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Grand Prix der USA

Schleudergang in Texas

Die Formel-1-Piloten beklagen den Streckenzustand in Austin und sprechen sogar von Rampen, die die Autos abheben lassen.

Bodenwellen machen den Charakter eine Strecke erst aus, doch in Austin ist der Bogen mittlerweile überspannt, finden die Fahrer nach dem ersten Trainingstag zum US-Grand-Prix. "Es wird in jedem Jahr schlimmer und schlimmer, aber heute ist die Grenze überschritten", sagt Sergio Perez.

Der Circuit of the Americas wird für die Formel-1-Piloten zur Buckelpiste - fast so wie beim gleichnamigen Wintersport. "Ich habe noch nie eine so wellige Strecke erlebt", meint Valtteri Bottas. Vor allem beim Anbremsen auf Kurve 1 war das in den Fernsehbildern gut zu sehen, aber auch einige andere Stellen haben die Autos fast zum Abheben gebracht.

"Es ist fast wie ein Buckel oder eine Rampe. An einigen Stellen heben deine Räder vom Boden ab", sagt Max Verstappen. Und das ist für die Fahrer äußerst unangenehm - vor allem für den Rücken. "Ich habe immer etwas Angst, dass ich mir meinen Rücken verletzte", sagt der Niederländer weiter. "Das müssen wir uns auf jeden Fall anschauen."

Lewis Hamilton klagte derweil nach dem ersten Training über starke Kopfschmerzen. "Es ist mit Abstand die welligste Strecke, auf der ich je gefahren bin", klagt er. "Mein Problem ist, dass unsere Radaufhängung nicht viel Spiel hat. Wenn die Bodenwellen auf den Unterboden schlagen, geht das direkt in meine Wirbelsäule. Ich hatte nach dem ersten Training echt Kopfweh und musste mich hinlegen. Das war nicht so toll."

Mercedes behalf sich mit einigen Einstellungen, um die Probleme in der zweiten Session abzumildern, doch das generelle Problem ist geblieben. Die körperlichen Beschwerden waren aber nicht die einzigen unangenehmen Auswirkungen.

Die Bodenwellen machen das Auto so instabil, dass sich am heutigen Trainingsfreitag zahlreiche Fahrer gedreht haben. Romain Grosjean erwischte es sogar so, dass er mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung knallte. "Das ist inakzeptabel", schimpft Sergio Perez und geht davon aus, dass es im Rennen noch weitere Piloten erwischen wird.

Vor allem beim Überholen besteht die Gefahr, dass man die Bodenwellen dann in einem falschen Winkel erwischt. "Und dann fährt man bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Wand", fürchtet er.

Sorgenfalten haben aber auch die Ingenieure auf der Stirn - vor allem die Motorenleute. Denn wenn die Autos für einen kurzen Moment abheben, gibt es in den Drehzahlen urplötzlich große Spitzen. "Das ist nicht gut für den Motor", weiß Lance Stroll und sieht die Grenze ebenfalls überschritten. "Das ist eher was für die Rallyecross-Jungs", meint er.

Für das nächste Jahr muss sich auf jeden Fall etwas ändern, da sind sich die Fahrer einig. "Ich bin kein Fan von ebenen Strecken. Aber das hier ist wirklich extrem", gibt sich Hamilton als einer der Wortführer. Eine kurzfristige Lösung sehen die Piloten aber für dieses Wochenende nicht.

"Ich bin kein Experte darin, aber ich schätze, dass man für morgen oder Sonntag nicht viel tun kann", sagt Perez. Somit bleibt den Piloten wohl nur eine Lösung: "Deal with it", wie Verstappen meint.

Denn einige Autos scheinen durchaus mit den Bodenwellen zurechtzukommen: "Auf den Onboards sieht man, wie die Ferraris diese Bodenwellen schlucken", hat Hamilton erkannt. "Ich weiß nicht, ob die höher fahren oder eine andere Radaufhängung haben. Da bin ich mir nicht sicher. Aber wir werden daran arbeiten."

Und für die Schonung seiner Wirbelsäule hat er auch schon eine Idee: "Vielleicht muss ich ein bisschen mehr Schaumstoff in den Sitz reinlegen", lacht er.

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