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Grand Prix von Japan

Ricciardo tobt nach erneutem Defekt

Wieder einmal bremste ein technischer Defekt am Aggregat von Renault den Australier aus.

Der musste raus: Vor Wut schrie Daniel Ricciardo heute in seinen Helm - und alle Zuschauer an den Fernsehschirmen bekamen es mit. "Ich bin echt angepisst", wütete er nach dem Qualifying in Suzuka. Der Australier wollte nach den vergangenen schwierigen Wochen endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis einfahren, als ihn ein technischer Defekt ereilte und er ohne Zeit in Q2 hängenblieb - das macht unter dem Strich Rang 15.

"Es war ein Drosselklappensteller oder so", erklärt er nach dem Qualifying, was diesmal an seinem Red Bull kaputtging. "Sofort als ich auf das Gas ging, wusste ich, dass irgendetwas falsch war. Es klang schrecklich." Red Bull versuchte noch in der Garage eine Reparatur, doch für Ricciardo bestand keine Chance mehr auf eine weitere Ausfahrt.

Der erneute Defekt dürfte die ohnehin schon zerrüttete Beziehung zwischen Red Bull und Noch-Motorenpartner Renault nicht gerade verbessern. Schon in den vergangenen Rennen traten immer wieder Probleme bei den Antrieben auf, und es scheint auch diesmal wieder die Schuld von Renault zu sein: "Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass es französisch war", sagt Ricciardo auf das kaputte Teil angesprochen. "Es ist acht Millimeter dick oder so und brach."

Für Ricciardo war das natürlich der nächste Rückschlag in einer für ihn schwierigen Saison. "Ich komme einfach auf keinen grünen Zweig", hadert er nach der elften Qualifying-Niederlage in Folge. Seit seinem Sieg in Monaco scheint ihn das Pech zu verfolgen - und selbst im Rennen dort konnte er sich nach technischen Problem nur vorne halten, weil man in Monaco fast nicht überholen kann.

Das ähnliche Spiel droht ihm nun morgen in Suzuka, nur andersherum. Ricciardo ist Aufholjagden aus den vergangenen Wochen eigentlich gewohnt, doch in Japan glaubt er nicht an die große Durchpflüg-Fahrt. "Ich werde eine bessere Pace haben als die Autos um mich herum, aber ich werde nicht einfach spielerisch an ihnen vorbeifahren. Es wird ein verdammt zähes Rennen werden", glaubt er.

Denn weil Red Bull auf viel Abtrieb setzt und dafür Topspeed-Einbußen in Kauf nimmt, ist man auf den Geraden nicht schnell genug. Eigentlich war man davon ausgegangen, dass man gute Startplätze auch mit mehr Abtrieb würde verteidigen können (auch weil es auf der besten Geraden vor 130R kein DRS gibt) - das kann jedoch nur noch Max Verstappen umsetzen.

Theoretisch könnte Red Bull Ricciardos Set-up noch anpassen und aus der Boxengasse starten, doch das, so der Australier, lohne sich nicht: "Ich denke nicht, dass wir die fünf Positionen so schnell gutmachen würden. So kann ich am Start vielleicht von 15 auf 13 oder zwölf vorkommen, und wenn es einen Unfall gibt ... Ich muss einfach in der Startaufstellung stehen und versuchen, einen Vorteil zu ziehen."

Hoffnung setzt er darauf, dass es morgen in Suzuka heiß wird und alle Probleme mit den Reifen bekommen werden, denn so lasse es sich noch nach vorne kommen. Er wird wohl auf einer konträrer Strategie zu Teamkollege Verstappen starten, der mit den weichen Supersofts ins Rennen gehen wird. "Es ist zwar noch nicht entschieden, aber ich denke, das wird passieren."

Für ihn hat es wohl ohnehin wenig Sinn, wenn er auf den weichsten Reifen starten würde, weil die Gegner vor ihm wohl härtere Reifen aufziehen und er den Pacevorteil nicht nutzen kann. Denn schon bei einem Abstand von 2,5 Sekunden würde das Heranfahren in Suzuka sehr schwierig werden. Auf den Geraden könne man näher herankommen, aber in den Kurven würde man alles wieder verlieren.

Für Ricciardo ist Startplatz 15 natürlich eine verpasste Chance, weil Ferrari in Suzuka schwächelt. Er hätte 1,7 Sekunden auf Pole-Mann Lewis Hamilton verlieren dürfen, und wäre immer noch vor Kimi Räikkönen gewesen - und Sebastian Vettel hat es sogar noch härter erwischt. Ricciardo glaubt, dass auch der Deutsche von Startplatz acht Probleme haben wird: "Auch wenn sie einen fantastischen Speed auf den Geraden haben, wird es für ihn nicht einfach werden. Wenn ich zu ihm aufschließen könnte, wäre es ein guter Tag", träumt er.

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