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Grand Prix der USA

Bottas siegt, Hamilton ist Weltmeister

Valtteri Bottas gewinnt den Grand Prix der USA, Lewis Hamilton wird Zweiter und sichert sich seinen sechsten WM-Titel.

Valtteri Bottas hat sein Möglichstes getan, um den WM-Kampf noch offen zu halten, doch es reichte nicht. Obwohl der Finne das Rennen auf dem Circuit of the Americas für sich entscheiden konnte, reichte Hamilton der zweite Platz, um zum sechsten Mal Formel-1-Weltmeister zu werden. Dritter wurde Max Verstappen (Red Bull).

Die Entscheidung um den Sieg zwischen den beiden Mercedes-Piloten fiel in der Schlussphase. Bottas hatte einmal mehr gestoppt und holte auf weicheren Reifen immer weiter auf Hamilton auf, bevor er ihn im direkten Zweikampf fünf Runden vor Schluss überholte.

Für Ferrari wurde das Rennen derweil zum Debakel. Charles Leclerc hatte als Vierter bereits mehr als 50 Sekunden Rückstand auf die Spitze, sein Teamkollege kam nicht ins Ziel.

Totaler Triumph für Mercedes beim Grand Prix der USA: Valtteri Bottas hat das Rennen in Austin, Texas, gewonnen und damit seinen zweiten WM-Platz abgesichert - und Lewis Hamilton reichte ein zweiter Platz, um seinen sechsten Titel in der Formel 1 endgültig zu fixieren. Der große Traum, erstmals seit Austin 2015 ("Cap-gate") mit einem Sieg Weltmeister zu werden, blieb Hamilton aber verwehrt.

Am Ende waren es 4,1 Sekunden, die Hamilton auf den elften Saisonsieg fehlten. Am Start überholte er zunächst die beiden Ferraris, anschließend setzte er - anders als Bottas und Max Verstappen (3./Red Bull) - auf eine Einstoppstrategie. Mit dieser lag er bis zur 52. von 56 Runden auf dem Circuit of The Americas in Führung.

Bereits in der 51. Runde hatte Bottas Hamilton attackiert, aber der schlug knallhart die Tür zu. Bottas ließ sich davon nicht unterkriegen, attackierte in der Runde drauf gleich noch einmal - und fuhr diesmal mit DRS-Knopf einfach am Teamkollegen vorbei. Obwohl sein WM-Traum jetzt ausgeträumt ist, sagt er: "Ich freue mich über diesen Sieg."

Hamilton "dachte nicht, dass ein Stopp möglich sein würde. Aber ich habe alles unternommen, damit es funktioniert." Unter anderem ignorierte er die erste Aufforderung von Renningenieur Peter Bonnington, er möge bitte an die Box kommen. "Chefstratege Hamilton ist halt draußen geblieben", schmunzelt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Hamiltons Reifen (Hard) hatten um elf Runden mehr auf dem Buckel als jene von Bottas (Medium). "Glücklicherweise war meine Pace so gut, dass selbst die Zweistoppstrategie funktioniert hat. Die war vorher nicht geplant", analysiert Bottas. "In Richtung Hamilton sagt er: "Ich habe mein Ziel dieses Jahr nicht erreicht. Aber Lewis verdient das. Er ist eine starke Saison gefahren."

Letztendlich war Austin ein totaler Triumph für Mercedes. Verstappen war bei weitem nicht so gefährlich, wie es das Ergebnis (nur 0,9 Sekunden Rückstand auf Hamilton) suggeriert. Das weiß der Red-Bull-Pilot auch selbst: "Wir haben unser Bestes gegeben. Sie waren heute einfach ein bisschen schneller. Für uns war es ein sehr gutes Rennen."

Denn Ferrari spielte im ersten Rennen nach der Veröffentlichung einer neuen Motoren-Richtlinie durch die FIA nicht die geringste Rolle im Kampf um das Podium. Charles Leclerc (4.) blieb als Trostpreis nur, nach einem späten Reifenwechsel zumindest den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde abzustauben. Sein Rückstand auf Sieger Bottas: 52,2 Sekunden.

