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Grand Prix von Malaysia

Harsche Kritik von Sepang-Chef Razali

Sepang-Chef Razlan Razali übt scharfe Kritik an der Formel 1 und Rechteinhaber Liberty Media und ärgert sich über Fake-Dokumente auf Social Media.

Zum 19. und vorerst letzten Mal findet 2017 ein Grand Prix von Malaysia statt. Die Betreiber des Sepang International Circuit konnten sich mit Liberty Media nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen - aus finanziellen Gründen, wie es heißt. Zum Abschied übt Streckenchef Razlan Razali harsche Kritik an der Formel 1 und dem neuen Rechteinhaber Liberty Media.

Rückläufige Ticketverkäufe und nachlassendes touristisches Interesse führten dazu, dass die Rechnung mit der Formel 1 für Malaysia zuletzt nicht mehr aufging. Gerade mal 47.000 Zuschauer kamen 2016 nach Sepang, rund eine Autostunde außerhalb der City von Kuala Lumpur. Als dann der entmachtete Formel-1-Boss Bernie Ecclestone auch noch nachtrat, er habe die Streckenbetreiber jahrelang mit einem miserablen Produkt abgezockt, platzte den Veranstaltern in Sepang der Kragen.

Zuletzt soll Malaysia eigenen Angaben nach über 55 Millionen Euro pro Jahr für den Grand Prix ausgegeben haben. Damit ist jetzt Schluss: "Selbst wenn man uns den besten Deal anbieten würde, zum Beispiel komplett gratis, was bekämen wir dann für ein Produkt?", schimpft Streckenchef Razlan Razali gegenüber Reuters. "Ich schaffe es ja nicht einmal selbst, mich vor den Fernseher zu setzen und mir das zwei Stunden lang anzuschauen."

Das Investment stehe im Gegensatz zu den Anfangsjahren - Malaysia war seit 1999 fester Bestandteil des Formel-1-Kalenders - in keiner Relation mehr zum Nutzen. Ironischerweise sind die Ticketverkäufe insbesondere seit Beginn der Mercedes-Dominanz im Jahr 2014 dramatisch eingebrochen - ironisch deshalb, weil der malaysische Staatskonzern Petronas Hauptsponsor des Silberpfeil-Teams ist.

Kamen 2013 noch 88.000 Zuschauer an den Sepang International Circuit, so waren es zuletzt weniger als 50.000. Zur großen Abschiedsvorstellung morgen erwartet Razali rund 80.000 Zuschauer - hauptsächlich deswegen, weil die Eintrittskarten mit schwindelerregenden Rabatten von bis zu 80 Prozent verscherbelt werden, wie 'Reuters' berichtet. Gleichzeitig ist das MotoGP-Rennen am 29. Oktober längst restlos ausverkauft.

Auch Liberty habe an der negativen Bewertung der Formel 1 bisher wenig geändert, findet Razali: "Welche Änderungen haben wir wirklich gesehen, die den Sport aufregender machen als zu Bernies Zeiten? Was haben sie für bessere Rennen getan?", stellt er eine rhetorische Frage. "Fan-Aktivierung, ja. Neben der Strecke ist was passiert. Toll. Aber bringt das mehr Leute an die Rennstrecke? Das geht nur über das Produkt, über den Sport, und nicht über die Aktivierung."

Besonders ärgerlich aus Sicht von Razali, dass über dem vorerst letzten Wochenende auch noch ein Schatten hängt. Denn der schwere Trainingscrash von Romain Grosjean, ausgelöst durch einen locker gewordenen Gullydeckel, lässt den Veranstalter in einem schiefen Licht dastehen. Dabei habe selbst die FIA festgestellt, dass die Schuldfrage nicht so einfach zu beantworten sei.

Auf Social Media tauchten am Freitagabend Gerüchte auf, Sepang müsse an das geschädigte Haas-Team 295.000 US-Dollar Schadenersatz überweisen - und der Grand Prix müsse abgesagt werden. Natürlich völliger Unsinn. Razali kocht: "Ich möchte klarstellen, dass das Rennen nicht abgesagt wird und dieses Dokument eine Fälschung ist. Wir sollten das letzte Rennen feiern und nicht Unwahrheiten darüber verbreiten", wird er von der New Straits Times zitiert.

Vettel vs. Stroll: FIA lässt Gnade walten Vettel vs. Stroll: FIA lässt Gnade walten Vettel-Problem gefunden Vettel-Problem gefunden

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