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Grand Prix von Spanien

Hamilton auf Pole – Fehler von Vettel

Lewis Hamilton schlägt zurück: Pole-Position beim Grand Prix von Spanien, aber genauso gut könnten Sebastian Vettel und Valtteri Bottas vorne stehen.

Das epische WM-Duell zwischen Lewis Hamilton (Mercedes) und Sebastian Vettel (Ferrari) geht beim Grand Prix von Spanien in Barcelona weiter. Nachdem Mercedes den Freitag und Ferrari den Samstagmorgen dominiert hatte, setzte sich im Qualifying wieder Hamilton durch. Morgen startet der Brite zum 64. Mal in seiner Karriere von der Pole-Position. Damit fehlt ihm nur noch eine einzige Pole auf sein großes Vorbild Ayrton Senna.

Die Entscheidung auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya war dramatisch. Nach der ersten Q3-Runde sah es so aus, als sei Vettel schon aus dem Rennen. Hamilton hatte 1:19.149 Minuten vorgelegt, Vettel fehlten 0,512 Sekunden. Aber als er in der zweiten Runde plötzlich absolute Bestzeit im ersten und zweiten Sektor fuhr, Hamilton keine Verbesserung seiner eigenen Zeit schaffte, schien die Sensation zum Greifen nahe.

Unterm Strich fehlten 0,051 Sekunden. Schuld war ein kleiner Verbremser im engen letzten Sektor. "Das hat den Unterschied gemacht", ärgert sich Vettel. "Ich bin hier schon so viele Runden gefahren, aber die letzte Schikane fällt mir immer noch schwer. Die Runde war bis dahin wirklich gut. Schade, da wäre mehr drin gewesen!" Immerhin ließ er Teamkollege Kimi Räikkönen (4.), heute Morgen noch Schnellster, um 0,239 Sekunden hinter sich.

Dabei sah es vor dem Qualifying fast so aus, als würde Vettel nicht fahren können. Nach seinem vorzeitigen Ende im Abschlusstraining musste Ferrari über Mittag Turbo und MGU-H wechseln. Und als in der ersten Q1-Runde der Funkspruch "Stop the car!" kam, rutschte einigen Tifosi das Herz in die Hose. Am Ende hätte er fast die Pole geholt - auch dank Hamiltons Schützenhilfe: "Die erste Q3-Runde war sehr gut, die letzte weniger", sagt der Mercedes-Fahrer.

Theoretisch hätte Valtteri Bottas ("War nicht meine beste Runde") auf Pole stehen können. Dem Finnen fehlten 0,224 Sekunden. Toto Wolff rechnet vor: "Er hat zwei dicke Schnitzer eingebaut, die ihn 0,250 Sekunden gekostet haben." Der Sotschi-Sieger hatte das Abschlusstraining wegen eines technischen Problems fast komplett verpasst. Niki Lauda nimmt ihn in Schutz: "Den armen Bottas haben wir durch das Motorproblem selbst behindert. Dadurch ist er zu wenig gefahren."

Red Bull war trotz Updates nur dritte Kraft, aber Vorjahressieger Max Verstappen ist mit 0,557 Sekunden Rückstand nicht unzufrieden: "Das war das beste Qualifying des Jahres, und am Ende hatten wir nur sechs Zehntelsekunden Rückstand. Das ist sehr gut für uns. Letztes Mal waren es noch eineinhalb Sekunden." Zumal er für morgen Hoffnung schöpft: "Normalerweise sind wir im Rennen etwas besser."

Daniel Ricciardo fehlten auf seinen Teamkollegen 0,469 Sekunden. "Ich habe im letzten Sektor Zeit verloren. Warum, das muss ich noch herausfinden", analysiert er. Der letzte Sektor erklärt aber nur drei Zehntelsekunden. Eine weitere Zehntelsekunde büßte er im zweiten Sektor ein. Nur im ersten Sektor war er sogar um 0,005 Sekunden schneller als Verstappen. Aber Ricciardo hatte teamintern schon das ganze Wochenende das Nachsehen.

Der große Star des Tages war jedoch kein Vertreter der Topteams, sondern Fernando Alonso. Nachdem er gestern noch nicht mit den neuesten McLaren-Updates fuhr, packte er heute alles aus, was er aufzubieten hatte. Seinem Teamkollegen brummte er in Q1 eine halbe Sekunde auf. Jetzt wittert er die Chance, vor heimischem Publikum zu punkten, denn: "Auf dieser Strecke ist das Überholen ziemlich schwierig."

Was Alonso heute in den Asphalt zauberte, war grandios. "Das war die Runde des Wochenendes", applaudierte Experte Martin Brundle nach Q2, als sich der McLaren-Star um 0,078 Sekunden vor Kevin Magnussen (11./Haas) gerade noch ins Top-10-Finale schob. Und der ehemalige Formel-1-Pilot Marc Surer schwärmt: "Es ist ein Wunder, wie er das macht, mit dieser Krücke von Auto." Der Jubel der Fans sorgte für einen echten Gänsehaut-Moment.

Der zweite Spanier im Feld, Carlos Sainz (12./Toro Rosso), muss sich damit trösten, im teaminternen Stallduell auf 3:2 gestellt zu haben. Nach seiner ersten Q2-Runde noch auf Platz sieben gelegen, hatte er sich aber mehr erwartet. Ebenso Nico Hülkenberg (13.): "Die Bedingungen haben sich verändert. Unser Auto ist immer sehr anfällig, wenn der Wind zunimmt", erklärt er. Außerdem haben die gestiegenen Temperaturen dem Renault nicht geholfen.

Eine kleine Sensation lieferte Pascal Wehrlein (Sauber) ab. Obwohl er im Vorfeld noch erklärt hatte, Q2 sei unmöglich, schaffte er den Cut als 15. von 20 Fahrern. Vorsprung auf Teamkollege Marcus Ericsson: 0,005 Sekunden. Damit hätte er "auf keinen Fall" gerechnet, denn: "Unsere Updates halten sich in Grenzen. Ich war ziemlich überrascht, als mein Ingenieur mir gesagt hat, wir sind in Q2. Hinter uns sind ein paar Autos, die eigentlich vor uns sein müssten."

Wehrlein profitierte davon, dass es bei anderen Fahrern gar nicht nach Plan lief. Jolyon Palmer (17.) Renault stand wegen "massivem Untersteuern" wieder klar im Schatten von Hülkenberg, Lance Stroll (18./Williams) enttäuscht weiter auf der ganzen Linie und Daniil Kwjat (20./Toro Rosso) tat sich aus bisher nicht bekannten Gründen schwer. Das Aus von Stoffel Vandoorne (19./McLaren) in Q1 war hingegen keine Überraschung.

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