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Grand Prix von Brasilien

Zweite Abschiedsvorstellung für Massa

Die WM ist entschieden, doch Valtteri Bottas will in São Paulo seine Chancen, Sebastian Vettel auf Platz 2 noch abzufangen, wahren.

Lewis Hamilton hat sich in Mexiko zum vierten Mal zum Weltmeister gekrönt, in Interlagos geht es daher nur noch um die Ehrenplätze hinter ihm. Sebastian Vettel könnte dabei im Klassement noch von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas überholt werden. Beide haben derzeit deutlich Luft nach oben: Der Ferrari-Pilot hat nach der Sommerpause nie so recht wieder Tritt gefasst, was nicht nur an technischen Defekten an seinem SF70H lag; auch der Finne ist zuletzt stets klar im Schatten von Lewis Hamilton gestanden und möchte sich ebenfalls rehabilitieren, z.B. indem er den Kampf um den Vizetitel offen hält.

Ferrari wiederum könnte den enormen Druck, der derzeit auf dem Rennstall aus Maranello lastet, wohl nur mit einem Rennsieg etwas lindern. Interlagos könnte dafür ein guter Boden sein, denn die winkeligen Abschnitte des Kurses sollten dem wendigen Boliden perfekt liegen, während die lange Bergaufpassage und die anschließende Start-Ziel-Gerade eher Mercedes-Revier sind. Doch wie kann Bottas den Deutschen noch bezwingen? Der Finne, der 15 Punkte hinter Vettel liegt, müsste bei einem Sieg des Ferrari-Piloten Dritter werden, will er in Abu Dhabi noch mathematische Chancen auf den Vizetitel haben.

Wird Vettel Zweiter, muss Bottas Fünfter werden; wird sein Rivale Dritter, genügt dem Mercedes-Piloten ein Platz sieben. Bei einer Nullrunde von Bottas reicht Vettel Rang fünf, um den Kampf um Platz zwei vorzeitig zu entscheiden. Umgekehrt kann er dem Deutschen schon vorm Saisonfinale den zweiten Platz abluchsen, wenn er in Interlagos deutlich vor Vettel ins Ziel kommt. Die dort übliche Hitze belastet die Hinterreifen enorm, doch heuer sind wie so oft Wetterkapriolen angesagt: Zum Auftakt sind Niederschläge gleichsam garantiert, am Sonntag geht das Regenrisiko auf nur noch zehn Prozent zurück.

Auch die Temperaturen machen es den Teams schwer, zwischen 20 und 30 Grad ist alles möglich. Über diesen Wetterbericht nicht unglücklich dürfte RB Racing sein, denn wegen der langen Vollgaspassage gegen Ende der Runde ist das Autódromo José Carlos Pace keine Paradestrecke für dessen Renault-Aggregate; sollte es regnen, darf man im Kampf um den Sieg auch Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf der Rechnung haben. "Bei den vergangenen vier Rennen hatten wir am Sonntag das schnellste Auto", gibt sich Teamchef Horner, der die Saison mit mindestens einem weiteren Sieg beenden möchte, selbstbewusst.

Während sein Rennstall in der Konstrukteurs-WM auf Platz drei einzementiert ist, könnten sich bei den Fahrern die Positionen noch verschieben: Ricciardo liegt 14 Punkte vor Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen auf Rang vier, Verstappen befindet sich 44 Zähler hinter seinem Teamkollegen. Rein theoretisch könnte sogar er noch Vierter werden. Bei der Reifenwahl gibt es in Brasilien keine großen Überraschungen: Wie zuletzt wurden Pneus gewählt, die um eine Stufe weicher sind als im Vorjahr. Die Mediummischung wurde dabei von allen Piloten nur ein Mal nominiert, die Supersofts zwischen acht und neun Mal.

Während die Platzierungen der Topteams also feststehen und Force India in Mexiko den vierten Platz endgültig abgesichert hat, tobt im Mittelfeld noch der Kampf um Platz fünf. Williams ist es dank eines sechsten Rangs im letzten Rennen gelungen, sich ein wenig freizuschwimmen und hat nun einen Vorsprung von 23 Punkten aufs Rookieteam Toro Rosso, gar 28 auf die Werksmannschaft von Renault. Diese beiden Rennställe haben in Mexiko Antriebsdefekte erlitten, weil die Höhenluft dem Turbolader zu schaffen machte; auch Interlagos liegt auf 800 Metern Seehöhe, doch Renault hat eine Lösung versprochen.

Lokalmatador Felipe Massa, der zum zweiten Mal seinen Rücktritt bekanntgegeben hat, wird jedenfalls hochmotiviert sein, sich auf gebührende Art und Weise von seinen Fans zu verabschieden. Wenn er Williams dabei Platz fünf sichert, wäre das ein angenehmer Nebeneffekt. Auch Haas könnte noch in den Dreikampf eingreifen, da man nur einen Zähler hinter Renault liegt, doch der US-amerikanische Rennstall hat zuletzt sehr inkonstant gewirkt. Romain Grosjean und Kevin Magnussen werden auf Defekte oder Fehler der Konkurrenz hoffen; oder auf Kollisionen, etwa wieder zwischen den Force-India-Teamkollegen.

Durch den abgesicherten vierten Platz in der Konstrukteurs-WM hoffen die Streithähne Esteban Ocon und Sergio Pérez, auf der Strecke wieder gegeneinander kämpfen zu dürfen. "Das hat man uns gesagt", bestätigt der Mexikaner, was in dieser Saison aber schon öfters für Zündstoff gesorgt hat. Der leitende Geschäftsführer Otmar Szafnauer gewährt seinen Piloten aber noch keine freie Fahrt: "Wir müssen das noch intern besprechen. Autoteile sind nicht billig. Wenn es einen Crash gibt, müssen wir vielleicht für das letzte Rennen neue Teile anfordern – und dann haben wir noch diesen Test nach Abu Dhabi."

Auch bei McLaren-Honda und Sauber-Ferrari sind die Position in der Konstrukteurs-WM im Grunde bezogen, sofern nicht ein Wunder geschieht. Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne sind aber immerhin zuversichtlich, dass der Kurs in Interlagos ihren Boliden mehr entgegenkommt als die vergangenen Strecken. Vielleicht gelingt es, in den beiden letzten Rennen der Zusammenarbeit mit Honda doch noch für ein versöhnliches Ende zu sorgen. Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein, dessen Formel-1-Laufbahn bald zu Ende sein könnte, werden mit den alten Ferrari-Motoren ebenso wie die Honda-Fahrer Zeit verlieren.

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