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Grand Prix von Spanien

Brendon Hartley: Die Unfall-Analyse

Toro-Rosso-Pilot Brendon Hartley überstand im dritten Freien Training einen schweren Unfall unverletzt.

Der Neuseeländer musste aber das Qualifying zum Grand Prix von Spanien auslassen, weil sein Bolide extrem stark beschädigt wurde. In den letzten Minuten des dritten Freien Trainings flog Hartley in Kurve 9 von der Strecke. Das ist eine der schnellsten und gefährlichsten Stellen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Die Rennleitung brach das Training ab.

2008 hatte dort Heikki Kovalainen nach einem Reifenplatzer einen schweren Unfall. Aber während der Finne damals frontal in die Reifenstapel einschlug, drehte sich Hartley mit dem Heck weg. "Es war der schwerste Unfall, den ich seit langer Zeit hatte", atmet der 28-Jährige durch. "Es passierte sehr schnell. Ich verwende den Randstein am Kurveneingang so wie viele Fahrer sehr oft, aber in dieser Runde war ich zwei oder drei Zentimeter zu weit draußen."

Beim Einlenken erwischte Hartley mit dem linken Hinterreifen das Gras hinter dem Randstein auf der Außenseite der Kurve. Das reichte, um das Auto in einen Dreher zu schicken. "Ich glaube, dort ist eine Mulde, aber es drehte mich so schnell herum. Ich war nur noch Passagier und es gibt viele Schäden." Hartley meldet gleich über Funk, dass er okay ist und fuhr dann alle Systeme im Auto herunter. Er konnte auch selbständig aussteigen und den Unfallort verlassen.

Im Onboard-Video läuft die Szene in Sekundenbruchteilen ab, aber ein Fahrer erlebt so einen Crash ganz anders als ein TV-Zuschauer: "Es passiert in Zeitlupe", schildert der 28-Jährige. "Ich spürte, dass das Auto verlangsamte, aber ich fuhr rückwärts Richtung Mauer. Man weiß also nicht, wann der Aufprall passiert. Ich habe in die Rückspiegel geblickt und mich darauf vorbereitet, aber Spaß macht so etwas nie."

Dass Hartley unverletzt ausgestiegen ist, zeigt die modernen Sicherheitsstandards der Formel 1. Er spürt lediglich seine Muskeln. "Ich habe keine Gehirnerschütterung, aber ich spüre meinen Nacken etwas. Ich weiß nicht, wie hoch die G-Kräfte waren, aber ich werde es morgen sicher spüren. Trotzdem bin ich sicher, dass ich fit genug bin, um das Rennen zu fahren." Schlechter war der Zustand des Autos. Toro Rosso muss genau überprüfen, ob das Chassis nicht beschädigt ist.

Als der Kran das Auto hochhob, brach im Heck der Motor ab und plumpste auf dem Boden. Das Auto war ein Totalschaden. "Soweit ich verstanden habe, ist das Chassis nicht beschädigt", sagt Hartley. Bei so einem schweren Unfall wird das Auto in Ruhe zerlegt, die Teile werden auf Schäden überprüft und dann wird das Auto sorgfältig wieder zusammengebaut. Alle wichtigen Anschlüsse und Verkabelungen müssen in Ordnung sein.

In der Regel werden die Autos vom Freitag auf den Samstag routinemäßig gestripped. Die Mechaniker sind deshalb mit den Abläufen vertraut. Von Samstag auf Sonntag wird das wegen der Parc-Ferme-Regel normalerweise nicht getan. Motorpartner Honda bestätigte, dass die Antriebseinheit stark beschädigt wurde und komplett ausgetauscht werden muss. Anschließend wird man in Japan die Teile genau untersuchen.

Da Hartley nicht im Qualifying fahren konnte, wird er den Grand Prix als 20. und Letzter starten müssen. Zum zweiten Mal in Folge konnte er keine einzige Runde im Qualifying fahren. "Ich weiß, dass ein Toro Rosso im Vorjahr von hinten startete und einen Punkt ergattert hat", denkt Hartley an die Aufholjagd von Daniil Kwjat zurück. "Heute war nicht mein Tag. Es war enttäuschend, dass ich keine Chance hatte, im Qualifying anzugreifen."

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