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Grand Prix von Großbritannien

Doppelte Bestzeit für Valtteri Bottas

Der Finne hat den Schwung des Österreich-Triumphs nach England mitgenommen und markierte am Freitag in Silverstone zwei Bestzeiten.

Österreich-Sieger Valtteri Bottas war auch beim Auftakt zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone am schnellsten. Der Finne nahm im ersten freien Training seinem Teamkollegen Lewis Hamilton bei bewölkten, aber trockenen Bedingungen 0,078 Sekunden ab und führte damit eine Mercedes-Doppelspitze an.

Der WM-Führende Sebastian Vettel landete zum Auftakt mit 1,411 Sekunden Rückstand nur auf dem sechsten Platz. Sein Dreher in der schnellen Becketts-Passage, der ohne Folgen blieb, war dafür nicht ursächlich; vermutlich hat Ferrari den Schwerpunkt der Testarbeit zunächst einfach auf das Rennsetup gelegt.

Fünfter wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (+ 1,031). Zwischen Mercedes und Ferrari konnte sich Red Bull Racing klassieren. Max Verstappen verlor eine halbe Sekunde auf Bottas, war aber um 0,338 Sekunden schneller als der Australier Daniel Ricciardo im zweiten RB13.

Besorgniserregend war ein Vorfall, bei dem von Felipe Massas Williams in voller Fahrt aerodynamische Elemente wegflogen, was zuletzt schon in Spielberg passiert war. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit den letzten Updates: Am Auto des Brasilianers kamen eine neue Nase und neue Luftleitbleche, aber alte Vertikalstreben an den Seitenkästen zum Einsatz; bei Lance Stroll war die Frontpartie die alte, dafür die Verstrebungen neu.

Der Kanadier verlor jedoch wegen eines beschädigten Unterbodens an der Box stehend wertvolle Trainingszeit. Der Schaden war offenbar beim Überfahren des Randsteins in Kurve neun entstanden. Die wenigsten Runden konnte aber ein anderer drehen, nämlich Jolyon Palmer für Renault (18.; + 3,344).

Daniil Kvyat landete auf dem guten siebenten Rang, der Toro-Rosso-Fahrer verlor jedoch 1,789 Sekunden auf Bottas. Eine Strafe droht seinem Team nicht mehr. Am Vortag hatte die FIA bei der technischen Abnahme noch die Radhalteseile beanstandet, doch weil dafür in Wahrheit ein FIA-Zulieferer zuständig war, blieben Toro Rosso bzw. Carlos Sainz junior (11.; + 2,094) eine Strafe erspart.

Die Trainingseinheit begann mit einer Weltpremiere: Vettel bestritt seine Installationsrunde mit einem weiteren neuen Konzept für den Cockpitschutz namens "Shield", das erstmals im Rahmen eines Rennwochenendes getestet wurde. Die Lösung sieht optisch vielleicht etwas eleganter aus als "Halo", es gibt aber noch zahlreiche Probleme zu lösen, etwa Reflexionen auf der Scheibe.

Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas setzte seine Topform in der Formel-1-WM 2017 dann auch am Nachmittag fort und sicherte sich die Tagesbestzeit in Silverstone. Ferrari war mit etwas mehr als drei Zehntelsekunden Rückstand nur die zweite Kraft.

Allerdings hätte anstelle des Finnen genauso gut Lokalmatador Lewis Hamilton an der Spitze stehen können. Der Brite war auf frischen Supersofts unterwegs zu einer neuen Bestzeit, als er ausgangs Becketts-Komplex von der Ideallinie rutschte und wertvolle Zeit verlor.

Am Ende blieb Hamilton mit einer schon zuvor auf härteren Reifen gefahrenen Runde um 0,047 Sekunden hinter seinem Teamkollegen zurück, der aber wegen eines Getriebewechsel fünf Startplätze verlieren wird, und wurde trotz eines nach seinem Ausritt leicht beschädigten Unterbodens noch Zweiter.

Die beiden Ferrari-Fahrer waren nach dem ersten Training mit dem Setup noch unzufrieden. Im zweiten konnten sie ihren Rückstand auf 0,332 (Räikkönen) beziehungsweise 0,460 Sekunden (Vettel) verkürzen, doch die Scuderia war am Freitag trotz angeblicher 15 Extra-PS wie so oft nur zweite Kraft hinter Mercedes.

Bei den Rennsimulation gegen Ende kristallisierte sich kein eindeutiger Favorit für den Sonntag heraus. Zwar war Hamilton tendenziell am schnellsten unterwegs, doch dass Ferrari anfangs Rückstand hat und sich dann nach und nach steigert, wäre nicht neu. Nur Red Bull Racing dürfte in Silverstone aus eigener Kraft nicht ganz vorne mitfahren können.

Max Verstappen (5.; + 0,602) spulte zwar ein reibungsloses Programm ab und war auf schnelle Einzelrunden konkurrenzfähig, aber bei den 'long runs' war das Team konstant um ein paar Zehntelsekunden langsamer als Mercedes und Ferrari. Bedenkt man, dass Renault im Qualifyingmodus weniger stark boosten kann, ist der Niederländer ebenso wenig Polekandidat wie Daniel Ricciardo (6.; + 1,090).

Nico Hülkenberg (Renault; + 1,440) belegte nach einer weitgehend unauffälligen Vorstellung mit einer einzigen schnellen Runde den siebenten Platz, gefolgt von Felipe Massa (Williams; + 1,510) und Fernando Alonso (McLaren; + 1,742). Letzterer ist auch in England von einer Rückversetzung betroffen, nimmt diese aber gelassen: "Hier kannst du auch von ganz hinten Punkte holen."

Sein Landsmann Carlos Sainz junior verlor gute 45 Minuten wegen eines Drehers in Becketts gleich zu Beginn, bei dem er sich den Unterboden beschädigte. Als er wieder auf die Strecke ging, schob sich der Toro-Rosso-Fahrer mit über zwei Sekunden Rückstand auf den elften Platz, noch sieben Tausendstel vor seinem Teamkollegen Daniil Kvyat und damit zwischen die beiden Force Indias, von denen Esteban Ocon (10.; + 1,887) der schnellere war.

Chancenlos ist auf dieser Motorenstrecke das Sauber-Team mit seinen alten Ferrari-Aggregaten. Zu Beginn verblieben Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein eine Zeit lang an der Box, nur um dann erst die letzten beiden Plätze zu belegen. Auf die Spitze fehlten Wehrlein als Letzem 3,433 Sekunden, auf den ersten direkten Gegner mehr als eine Sekunde.

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