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Grand Prix von Italien

Alonso: Asphalt entspricht nicht F1-Standard

Die Formel-1-Piloten haben Schuldige für die Qualifying-Unterbrechung ausgemacht: Untauglichen Asphalt auf der Start- und Zielgeraden sowie Crashkid Grosjean.

Bei der Aufarbeitung der zweieinhalbstündigen Regenunterbrechung des Formel-1-Qualifyings zum Italien-Grand-Prix am Samstag kristallisieren sich zwei Hauptschuldige heraus: Erstens die Streckenverantwortlichen in Monza, zweitens der verunfallte Haas-Pilot Romain Grosjean. Einig sind sich die Piloten, dass Rennleiter Charlie Whiting und die FIA mit dem Zeigen der roten Flagge in Q1 keinen groben Fehler begangen hätten. Die Länge der Pause stößt auf gemischtes Echo.

Die schärfste Kritik an der Strecke übt Fernando Alonso: "Heute waren nur die Start-und-Zielgerade und der dortige Asphalt das Problem", poltert der McLaren-Pilot. Schließlich stand an der Stelle das Regenwasser. Es floss nicht ab und es trocknete nicht ab, während weite Teile des Kurses nach kurzer Zeit wieder problemlos befahrbar waren. "Hätten sie dort vor einigen Wochen einen neuen Belag verlegt und sichergestellt, dass er auch für stärkeren Regen geeignet ist ...", winkt Alonso ab.

Denn eine neue Asphaltdecke gab es - nur auf der Start- und Zielgeraden und in der Boxenausfahrt - in der Tat. Sie ist anscheinend so glatt, dass sie bei Regen ewig nass bleibt. "Der Niederschlag war nicht so stark, aber der Kurs dafür einfach nicht vorbereitet", stellt Alonso klar. Mercedes-Mann Lewis Hamilton erwähnt, dass in dieser Situation auch ein aus dem US-Rennsport bekanntes Gebläse zum Abtrocknen keine Abhilfe geschaffen hätte: "Der Mann mit dem Fön wäre 100 Meter weit gelaufen und das Wasser hätte wieder dort gestanden, wo es zuvor gewesen ist", sagt Hamilton.

Er erwähnt als einziger Pilot schwierige Passagen am Ausgang der Curva Grande und der Ascari-Schikane, während Valtteri Bottas widerspricht und Alonso beipflichtet: "Die Strecke war in Ordnung - abgesehen von stehendem Wasser auf der Start- und Zielgeraden." Ferrari-Star Sebastian Vettel wundert sich, nennt aber nicht explizit den neuen Asphalt: "Vor ein paar Jahren konnten wir bei den Bedingungen fahren. Irgendetwas stimmte nicht. Wir hatten Probleme mit Aquaplaning."

Pascal Wehrlein glaubt, dass die Qualifikation auch mit dem stehenden Wasser hätte durchgezogen werden können - wäre da nicht das Harakiri-Manöver Grosjeans gewesen, der - von seinem Ingenieur angestachelt - keine Vorsicht walten ließ, crashte und für den Beginn der Unterbrechung sorgte: "In der ersten Runde bin ich auf der Geraden nicht Vollgas gefahren. Ich habe gelupft, weil ich wissen wollte, wie die Strecke ist", sagt der Deutsche in Richtung seines Haas-Konkurrenten. "Wenn ich in der ersten Runde aber alles gebe - ich habe da einen sichereren Ansatz gewählt."

Bottas stimmt zu: "Ohne Romains Unfall wäre es vielleicht nach dem normalen Zeitplan gelaufen." Dass es so nicht kam, kritisiert kein Pilot. Renault-Fahrer Nico Hülkenberg fand die Unterbrechung "in Ordnung", wenn auch etwas zu lang: "In der ersten Stunde war es schwierig - möglich, aber riskant. Da war es sicherer zu warten." Es gibt auch keine Kritik an Pirelli, weil die Vollregenreifen besser funktionierten als in der Vergangenheit: "Die Pneus waren heute nicht das Problem. In diesem Jahr hat sich die Situation normalisiert. Sie sind ein Fortschritt", bestätigt Alonso.

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