon abgesehen, dass die Session damit für ihn vorbei war, droht ihm nun auch eine Grid-Strafe wegen eines vorzeitigen Getriebe- und Motorwechsels.

Mit Strafen vorbelastet gehen zudem die beiden Toro-Rosso-Fahrer (Gasly +25, Hartley +10) ins Qualifying, und natürlich Ricciardo, der um zehn Positionen nach hinten muss. Die hätten im Kampf um die Pole aber ohnehin keine Rolle gespielt ...

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