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Grand Prix von Japan

Vorschau: Letzte Chance für Vettel?

In der heißen Phase des Titelkampfes 2017 zeigen sowohl Ferrari als auch Mercedes Schwächen – kann ein drittes Team dies ausnutzen?

Rein von den Ergebnissen her ist Lewis Hamilton vor dem Wochenende in Suzuka noch immer voll auf WM-Kurs: Seit der Sommerpause hat der Mercedes-Pilot drei Siege sowie vor wenigen Tagen in Sepang einen zweiten Platz geholt. Betrachtet man die Rennen jedoch im Detail, wird klar, dass sein "Silberpfeil" abgesehen von Monza, wo Ferrari wegen einer neuen Vorderradaufhängung beim Setup irrte, bei keinem der Rennen das schnellste Auto war. Das gibt auch Hamilton, der dank perfekter Leistungen in der WM-Wertung 34 Punkte vor Herausforderung Sebastian Vettel liegt, zu denken.

Dass diese WM noch lange nicht gewonnen ist, konnte man in Sepang klar erkennen: Nach dem Wochenende, bei dem man deutlich langsamer als Ferrari und Red Bull Racing war, wurde eine Krisenprojektgruppe ins Leben gerufen. Diese sollte dem W08 schon bis Suzuka seine Launen austreiben. Viel Zeit blieb nicht, denn schon an diesem Sonntag geht der Titelkampf im "Land der aufgehenden Sonne" weiter.

Nicht nur die niedrigeren Temperaturen, die unter der 25-Grad-Marke bleiben dürften, sollten Mercedes mehr Luft zum Atmen geben: Während in Sepang mit maximalem Abtrieb gefahren wurde, was dem W08 nicht liegt, hilft ihm in Suzuka eine lange Gerade. Dass Mercedes seit 2014 dort stets gewonnen hat, beruhigt Motorsportchef Toto Wolff nicht, zumal auch Sebastian Vettel den Kurs mag; während Hamilton in Japan insgesamt drei Mal erfolgreich war, hat der Ferrari-Pilot dort schon vier Siege zu Buche stehen.

Für den WM-Zweiten geht es nun darum, die vergangenen Wochen so schnell wie möglich abzuhaken: Vettel hat seit Ende der Sommerpause in vier Rennen nur 45 Punkte geholt, während es bei Hamilton 93 waren. Das ist bitter, zumal er in Singapur und Sepang vermutlich beide Male die Chance gehabt hätte, die Rennen zu gewinnen. Immerhin dürfte sein Getriebe die Kollision mit Lance Stroll in der Auslaufrunde nach dem Grand Prix von Malaysia überstanden haben, wodurch er in Suzuka einer Rückversetzung um fünf Startplätze entkommen sollte.

Erneut ist aber auch mit dem wiedererstarkten Red Bull Racing zu rechnen; das in Sepang siegreiche Team ist ohnedies auf dem Kurs, auf dem Max Verstappen im Vorjahr Zweiter wurde, traditionell stark. Ganz ohne Sorgen geht man aber nicht in die verbleibenden fünf Saisonrennen, da unklar ist, ob man mit den Motorelementen über die Runden kommen oder ob es Rückversetzungen geben wird. Da man aber erst in Monza bei beiden Boliden Strafen in Kauf genommen hat, sollte man zumindest in Japan noch ungeschoren davonkommen.

Der alte Asphalt auf der "Achterbahn" von Suzuka zählt zu den rauesten im Kalender. Bei den Einheitsreifen bleibt der Hersteller seinem Trend treu und hat mit 'supersoft', 'soft' und 'medium' einmal mehr weichere Mischungen nominiert als im Vorjahr, wodurch die ganz harten Pneus erstmals nicht zum Einsatz kommen. Im Vorjahr führte eine Zweistoppstrategie zum Erfolg, das könnte auch in diesem Jahr gelten. Womöglich kommen in Suzuka auch Regenreifen zum Einsatz: Nach aktueller Vorhersage könnte es vor allem am Freitag, aber auch noch am Samstag regnen, während der Renntag selbst von Niederschlägen verschont bleiben sollte.

Im Wettstreit hinter den drei Topteams wird es voraussichtlich gewohnt eng zugehen: Suzuka belohnt den hervorragenden Abtrieb von McLaren und Renault, aber auch den Antriebsbonus von Force India. Dementsprechend hat sich auch Williams in den letzten Jahren meist stark präsentiert, doch die Weiterentwicklung des Teams scheint nach großen Problemen, die Reifen auf Temperatur zu bringen, zu stagnieren. Der Kampf um WM-Platz fünf ist nach wie vor offen: Williams hat in Sepang den Vorsprung auf Toro Rosso auf 13 Punkte ausgebaut; da auch Renault punktelos blieb, liegen die Franzosen nun bereits 23 Zähler hinter den Briten.

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