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Grand Prix von Monaco

Ricciardo retten den Monaco-Sieg

Mit seinem angeschlagenen Auto kann Daniel Ricciardo den Sieg retten, dahinter landen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton auf den Plätzen zwei und drei.

Daniel Ricciardo hat trotz eines technischen Defekts den 76. Grand Prix von Monaco gewonnen. Der RBR-Pilot triumphierte sechsten Lauf der Formel-1-Saison 2018 vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes) und wurde damit nach der souveränen Pole-Position auch im Rennen seiner Favoritenrolle gerecht.

Aber die 78 Runden waren nicht der Spaziergang, den sich Ricciardo gewünscht hatte. "Schon vor Halbzeit verlor ich plötzlich Leistung. Ich dachte, das war's", erinnert er sich. Der nunmehr zweimalige Saisonsieger spielt auf die Phase zwischen Runde 17 und 30 an, als dreieinhalb Sekunden Vorsprung auf Vettel plötzlich weg waren.

Bei Start und Ziel hätte Ricciardo in Runde 30 fast die Führung verloren, als ihm 30 km/h Topspeed fehlten. Des Rätsels Lösung: Sein sechster Gang ließ sich nicht mehr einlegen! "Ich hatte schon ein paar Zweifel, ob ich durchkomme", gibt er zu. "Aber dank des Teams haben wir es hinbekommen. Und jetzt bin ich Monaco-Sieger! Das ist die Wiedergutmachung für 2016."

Mit dem Verlust des siebten Gangs war es nicht getan. "Das wäre schön gewesen. Es war massiver", erklärt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Auch die MGU-K streikte. Doch das Team reagierte perfekt, stellte die Bremskraftverteilung um, passte das Motormapping an - und Ricciardo musste seine Fahrweise anpassen. Marko: "Ich glaube nicht, dass irgendein anderer Fahrer das gekonnt hätte!"

Vettel wurde in Ricciardos Rückspiegel nur einmal kurz bedrohlich groß. Doch spätestens nach der virtuellen Safety-Car-Phase ein paar Runden vor Schluss, durch die der Abstand von 1,9 auf 5,2 Sekunden anwuchs, war die Entscheidung gefallen. Am Ende hatte Ricciardo 7,3 Sekunden Vorsprung - und das, obwohl ihm laut Red Bull 25 Prozent Leistung fehlten!

Vettel: Keine Chance gegen Ricciardo

"Wir hatten eigentlich die Pace, aber es war ein schwieriges Rennen. Daniel konnte immer die richtige Antwort geben", seufzt Vettel. "Im ersten Stint konnte ich ihm noch locker folgen, aber als Lewis an die Box kam, begann er zu pushen. Da konnte ich nicht mehr folgen." Dass er in den letzten Runden so dramatisch abfiel, lag an der Reifentemperatur: "Die konnte ich nach dem Re-Start nicht halten."

Monaco 2018 war trotz der Premiere des Hypersoft-Reifens das erwartete Einstopprennen. Hamilton eröffnete in der zwölften Runde die Boxenstopps der Topfahrer. Aus dem versuchten Undercut gegen Vettel wurde nichts - auch, weil Hamilton zunächst hinter Esteban Ocon (Force India) auf die Strecke kam. Der Mercedes-Kundenfahrer zeigte sich beim Überholen aber kooperativ.

Letztendlich ergaben sich durch die Boxenstopps auf den vorderen Rängen keine Positionsverschiebungen. Trotzdem spielten die Reifen eine interessante Rolle. Zuerst bei Kimi Räikkönen, der die Overcut-Idee seiner Crew offenbar bescheuert fand und das via Boxenfunk genervt ausrichtete.

Und dann bei Hamilton, der seinem Renningenieur mehrmals in den Ohren lag, man möge doch bitte die immer stärker grainenden Reifen wechseln. Hamilton hatte nicht den Überblick dafür, zu realisieren, dass ihn das im Ergebnis auf Platz fünf zurückgeworfen hätte. Im Nachhinein sieht er ein: "Die Red Bulls waren hier einfach am schnellsten." Trösten kann er sich mit der WM-Führung, 14 Punkte vor Vettel.

Nico Hülkenberg (Renault) setzte wie erwartet auf eine von den Top 10 abweichende Strategie, indem er einen langen ersten Stint fuhr und dann von Ultrasoft auf Hypersoft wechselte. Auf den vor ihm liegenden Pierre Gasly hatte er schon zwölf Sekunden Rückstand, am Ende des Rennens klebte Hülkenberg aber im Getriebe des Toro Rosso. Für einen Angriff reichte es nicht mehr: Platz acht.