Für Sebastian Vettel rückt die Hoffnung auf den dritten WM-Schlussrang (19 Punkte Rückstand) indes in weite Ferne. Der Ferrari-Pilot erwischte in Austin einen mäßigen Start, verlor gleich in der ersten Kurve eine Position an Verstappen - und kam als Sechster aus der ersten Runde zurück! In der zweiten Runde wurde er auch noch von Daniel Ricciardo (Renault) geschnupft.

Vettel klagte bereits in der zweiten Runde am Funk über "Untersteuern", wunderte sich aber, da er eigenen Angaben nach niemanden berührt hatte. "In den Rechtskurven", sagt er, "fühlte sich das Auto komisch an. Es muss vorher schon was gewesen sein. Ganz komisch, denn direkt nach dem Start hatte ich überhaupt keinen Grip."

Als Ricciardo einmal vorbei war, fand Vettel trotz des angeschlagenen Autos wieder so etwas wie einen Rhythmus. Aber in der achten Runde war Endstation: In Kurve 9 brach die rechte Hinterradaufhängung des Ferrari. Möglicherweise eine Folge der an diesem Wochenende heiß diskutierten Bodenwellen in Austin, spekulieren manche.

Bei Ferrari lief ausgerechnet am 50. Geburtstag von Teamchef Mattia Binotto alles schief: Zuerst die schlechte erste Runde von Vettel, dann dessen Ausfall. Kurz darauf wurde Leclerc gebeten, er möge aus Sicherheitsgründen die Randsteine vermeiden - und Leclercs erster Boxenstopp dauerte wegen eines Problems mit dem Schlagschrauber geschlagene 7,7 Sekunden.

Leclerc hatte in der ersten Kurve rechts hinten einen leichten Schlag von Alexander Albon (Red Bull) abbekommen, der seinerseits zwischen Leclerc und Carlos Sainz (McLaren) eingeklemmt wurde. Albon musste am Ende der ersten Runde an die Box kommen und startete danach eine furiose Aufholjagd vom letzten Platz, die ihn immerhin noch auf Platz fünf führte.

Sechster wurde Ricciardo, der ein starkes Rennen fuhr. An diese Performance konnte Nico Hülkenberg im zweiten Renault nicht anknüpfen: "Die erste Runde hat's für mich schwierig gemacht, weil ich Positionen verloren habe. Ich hatte eigentlich einen sehr guten Start, wurde aber dann ein bisschen weggedrückt", ärgert er sich.

Der Deutsche wurde letztendlich Neunter ("Ist ganz versöhnlich"), 3,9 Sekunden hinter Sainz und 4,3 Sekunden vor Daniil Kwjat (Toro Rosso), der aber genau wie in Mexiko eine Last-Minute-Strafe kassierte (diesmal für sein Manöver gegen Sergio Perez, der den Punkt stattdessen erbte). Bereits zuvor hatte Kwjats Crew den Boxenstopp verpatzt: 6,2 Sekunden Standzeit.

Lando Norris (McLaren) kam als Siebter ins Ziel, unmittelbar vor seinem Teamkollegen. In der Konstrukteurs-WM hat McLaren jetzt 38 Punkte Vorsprung auf Renault und den vierten Platz fast sicher in der Tasche. Renault wiederum hat 18 Punkte Vorsprung auf Toro Rosso und ist damit Favorit, den fünften Rang zu halten.

Die Alfa Romeos spielten im Grand Prix der USA ebenso wenig eine Rolle wie das heimische Haas-Team. Kevin Magnussen schied kurz vor Schluss mit Verdacht auf Bremsdefekt aus, Romain Grosjean wurde 15. Robert Kubica sah bei seinem ersten Rennen in den Staaten die Zielflagge nicht: Er steuerte frühzeitig die Williams-Garage an.

Bei Mercedes wird am Sonntagabend gefeiert. In der WM 2019 ist alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: "Wir fliegen alle zurück. Aber im Flieger werden wir sicher was trinken", lacht Teamchef Wolff - und fügt an: "Niki geht mir ab. Ich glaube, er wäre stolz gewesen. Was wir als Team geschafft haben, alle gemeinsam, hat es davor nicht gegeben."

Die Formel-1-WM 2019 geht am 17. November mit dem Grand Prix von Brasilien weiter und am 1. Dezember mit dem Grand Prix von Abu Dhabi zu Ende.

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