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Austin-Disqualifikation: Haas bereut nichts

Das Haas-Team bereut es nicht, dass Kevin Magnussen bis zuletzt attackiert hat - Esteban Ocon hadert: Hätte nach zwei Runden Feierabend machen können.

Am Ende waren es 170 Gramm zu viel, die Kevin Magnussen beim Großen Preis der USA 2018 um den neunten Platz brachten. Der Däne hatte in Austin 0,1 Liter zu viel Sprit im Rennen verbrannt und verlor damit seine zwei WM-Punkte durch Disqualifikation. Das Haas-Team akzeptiert die harte Strafe, bereut aber nicht, Magnussen so ans Limit gebracht zu haben.

"Wir sind ein hohes Risiko eingegangen und haben zu lange attackiert. Dann konnten wir es nicht mehr zurückgewinnen. Wir haben schlicht versucht, Ocon zu attackieren und es ist sich nicht ausgegangen. Es war unser Fehler - ich versuche da gar nicht erst, eine Ausrede zu finden. Wir sind zu viel Risiko gegangen, Punkt. Aber es gibt Momente, in denen man attackieren muss. Man kann nicht einfach dasitzen und abwarten. Wir haben es versucht und verloren. Wir übernehmen die Verantwortung dafür. Aber wir bereuen nichts."

Keinen Vorwurf macht der Haas-Teamchef seinem Fahrer Kevin Magnussen, der gleichzeitig Esteban Ocon attackierte und sich gegen Sergio Perez verteidigte: "Es liegt nicht an ihm. Er tat, was er tun musste und wusste nicht über die genauen Zahlen Bescheid. Die kennen nur wir. Es ging um "Lift-and-Coast" und man kann dem Fahrer keinen Vorwurf machen, wenn er nicht genug gespart hat. Wenn er überholt worden wäre, würde man ihn jetzt fragen, warum er nicht das kleine bisschen mehr gepusht hat."

Ist Räikkönen Schuld an der Disqualifikation?

Haas wusste bereits das ganze Rennen über, dass man mit dem Sprit knapp dran ist. Doch die Hoffnung lag darin, dass Kimi Räikkönen das Paket noch überrunden würde. "Zwei Runden lang hätte Räikkönen uns beinahe überrundet. Aber er musste scheinbar ebenfalls Sprit sparen, deshalb ist es nicht dazu gekommen. Hätte Perez Blaue Flaggen bekommen, dann hätten wir erreicht, was wir erreichen wollten. Letztlich war er genau an der Grenze zu Blauen Flaggen. Räikkönen kam nie nahe genug heran. Da will man einmal die Blaue Flagge haben und kommt sie nicht!"

Im Kampf gegen Renault um Platz vier in der Konstrukteurswertung war die erneute Disqualifikation (in Monza hatte es schon Romain Grosjean erwischt) ein weiterer Rückschlag. Insgesamt hat Haas in der Formel-1-Saison 2018 bereits so viele Punkte liegen gelassen, dass dem Team ein womöglich sicherer vierter Platz durch die Finger rinnt.

Steiner aber sieht es aus der Perspektive eines Racers: "Ein Kampf kann niemals zu eng sein. Das macht es erst interessant. Genau deshalb fahren wir doch! Würden wir sicher auf Platz vier liegen oder Rang vier außer Reichweite sein, warum sollten wir dann dieses Risiko eingehen? Genau deshalb ist der Motorsport, was er ist. Racing sollte Racing sein. Wir wollten etwas erreichen und haben deshalb attackiert. Am Ende haben wir verloren."

Ocon: Sind zu oft bei den Rennstewards

Letztlich wäre die Attacke gar nicht nötig gewesen, denn auch Esteban Ocon wurde nach dem Rennen disqualifiziert. Sein Force India VJM11 hatte kurzzeitig das maximale Benzindurchflusslimit von 100 Kilogramm pro Stunde kurzzeitig überschritten. Der Franzose akzeptiert die Disqualifikation, ist aber mit einer Sache unzufrieden: "Was mich am meisten nervt, ist die Tatsache, dass ich das ganze Rennen über gepusht und alles gegeben habe und faktisch auch nach der zweiten Runde hätte stoppen können."

Doch der Verstoß flog erst nach dem Rennen auf. Ein kleiner Kalibrierungsfehler sorgte dafür, dass der Benzindurchflussbegrenzer ("Fuel Flow Meter") in der ersten Runde kurzzeitig zu viel und dann zu wenig Sprit durchließ. Unterm Strich kein Vor- sondern eher ein Nachteil für den Force-India-Piloten. Doch alleine die Tatsache, dass das Limit einmal kurz überschritten wurde, reichte zur Disqualifikation aus.

Diese wurde bei den Stewards nach dem Rennen ausgesprochen. Das Team wurde vorgeladen, Ocon ebenfalls. "Aber ich habe die ganze Zeit nichts gesagt", erinnert er sich. "Sie haben mich nie etwas gefragt. Aber unterm Strich waren wir in letzter Zeit etwas zu oft in diesem Raum. Mittlerweile wissen wir, wo der Fehler lag. Wir werden in Zukunft auf solche kleinen Dinge achten und hoffen, dass es nicht wieder geschieht."

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