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Grand Prix von Spanien

Strafe, weil Grosjean am Gas blieb

Haas-Pilot Romain Grosjean über seine missglückte Unfallvermeidung beim GP von Spanien; Rückversetzung ausgerechnet in Monte Carlo.

Romain Grosjean war nach seinem Dreher in Runde 1 des Grand Prix von Spanien der Meinung, es hätte noch schlimmer ausgehen können. Der Haas-Pilot hatte die Kontrolle über sein Auto verloren und sich mitten im Feld quergestellt. Nico Hülkenberg und Pierre Gasly hatten keine Chance mehr auszuweichen. Für die Aktion sprach die Rennleitung eine Rückversetzung für Monaco gegen ihn aus. Was sich nicht nur die aufgebrachten Leidtragenden fragen: Warum ist Grosjean auf dem Gas geblieben, als ihm das Heck ausbrach?

Der Auslöser der Vorfalls war Magnussen, dem in der zweiten Kurve kurz das Auto ausbrach, wodurch Grosjean ruckartig ausweichen musste. Der plötzliche Lastwechsel kombiniert mit den Luftverwirbelungen der vorausfahrenden Autos sorgte bei Grosjean für ein massives Übersteuern. Er versuchte, den Wagen mit Vollgas zu stabilisieren, wodurch er sich aber ins Feld zurückdrehte.

Der Franzose war nach dem Vorfall sichtlich niedergeschlagen. Er entschuldigte sich bei den Fahrern, dessen Rennen er beendete, verteidigte sich aber auch: "Ich habe die Kontrolle über das Heck verloren und noch versucht, es wieder in den Griff zu bekommen. Das hat aber einfach nicht klappen wollen. Wenn ich gebremst hätte, wäre das Auto genauso gerutscht. Ich bin auf dem Gas geblieben, um es herumzudrehen und wenigstens nicht komplett in der verkehrten Richtung zu stehen."

Autos, die nach einem Startunfall in die falsche Richtung schauen, hat man in der Formel-1-WM schon oft gesehen. Grosjean verwies darauf, dass das nicht immer gut ausging und er es besser machen wollte: "Ich denke, es ist ein menschlicher Reflex. Man muss sich nur Rosberg in Malaysia 2016, Vettel in Brasilien 2012, oder Michael Schumacher in Abu Dhabi 2010 anschauen. Wenn ich gebremst hätte, wäre es auch so ausgegangen. Sobald das Auto wieder auf die Strecke zurücklenkt, wird es schwierig."

Im Fall Schumacher hat es tatsächlich zu einem Auffahrunfall geführt, der nur mit Glück glimpflich verlaufen ist. Die Stewards wollten der Erklärung, er habe Gas gegeben, um die Strecke zu überqueren und so aus dem Weg der anderen zu kommen, jedoch nicht so recht glauben. Auf Videos hätte man gesehen, dass Grosjean schon links neben der Strecke gewesen sei, seine Aussagen seien reine Spekulation. Deswegen muss er in Monaco drei Plätze weiter hinten starten und hat zwei Strafpunkte bekommen.

Kevin Magnussen entschuldigte sich dafür, Grosjean im Weg gewesen zu sein, doch selbst der für seine eher aggressive Fahrweise bekannte Däne verstand nicht ganz, wie sein Teamkollege reagiert habe. "Das war keine gute Idee. Wahrscheinlich wollte er sich um 360 Grad drehen um weiterzufahren, aber es konnte ja auch keiner etwas sehen." Nach dem Unfall hinter dem Safety Car in Baku war es schon der zweite Aussetzer Grosjeans in der laufenden Saison; in seiner mittlerweile achten Formel-1-Saison hat er bisher noch keine Punkte geholt. So eine Negativserie hatte er zuletzt 2012, als er in Spa als Auslöser eines Massencrashs benannt wurde und dafür eine Rennsperre erhielt.

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