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Grand Prix von Australien

So hätte Mercedes dennoch gewonnen

Deutsche Autohersteller und Software – das wird wohl keine Liebesgeschichte mehr; in Melbourne soll sie den Rennsieg gekostet haben.

Ein Softwarefehler soll Lewis Hamilton angeblich den Sieg beim Grand Prix von Australien gekostet haben, doch wie sich nach dem Rennen herausstellte, hätte der Mercedes-Fahrer trotz aller für ihn unglücklichen Umstände gewinnen können – denn während der entscheidenden Phase fuhr er nicht so schnell wie er konnte.

Nach seinem Boxenstopp in der 19. Runde hatte Hamilton 13,8 Sekunden Rückstand auf den späteren Sieger Sebastian Vettel; bis zum virtuellen Safety Car sieben Umläufe später reduzierte er diesen lediglich auf 12,2. Obwohl der Brite also die wesentlich frischeren Reifen hatte, war er nur um durchschnittlich 0,3 Sekunden pro Runde schneller als der führende Ferrari.

"Wir dachten, wir hätten den VSC-Abstand", erklärte Mercedes-Sportchef Toto Wolff, "und sagten Lewis, er soll den VSC-Abstand halten. Wir dachten ja, wir wären drei bis vier Sekunden im Soll; waren wir aber nicht." Weil die Strategen während des VSC offenbar mit falschen Abständen rechneten, wurde den Ingenieuren am Kommandostand grünes Licht signalisiert; dabei hätte Hamilton in Wahrheit attackieren müssen.

"Ich hätte nach dem ersten Boxenstopp näher dran sein können", ärgerte sich der amtierende Weltmeister. Wolff versucht erst gar nicht, dies abzustreiten: "Ich glaube, das wäre möglich gewesen, aber Lewis wusste, dass er mit diesem Reifensatz bis zum Ende durchfahren muss, also ist er genau nach Vorgabe gefahren. Sonst hätte er wahrscheinlich ausreichend Puffer gehabt; muss an einem 'software bug' gelegen haben, oder es stimmt etwas mit dem Algorithmus nicht."

Nun soll diese Technologie genau analysiert und gegebenenfalls nachgebessert werden. Das hat Mercedes schon einmal versprochen, als das Werksteam 2015 in Monte Carlo ebenfalls vom VSC auf dem falschen Fuß erwischt wurde – bitter, dass es mit Hamilton nun ausgerechnet jenen Fahrer zum bereits zweiten Mal erwischt hat, der wenig davon hält, seine Rennen nach Computersimulationen auszurichten.

"Das ist schon hart", seufzte Hamilton. "Formel 1 ist Teamsport, aber wir verlassen uns so sehr auf die Daten und auf die Technik, dass ich wünschte, es würde wieder mehr an den Menschen liegen. Ich wünschte, ich hätte es stärker selbst in der Hand, denn ich finde, dass ich so stark gefahren bin wie eh und je, und ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leistung."

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