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Grand Prix von China

Teamkollision ging Stallorder voraus

Dem letztlich rennentscheidenden Crash zwischen den Toro-Rosso-Piloten Gasly und Hartley in China ist eine Teamorder vorausgegangen.

Zwei STR13 kollidieren miteinander, woraufhin das Safety Car herauskommt und das Schwesterteam in die ideale Ausgangsposition für den späteren Grand-Prix-Sieg bringt. Klingt nach einer Verschwörungstheorie, hat aber insoweit einen wahren Kern, als der missglückte Überholversuch nach einer teaminternen Absprache erfolgte – rein chronologisch, versteht sich.

In Runde 31 räumte Pierre Gasly seinen Stallkollegen Brendon Hartley in der Spitzkehre nach der langen Geraden ab und sorgte damit für den Albtraum jedes Teamchefs, doch nach dem Rennen stellte sich heraus, dass der Neuseeländer die Anweisung hatte, den Franzosen vorbeizulassen, weil dieser auf einer anderen Strategie war; das erklärt auch Gaslys im ersten Moment seltsam erscheinenden "Er hat die Tür zugemacht!"-Funkspruch.

Vor dem Rennen hatte man ausgemacht, dass es einen Platztausch geben würde, sollten sich die beiden Fahrer auf unterschiedlichen Strategien befinden und im Rennen begegnen. "Am Funk hatten sie mir gesagt, dass mich Brendon am Ende der Geraden vorbeilassen wird", schilderte Gasly, "also habe ich erwartet, dass er mich vorbeilässt und bin auf die Innenseite gefahren."

Doch Hartley fuhr die normale Linie, sodass es zur Kollision kam, bei der sich dieser drehte, wofür Gasly eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt. Laut Gasly habe ihm sein Teamkollege nach dem Grand Prix gesagt, dass er ihn einfach nicht gesehen habe; für den Franzosen war es in diesem Moment aber schon zu spät: "Es gab nichts, was ich hätte tun können. Ich habe noch versucht zu bremsen und ihm auszuweichen, aber es war viel zu spät."

Für Gasly handelte es sich in diesem Fall einfach um eine Fehlkommunikation. Man habe sich vor dem Rennen verständigt, den Teamkollegen an dieser Stelle passieren zu lassen, doch Hartley habe ihn später vorbeilassen wollen, denn so sei es ausgemacht gewesen, wie der Neuseeländer erklärte: "Vor dem Rennen hieß es: 'Lass ihn am Kurvenausgang vorbei.'" So wollte er das auch umsetzen.

Bereits im ersten Reifenstint hatte es einen solchen Platztausch gegeben, als Hartley auf 'ultrasoft' große Probleme hatte. Schon dabei hatte Hartley Gasly erst am Kurvenausgang passieren lassen. "Als ich das zweite Mal darum gebeten wurde, wollte ich dasselbe machen, aber er muss gedacht haben, dass ich die Tür eingangs der Kurve offen lasse – das war aber nicht der Fall", schilderte er weiter.

So kam es schließlich zur teaminternen Kollision, die das Rennen auf den Kopf stellte. "Im Fernsehen sieht das natürlich richtig schlecht für mich aus", gab Gasly zu, blieb allerdings bei seiner Meinung, dass der Tausch am Kurveneingang passieren hätte sollen. "Das war ziemlich klar, von daher habe ich nie erwartet, dass er so einlenkt. Wenn wir in einem Kampf gewesen wären, hätte ich das niemals probiert."

Hartley musste sein Fahrzeug schließlich fünf Runden vor dem Ende mit Getriebeproblemen abstellen, Gasly landete nach seiner Strafe auf Rang 18, obwohl er eigentlich auf Rang 15 ins Ziel gekommen war. "Um ehrlich zu sein, macht das auf unserer Position keinen Unterschied", sagte er über die zusätzlichen zehn Sekunden. "Das Wichtigste ist, dass wir sicherstellen, dass wir daraus lernen und beim nächsten Mal eine bessere Kommunikation haben."

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