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Grand Prix von Australien

Comeback als unfreiwillige Lachnummer

So schlecht, dass es beinahe schon wieder lustig war: Robert Kubica beweist Galgenhumor, bereut sein Williams-Engagement aber nicht.

Ironie des Schicksals: Acht Jahre lang ließ Robert Kubica kaum etwas unversucht, um sich nach einem schweren Rallyeunfall wieder in die Formel-1-WM zurückzukämpfen, doch der Moment der Erfüllung seines Herzenswunsches wurde im Albert Park von Melbourne zum bitteren Albtraum.

Bereits am Start habe er Panik gehabt, weil die Ampel vom letzten Startplatz aus durch den Heckflügel des vorderen Boliden verdeckt war. Ganz ähnlich ging es weiter: Nach einem vorsichtigen Start zog Pierre Gasly im RB15 weit nach rechts und beschädigte dabei die Frontpartie des Williams. "Mir war das gar nicht bewusst, ehe ich 100 Meter später den ganzen Frontflügel verloren habe; ich dachte, es sei nur der halbe gewesen", so der Pole ironisch.

Auch nach dem dadurch nötigen Boxenhalt habe sich das nicht so toll angefühlt, gab Kubica zu, "und in der dritten Runde hat sich dann auch noch ein Rückspiegel verabschiedet, was es bei blauen Flaggen [für die häufigen Überrundungen; Anm.] noch schwieriger machte." Dennoch versuchte der 34jährige sich zu konzentrieren und begann, einen Rhythmus zu finden.

Selbst das sorgte für eine kuriose Situation. "Als ich endlich frei fahren konnte, erhielt ich die Rückmeldung, dass mein Tempo nicht schlecht sei", erinnert er sich, "es war in Anbetracht des Autos sogar gut. Ich habe fast zum Lachen angefangen, weil es sich im Cockpit so schlecht angefühlt hat."

Am Ende erreichte Kubica, der wie sein Teamkollege, der Rookie und amtierende Formel-2-Meister George Russell, zu Testzwecken mit allen drei Reifenmischungen unterwegs war, mit drei Runden Rückstand als 17. und Letzter das Ziel. Wie er sich nun fühle? "Ich reise mit mehr Erfahrung aus Australien ab und bin in Anbetracht der Umstände zufrieden", antwortet Kubica. "Ich habe nicht geglaubt, dass ich das jemals bei so einem Tempo und so einem Rückstand sagen würde, aber so ist es."

Dass er all die Mühen auf sich genommen hat, um dann mit Respektabstand am Ende des Feldes herumzufahren, bereut er laut eigenen Angaben nicht: "Ich kenne ja meine Ausgangssituation, und ich bin kein emotionaler Typ, aber für mich hat es sich nach dem Rennen so angefühlt, als hätte ich etwas Großes erreicht, auch wenn ich Schwierigkeiten hatte." Zudem wisse er, in welchen Bereichen er sich verbessern müsse, und sei ehrlich zu sich selbst.

"Sonst hätte ich es nicht zurück in die Formel 1 geschafft", ist er überzeugt. "Ich hätte ja auch GT3 oder DTM fahren können, hätte weniger Stress, wahrscheinlich mehr Spaß beim Fahren und würde mit Sicherheit um bessere Platzierungen kämpfen, aber es gibt einen Grund, warum ich hier bin." Möglicherweise werde er es am Ende der Saison bereuen, aber er werde gewiss nicht bereuen, es versucht zu haben.

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