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Grand Prix von Kanada

Vettel auf der Poleposition

Sebastian Vettel stellte seinen Ferrari souverän auf die Poleposition, neben ihm startet Mercedes-Pilot Bottas. Dahinter lauern Verstappen und ein frustrierter Hamilton.

ebastian Vettel hat sich beim Grand Prix von Kanada in Montreal die 53. Pole-Position seiner Karriere gesichert. Der Ferrari-Pilot meisterte den Circuit Gilles Villeneuve in neuer Rekordzeit von 1:10.764 Minuten und verwies Valtteri Bottas (Mercedes/+0,093) und Max Verstappen (Red Bull/+0,173) auf die Plätze.

Nach drei Verstappen-Bestzeiten in den drei Freien Trainings kam die Vettel-Pole für viele überraschend. Auch für Vettel selbst: "Gestern war ich nicht glücklich mit dem Auto und ich fand keinen Rhythmus, obwohl ich diese Strecke eigentlich mag. Ich schätze, ich bin heute einfach mit dem richtigen Fuß aufgestanden", lacht er.

Vettel hatte sich mit dem härteren Ultrasoft durch Q2 gekämpft (genau wie Teamkollege Kimi Räikkönen und die Mercedes-Silberpfeile) und schon im ersten Q3-Run auf Hypersoft Bestzeit aufgestellt. Im zweiten Versuch schaffte er eine Steigerung von 1:17.776 auf 1:17.764 Minuten - doch die hätte es gar nicht mehr gebraucht.

Denn vor Vettel waren Räikkönen, Bottas und Lewis Hamilton über die Linie gefahren. Räikkönens Pole-Chance war bereits ausgangs Senna-S dahin: "Ich hatte plötzlich Untersteuern und habe die Kurve nicht gekriegt. Damit war das Thema durch." Und auch Bottas hatte bei der zweiten Zwischenzeit schon 0,265 Sekunden Rückstand auf Vettel.

Blieb noch Hamilton, der seine erste Q3-Runde in der Haarnadel verpatzt hatte. Teamchef Toto Wolff hatte bereits nach dem Abschlusstraining geahnt: "In der Haarnadel sehen wir nicht gut aus." Und prompt unterlief Hamilton dort ein zweiter Fehler! Am Ende fehlten 0,232 Sekunden auf die Pole-Position: Platz vier.

Hamilton enttäuscht

"Es war einfach eine schwierige Session", bilanziert der sechsmalige Montreal-Sieger und bleibt auch auf Nachfragen zu seinen stehenden kurveninneren Vorderrad wortkarg: "Es waren keine guten Runden." Für Hamilton ist es in Kanada erst die zweite Quali-Niederlage gegen einen Teamkollegen. 2014 hatte ihn Nico Rosberg schon einmal besiegt.

Der Deutsche glaubt daher, dass Hamilton am Ergebnis zu schlucken hat: "Lewis steht hier normalerweise immer auf Pole. Platz vier ist für ihn ein Rückschlag. Das wird morgen nicht so einfach für ihn."

Zumal sich auch die Red Bulls für Sieganwärter halten. "Im Qualifying fehlt uns halt Topspeed. Aber ich denke, dass wir im Rennen gut dabei sein werden", sagt Verstappen. Interessant: Während Ferrari und Mercedes in Q2 auf Ultrasoft setzten, um nicht auf Hypersoft ins Rennen starten zu müssen, entschied sich Red Bull für die gegenpolige Strategie.

"Mit den weicheren Reifen zu starten, ist hier ein Vorteil, weil die Strecke sehr rutschig ist", begründet Verstappen. Und Daniel Ricciardo (6./+0,352) ergänzt: "Wir glauben, dass wir mit den Reifen besser haushalten können. Und wir dachten, dass unsere Chancen auf Pole gering sind. Also wollten wir einen Reifen haben, mit dem wir zu Beginn des Rennens attackieren können."

Grosjean: Rauchwolke gleich auf ersten Metern

Siebter wollte eigentlich Romain Grosjean werden, aber dessen Hoffnungen verrauchten schon als er für Q1 aus der Box fuhr in einer riesigen Wolke. "Wir lachen darüber. Weil wir sonst sowieso nix tun können", sagt Grosjean über seine Pechsträhne und ergänzt: "Ich glaube, ich hätte 'Best of the Rest' sein können."

Stattdessen holte sich Nico Hülkenberg (Renault) den siebten Startplatz. Dabei erlebte der Deutsche ein schwieriges Wochenende. Noch im ersten Q2-Run war er mit dem Handling unzufrieden und klagte über Untersteuern. Aber als es in Q3 drauf ankam, war er um zwei Zehntelsekunden schneller als Teamkollege Carlos Sainz (9.).

Die beiden Force Indias fuhren in Q3 nur einen Run und belegten die Positionen acht (Esteban Ocon) und zehn (Sergio Perez). "Wir haben uns total auf das Rennen konzentriert", sagt Perez. Auch wenn er weiß, dass von hinten womöglich Gefahr droht, wenn die von Kevin Magnussen (Haas) angeführten Verfolger auf härteren Reifen starten.

Alonso hofft auf Punkte

Hinter Brendon Hartley (Toro Rosso) und Charles Leclerc (Sauber) belegten Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne (McLaren) die Positionen 14 und 15. "Gestern waren wir schnell, das Auto fühlte sich gut an. Heute im Abschlusstraining nicht mehr", bedauert Alonso. "Das hat sich im Qualifying leider bestätigt. Ich glaube trotzdem, dass morgen Punkte möglich sind."

Dass Alonso in Q2 überhaupt noch dabei war, hatte er einem Last-Minute-Effort in Q1 zu verdanken. Mit dieser Runde verdrängte er Pierre Gasly (Toro Rosso) auf P16. Gasly hatte im Gegensatz zu Teamkollege Hartley auf den alten Honda-Motor zurückgerüstet - und klagte, dass dieser im Qualifying deutlich weniger Leistung bot.

Lokalmatador Lance Stroll, im Abschlusstraining noch Letzter, steigerte sich immerhin auf P17. Trotzdem wirkt er resigniert, wenn er nach seinem Verbremser in der Schikane sagt: "Ich war bis dahin um zweieinhalb Zehntel schneller als in der Runde davor. Aber ob ich jetzt 16. werde oder 17., ist auch schon egal." Teamkollege Sergei Sirotkin verwies er um 0,053 Sekunden auf P18.

19. und Letzter (Grosjean konnte ja keine Zeit setzen) wurde Marcus Ericsson (Sauber). Der Schwede vergab die Chance auf ein besseres Ergebnis mit einem Fahrfehler in Kurve 4. "Sorry", entschuldigte er sich am Boxenfunk. Dass er nach dieser Schrecksekunde nicht auch nicht mit einem Red Bull kollidierte, war Millimeterarbeit ...

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