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Nach Überschlag: Ericsson froh über Halo

Sauber-Pilot Marcus Ericsson stellt sich nach seinem Monza-Unfall auf die Seite der Halo-Befürworter: "Unglaublich", wie sicher das System ist.

Fotos: PHOTO4

Nach Charles Leclerc am vergangenen Wochenende sorgte der zweite Sauber-Pilot am Freitag in Monza für schockierende Szenen auf der Rennstrecke. Marcus Ericsson bog bei 324 km/h aufgrund eines Fehlers im DRS-System urplötzlich auf gerader Strecke ab und überschlug sich mehrfach.

Am Samstag war er bereits wieder im Qualifying am Start und hatte außer einem steifen Nacken keine Verletzungen zu beklagen. "Das ist schon ziemlich unglaublich", muss der Schwede zugeben. Den Cockpitschutz Halo lobt er ausdrücklich.

"Zum Zeitpunkt des Unfall habe ich nicht daran gedacht, aber als ich das Halo danach sah - das war ziemlich beschädigt. Man wüsste nicht, was ohne dem Halo passiert wäre. Es hat aber definitiv nicht geschadet, dass es drauf war", meint Ericsson am Samstag auf die Vorrichtung über der Cockpitöffnung angesprochen.

Eine Woche zuvor vollbrachte der "Heiligenschein" bereits seine Dienste, als Fernando Alonso über den Boliden von Charles Leclerc flog. Zwei heftige Unfälle innerhalb einer Woche und bei beiden spielte die neu eingeführte Sicherheitsmaßnahme keine unbedeutende Rolle. "Ich war schon immer ein Befürworter davon", erklärt Ericsson. "Speziell am vergangenen Wochenende haben wir gesehen, dass es aus gutem Grund existiert."

Noch ist nicht klar, ob das Halo auch bei Ericssons Unfall tatsächlich geholfen hat - aber allein der psychologische Aspekt der Vorrichtung ist nicht zu verkennen. "Es ist immer gut zu wissen, dass man ein bisschen mehr Schutz über dem Kopf hat, wenn man durch die Luft fliegt und sich überschlägt. Was mir außerdem beim Anschauen des Unfalls vom vergangenen Wochenende aufgefallen ist: Ich registriere es gar nicht mehr, wenn ich die Autos ansehe. Es ist gut, dass wir es haben."

Mit einem steifen Nacken resümiert der 27-Jährige: "Es ist ehrlich gesagt ziemlich unglaublich, dass man sich nur steif fühlt im Nacken, wenn man bei über 300 km/h crasht und sich mehrfach überschlägt. Das sagt sehr viel über die heutige Sicherheit in der Formel 1 aus." Beim Ausgang des Unfalls geholfen hat auch, dass die Energie bereits durch die Überschläge frei wurde und Ericsson nicht direkt in eine Mauer einschlug.

"Ich war ziemlich glücklich darüber, dass nirgendwo eine Wand stand am Ende." Während der mehrfachen Überschläge wurden dreimal mehr als 25G gemessen - 25 Mal sein Körpergewicht wirkte auf den Sauber-Piloten ein. "Man ist danach definitiv mal richtig durchgeschüttelt."

"Eigenartig" sei jedoch nach wie vor der Unfallhergang (DRS-Defekt). "Dieser Unfall war so unmittelbar und unvorhersehbar. Ich bin einfach auf die Bremsen gestiegen, plötzlich dreht sich das Auto bei dieser hohen Geschwindigkeit und beginnt durch die Luft zu fliegen. Ich habe währenddessen nicht verstanden, was gerade passiert und warum." Zuvor erlebte Ericsson erst einmal ein ähnliches Erlebnis, in Silverstone 2016 überstand er einen heftigen Einschlag in Stowe unbeschadet.

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