Bevor er Jagd auf Gasly machen konnte, wurde Hülkenberg von Teamkollege Carlos Sainz durchgewunken, der mit den älteren Reifen chancenlos war. Sainz half Hülkenberg auch insofern, als er Max Verstappen (Red Bull) rundenlang hinter sich hielt. Kaum war Verstappen an Sainz vorbei, fuhr er um vier Sekunden schneller.

"Dieses Rennen", seufzt der Spanier, "war von Anfang an eine Katastrophe. Obwohl ich versuchte, die Reifen zu schonen, bauten die Vorderreifen extrem schnell ab. Ich weiß nicht warum, wir müssen das untersuchen. Und die Entscheidung, in Runde 15 auf Ultrasoft zu wechseln, war auch nicht gerade ein Goldgriff."

Verstappen gewann am Start zwei Positionen, zeigte auch in weiterer Folge das eine oder andere Überholmanöver und brachte sich durch einen langen ersten Stint auf Punktekurs. Schlussendlich kam er als Neunter ins Ziel - eingeklemmt im Renault-Sandwich. "Wir haben unser Ergebnis maximiert. Mehr war halt nicht drin", sagt er.

Schwerer Unfall von Sauber-Rookie Leclerc

In einem nicht allzu actionreichen Rennen, in dem der Wettergott gnädig blieb und den luftig bekleideten Millionärs-Girls einen Regenschauer ersparte, sorgte ausgerechnet Lokalmatador Charles Leclerc für die Schrecksekunde des Tages. Leclerc kämpfte gegen Brendon Hartley (Toro Rosso) um Platz elf, als die beiden ausgangs Tunnel bei knapp 300 km/h kollidierten.

Doch was auf den ersten Blick nach einem Blackout des Sauber-Rookies aussah, war in Wahrheit ein Bremsversagen. Leclerc versuchte sogar noch, dem Toro Rosso auszuweichen, indem er sich regelrecht gegen die Leitplanken quetschte - aber der Platz dort reichte nicht aus, und so flog Hartleys Heckflügel weg.

Für Hartley war es nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Gleich in der ersten Runde hatte er einen "Kontakt" gemeldet, bei dem er einen Teil des Frontflügels verlor. Trotzdem kam er zunächst nicht an die Box. Letztendlich sah er die Zielflagge nicht - für seine Zukunft bei Toro Rosso eher nicht hilfreich.

Bis zur Kollision Hartley-Leclerc hatte es nur einen Ausfall gegeben, als Fernando Alonso an siebter Stelle liegend mit Getriebeschaden ausrollte. Pech hatte auch Sergio Perez: Der Force-India-Fahrer lag in den Punkterängen, als sein Boxenstopp verpatzt wurde. Letztendlich wurde er Zwölfter, unmittelbar hinter Marcus Ericsson (Sauber) und eineinhalb Sekunden hinter einem WM-Punkt.

Den schwärzesten Monaco-Sonntag in der Teamgeschichte erlebte Williams. Das Fiasko begann schon vor dem Start: Bei Sergei Sirotkin, der sich überraschend auf Rang 13 qualifiziert hatte, waren beim Drei-Minuten-Signal noch nicht alle Reifen montiert. Das wurde reglementkonform mit einer Zehn-Sekunden-Strafe geahndet.

Dabei hatte der Russe zunächst eine Position gegen Stoffel Vandoorne (McLaren) gewonnen und fuhr solide an zwölfter Stelle. Als Sirotkin seine Strafe absaß, hatte es zunächst den Anschein, als hätte ein Mechaniker sein Auto berührt, was nicht erlaubt ist. Die FIA-Rennkommissare untersuchten den Zwischenfall, sprachen diesmal aber keine Strafe aus.

Für Teamkollege Lance Stroll lief es genauso frustrierend. Zuerst zog er sich (vermutlich) bei einem Duell mit Ericsson einen Reifenschaden zu. Unmittelbar nach dem Reifenwechsel drehte Stroll zur Verwirrung vieler Experten plötzlich die schnellste Runde, drei Sekunden schneller als die Weltspitze! Und trotzdem kamen die Williams-Fahrer als Vorletzter und Letzter ins Ziel.

Beim nächsten Rennen in zwei Wochen in Kanada könnte das aber schon wieder ganz anders aussehen. Montreal gilt im Gegensatz zu Monte Carlo als Hochgeschwindigkeitsstrecke mit einem ganz anderen Anforderungsprofil. Der siebte WM-Lauf 2018 findet am 10. Juni auf dem Circuit Gilles Villeneuve statt.

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Keine Strafe für Leclerc Keine Strafe für Leclerc Qualifying - Bericht Qualifying - Bericht

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