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Grand Prix von Japan

Lange Unterbrechung wegen Sainz-Crash

Ein Abflug von Carlos Sainz prägte das erste Freie Training zum Grand Prix von Japan - Sebastian Vettel sichert sich Bestzeit vor Lewis Hamilton.

Sebastian Vettel sicherte sich die Bestzeit im ersten Freien Training zum Grand Prix von Japan in Suzuka . Der Ferrari-Pilot hängte seinen WM-Rivalen Lewis Hamilton (Mercedes) um 0,211 Sekunden ab. Dritter wurde Daniel Ricciardo (Red Bull) mit 0,375 Sekunden Rückstand. Damit deutet sich für Suzuka an, was die Experten im Formel-1-Talk "Starting Grid" vorhergesagt hatten, nämlich dass sich Ferrari, Mercedes und Red Bull in Suzuka einen Dreikampf um den Sieg liefern könnten.

Knapp fünf Minuten vor Ende der Session setzte Regen ein, sodass die Teams ihre Programme vorzeitig unterbrechen mussten. Bis dahin wurde mehr gefahren als sonst, weil der Regen vorhergesagt war und alle Daten für das Rennen sammeln wollten, solange es noch trocken war. So waren letztendlich die Mercedes-Piloten mit 29 (Lewis Hamilton) beziehungsweise 30 Runden (Valtteri Bottas) die Fleißigsten im Feld.

Das hatte neben dem Wetter noch einen weiteren Grund, denn nach der ernüchternden Performance in Malaysia wurden heute Morgen weitere Tests mit dem neuen Aero-Paket angestellt. Beide Fahrer waren mit den neuen Teilen unterwegs - und bei relativ kühlen Temperaturen (18 Grad Luft-, 22 Grad Asphalttemperatur) lief der überarbeitete Silberpfeil wesentlich besser als in der Hitze von Malaysia.

Während Hamilton Zweiter wurde, belegte Bottas (+0,985) nur den fünften Platz. Der Finne wirkte geistesabwesend, als er einmal auf der Geraden fast in die Wiese gefahren wäre - vermutlich ein unaufmerksamer Moment beim Verstellen am Lenkrad. Auch Sepang-Sieger Max Verstappen (6.) tat sich schwer. Ihm fehlten nach ein paar unkonzentrierten Runden (mit einem Ausritt in der schnellen Spoon-Kurve) 1,596 Sekunden auf die Bestzeit.

"Max konnte seine Runde nicht zu Ende fahren, weil da gerade die roten Flaggen rauskamen", berichtet Red-Bull-Teamchef Christian Horner. "Auf den Overlays sehen wir, dass wir in keiner einzigen Kurve auf Mercedes und Ferrari verlieren. Das ist ermutigend. Würde es nur den ersten Sektor geben, wäre das perfekt für uns. Aber den Hügel runter von Spoon zur Schikane, durch die 130R, verlieren wir laut unseren GPS-Messungen eine halbe Sekunde."

Kimi Räikkönen (Ferrari) wurde Vierter, hatte 0,472 Sekunden Rückstand auf Vettel. Bei ihm wurde das Auto zwischendurch mal umgebaut, nachdem er sich über das Heck beklagt hatte. Wichtig auch: Räikkönen ist dieses Wochenende mit einer neuen Antriebseinheit unterwegs. Dabei handelt es sich um Ferraris vierten und letzten Motor für diese Saison, der bei Vettel schon seit Malaysia im Einsatz ist.

Wie immer spannend der Kampf im Mittelfeld, in dem Nico Hülkenberg (Renault/+1,808) hauchdünn hinter Esteban Ocon (Force India/+1,733) Achter wurde. McLaren und Haas präsentierten sich zum Auftakt ebenfalls als potenzielle Top-10-Kandidaten; Pascal Wehrlein (Sauber) weniger: Ihm fehlten 3,731 Sekunden auf die Spitze, was Platz 19 bedeutete. Immerhin aber auch eine halbe Sekunde Vorsprung auf Teamkollege Marcus Ericsson.

Für die spektakulärste Szene der Session sorgte indes Carlos Sainz, der schon vor Trainingsbeginn aufgrund des Wechsels von Antriebskomponenten wusste, dass er dieses Wochenende in der Startaufstellung um 20 Positionen nach hinten muss. Nach nicht einmal einer Stunde des Freien Trainings flog der scheidende Toro-Rosso-Fahrer beim Herausbeschleunigen aus der Haarnadelkurve ab.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe das Auto verloren. Sorry", entschuldigte er sich beim Team und gab Entwarnung: "Ja, ich bin okay." Die Session musste wegen der Reinigungsarbeiten für eine Viertelstunde unterbrochen werden, und den Toro-Rosso-Mechanikern steht nun über Mittag jede Menge Arbeit bevor. Das Chassis hob durch den heftigen Einschlag sogar leicht vom Boden ab und wurde stark beschädigt.

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