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Grand Prix von Österreich

Mercedes: Doppelausfall statt -sieg

Taktikfehler und Defekte bei Mercedes – Max Verstappen rammt Kimi Räikkönen und siegt vor dem Finnen sowie Vettel (beide Ferrari).

Max Verstappen (RB Racing) hat am Sonntag den Grand Prix von Österreich in Spielberg für sich entschieden. Der Niederländer profitierte nicht nur von einem erneuten gravierenden Taktikfehler des Mercedes-Werksteams, sondern auch den Ausfällen Valtteri Bottas´ und Lewis Hamiltons. Das Podium komplettierten die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel; der Deutsche eroberte damit die WM-Führung zurück.

Der Start des Rennens war turbulent: Anders als im Vorjahr kam Bottas von der Pole Position diesmal nicht gut weg; Hamilton setzte sich auf der Innenbahn neben ihn und ging vorbei, doch mit einem ungewöhnlich riskanten Manöver stach Räikkönen zwischen die beiden "Silberpfeile" und war auch kurz vor seinem Landsmann. Er verlor den zweiten Platz nach zwei Besuchen in den Auslaufzonen der ersten beiden Kurven jedoch gleich wieder.

Kurz darauf attackierte Verstappen den finnischen Routinier in der langen Linkskurve, wobei er dem Ferrari ans linke Hinterrad fuhr. Während Räikkönen damit beschäftigt war, sein ausbrechendes Auto wieder unter Kontrolle zu bringen, glitt der Niederländer innen ungestört an ihm vorbei. Erst nach vielen Runden gaben die Rennstewards ihre unverständliche Entscheidung bekannt, diesen Rammstoß nicht ahnden zu wollen.

Räikkönens Teamkollege Vettel musste sich nach einem schlechten Start, bei dem er in der ersten Kurve den Bremspunkt verpasste, Platz um Platz zurückkämpfen. Die Haas-Fahrer Romain Grosjean (erste Punkte 2018 als 4.) und Kevin Magnussen (5.) schnappte er sich noch problemlos und reihte sich hinter den anderen Topautos ein. Räikkönen wurde, diesmal fair, von Daniel Ricciardo (RB Racing) überholt, der sich damit auf Platz vier nach vorne schob.

Die Mercedes-Doppelführung ging vor die Hunde, als Bottas´ Getriebe in Runde 14 im zweiten Gang steckenblieb. Offiziell war es ein Hydraulikproblem, das dem Finnen früh aus dem Rennen warf. Das dadurch ausgelöste virtuelle Safety Car nutzten RB Racing und Ferrari für ihre Pflichtstopps, während der führende Hamilton auf der Strecke blieb – ein Riesenfehler des Mercedes-Kommandostands.

Wäre der Brite an die Box gekommen, hätte er mit einer Einstoppstrategie gewinnen können. So kam der Weltmeister erst später zum Reifenwechsel und fiel auf Platz vier zurück, weil die Top 3 nun im Renntempo an ihm vorbeiziehen konnten. Chefstratege James Volwes entschuldigte sich per Funk dafür, seinem Piloten das Rennen ruiniert zu haben. Kurz darauf warfen überdies seine neuen Reifen Blasen, und Vettel überholte ihn. Ein zweiter Stopp war für Hamilton unausweichlich, doch dann schlug das Schicksal endgültig zu: Benzindruckverlust kurz vor Rennende bedeutete auch für den zweiten W09 das Aus.

Ricciardo, der ebenfalls mit abbauenden Pneus zu kämpfen hatte, wurde indes von Räikkönen kassiert und dann durch einen weiteren Reifenwechsel auf den fünften Rang zurückgeworfen. Kurz darauf ging sein Getriebe kaputt – der nächste Ausfall. Für Renault-Pilot Nico Hülkenberg war der Arbeitstag sogar schon nach zwölf Runden beendet: Auf Platz neun liegend riss ihn ein kapitaler Motorschaden aus dem Rennen.

Hinter den Haas-Autos landeten die beiden Force-India-Fahrer, Achter wurde trotz Starts aus der Boxengasse Fernando Alonso (McLaren). Die Sauber-Piloten Charles Leclerc und Marcus Ericsson kamen als 9. und 10. ins Ziel, der Platztausch erfolgte erst in der letzten Runde. Zum ersten Mal in dieser Saison schafften es alle sechs Fahrzeuge mit Ferrari-Aggregaten in die Punkteränge.

Apropos Ferrari: In der Fahrer-WM 2018 übernahm Vettel mit seinem dritten Platz dank des Ausfalls von Hamilton wieder um einen Punkt die Führung. Auch bei den Konstrukteuren liegt die Scuderia mit 247 Punkten vor Mercedes (237) und RB Racing (189).

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