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Grand Prix von Bahrain

Überholen: Sofortmaßnahmen abgelehnt

Simplere Frontflügel und ein stärkerer DRS-Effekt sind durchgefallen – bis 2021 dürfte in der Formel-1-WM alles beim Alten bleiben.

Für die Überholflaute in der Formel-1-WM wird es keine schnelle Abhilfe geben. Ein in Bahrain infolge des langweiligen Grand Prix von Australien einberufenes Treffen der technischen Arbeitsgruppe endete ohne Ergebnis, weil den Teams (mit Ausnahme von Williams) Änderungen am Reglement für 2019 zu kurzfristig gewesen wären. Vorschläge des Liberty-Vertreters Symonds und seines FIA-Kollegen Tombazis fielen durch, doch FOM-Sportchef Ross Brawn will weiterkämpfen.

Diskutiert wurde nach Informationen von auto motor und sport die Verstärkung des DRS-Effekts durch eine Vergrößerung der Heckflügelendplatte. Durch Wegklappen des selben würde der Luftwiderstand stärker reduziert als bisher, ergo wäre der Vorteil für den Verfolger bei Höchstgeschwindigkeit prozentual größer, das Vorbeifahren einfacher. Die Rede war von 25 statt 20 km/h Steigerung durch Betätigung des Systems.

Auch die DRS-Nutzung auf der ganzen Strecke, nicht nur in vorgesehenen Zonen, solange sich ein Auto im Fenster von einer Sekunde hinter dem Vordermann befindet, stand zur Debatte, was nicht nach dem Geschmack Brawns gewesen sein dürfte, der sich in der Vergangenheit sogar für die Abschaffung des Systems stark gemacht hatte; die Überholmanöver seien zu künstlich, so der einstige Tenor aus dem Liberty-Lager.

Überdies ging es um eine Vereinfachung des Frontflügels, um die Autos beim Hinterherfahren in verwirbelter Luft weniger sensibel zu machen. Die komplizierten Aufbauten entlang der seitlichen Endplatten sollten verboten werden, womit allerdings das in deren Entwicklung investierte Geld verschwendet worden wäre. Auch eine Änderung für 2020 ist den Teams zu kostspielig, weil ein neuer Frontflügel für nur eine Saison entwickelt werden hätte müssen, da ja 2021 bei den Vorschriften ohnehin erneut eine Zäsur erfolgen soll.

Ein Ausweg bleibt der Formel-1-WM: Die Strategiegruppe könnte sich nach diesen noch informellen Diskussionen der Arbeitsgruppe doch auf einige der skizzierten Maßnahmen einigen und sie der F1-Kommission zur Beschlussfassung vorlegen. Anschließend müssten sie vom Motorsportweltrat der FIA verabschiedet werden. Frist ist dafür der 30. April, falls schon 2019 etwas geschehen soll.

Brawn dürfte weiterhin zu den Vorschlägen stehen: "Wenn wir den Frontflügel vereinfachten, ginge das in die richtige Richtung. Alles, was wir in den vergangenen Jahren unternommen haben, war kontraproduktiv", sagte er im Gespräch mit Sky F1. Doch Mercedes-Sportchef Wolff zweifelt an wirklichen Vorteilen fürs Überholen: "In der technischen Arbeitsgruppe wurde nicht klar genug dargestellt, dass es der Fall gewesen wäre. Ich will die Karten nicht neu mischen, komplett neue Autos entwickeln lassen und schauen, ob es etwas bringt. Das wurde in der Vergangenheit zu häufig getan."

Auf andere Punkten haben sich die Technikchefs in Bahrain hingegen geeinigt: eine Abschaffung der Schlitze in den Heckflügelendplatten und niedrigere, dafür aber längere Luftleitbleche zwischen Vorderachse und Seitenkasten. Mit Rennaction hat das allerdings nichts zu tun, vielmehr soll so mehr Platz für gut sichtbare Sponsorenaufkleber entstehen. Weitere konsensfähige Ideen: verschärfte Belastungstests für die Verbindung zwischen Frontflügel und Nase sowie ein Verbot, die Auspuffendrohre nach oben anzuwinkeln und mit ihnen den Heckflügel anzublasen – ein Rückschlag für das Renault-Werksteam, das sich zuletzt dieses Tricks bediente.

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