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Grand Prix von Australien

Großer Vorsprung für Mercedes

Freitag in Melbourne: Mercedes deckt die Karten auf und hängt den Rest der Welt um 0,8 Sekunden ab. Vettel startet als Fünfter in die Saison 2019.

Der erste Freitag der Formel-1-Saison 2019 ist geschlagen - und am Ende steht wieder Mercedes vorne! Lewis Hamilton (1:22.600 Minuten) stellte im Albert Park von Melbourne eine beeindruckende Bestzeit auf, 0,048 Sekunden vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Und danach kam erst einmal lange nichts!

Sebastian Vettel, Hamilton im ersten Freien Training noch dicht auf den Fersen, rutschte am Nachmittag auf Platz fünf ab, mit 0,873 Sekunden Rückstand. Schon am Boxenfunk bezeichnete er den Ferrari SF90 als "ein bisschen wackelig" (was auch immer das bedeuten mag), obwohl Formel-1-Experte Martin Brundle findet: "Die Straßenlage des Ferrari sieht extrem gut aus."

Ebenso wie jene des Red Bull, der mit Max Verstappen (+0,800) und Pierre Gasly (+0,842) auf den Positionen drei und vier landete. Verstappen wartete lange zu, bis er mit den Longruns begann, und setzte seine Bestzeit auf den weichen Reifen spät in der Session, als die Strecke viel Grip hatte - anders als die Mercedes, die sehr früh dran waren.

"Mercedes", sagt Verstappen, "sieht wirklich sehr schnell aus." Hamilton wirkt zuversichtlich, wenn er sagt: "Wir können noch einiges verbessern. Aber das war kein schlechter Anfang." Und Bottas ergänzt: "Das Auto fühlt sich besser an als beim Testen. Wir haben zwar nicht viele neue Teile. Aber es ist uns gelungen, das Paket zu optimieren, das wir haben."

Nach den Barcelona-Tests hatte Mercedes noch befürchtet, bis zu einer halben Sekunde Rückstand zu haben. Nach dem Melbourne-Freitag sind daraus 0,8 Sekunden Vorsprung geworden. "Die Session hat gezeigt, dass mit dem Mercedes nichts fundamental verkehrt ist", sagt Brundle, warnt aber: "Man kann nach diesen drei Stunden nicht viel sagen. Außer dass Mercedes nicht so schlecht ist, wie manche geglaubt haben."

Am Freitagmorgen waren die drei Topteams noch innerhalb von 0,2 Sekunden gelegen. Das zog sich am Nachmittag auseinander. Brundle ist überzeugt: "Die sind unterschiedliche Programme gefahren." Dass Mercedes plötzlich so weit voran sein soll, übersteigt die Vorstellungskraft der Experten.

Ferrari jedoch scheint erstmals 2019 zu schwächeln. Nicht nur, was die Rundenzeiten angeht (und auch die Longrun-Tests, bei denen Mercedes beeindruckend schnell und konstant war), sondern auch in Sachen Ausführung. Charles Leclerc zum Beispiel drehte sich am Ende der Session, nachdem er zuvor ein Problem mit dem Vorderrad gemeldet hatte. Er wurde Neunter, mit 1,154 Sekunden Rückstand.

"Wir sind nicht so schnell, wie wir gerne wären", räumt Vettel ein. "Es ist aber erst Freitag, also ist es ziemlich egal. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich am 1. Dezember keiner mehr an den Freitag in Melbourne erinnern wird. Das Auto fühlt sich noch nicht ganz so an, wie ich mir das wünsche. Wir haben keinen guten Rhythmus gefunden - aber das ist hier wichtig. Wenn's morgen besser geht, ist noch einiges drin."

Kimi Räikkönen war als Sechster "Best of the Rest", nur 0,099 Sekunden hinter Vettel - und vor seinem Ferrari-Nachfolger Leclerc. Alfa Romeo bestätigt damit die starke Form aus dem Winter. Und auch Renault ist nach einem konservativ angelegten Vormittag wieder auf Schiene: Nico Hülkenberg (+0,974) wurde Siebter, 0,070 Sekunden vor Daniel Ricciardo.

Ganz glatt lief der Renault-Freitag aber nicht. Hülkenberg verpasste einen Teil der ersten Session wegen eines elektronischen Problems, wegen dem das Auto neu gebootet werden musste. Und Ricciardo konnte die zweite nur verspätet in Angriff nehmen, weil an seinem Sitz noch etwas angepasst werden musste.

Haas brachte ebenfalls ein Auto (Romain Grosjean) in die Top 10, Toro Rosso landete mit Daniil Kwjat knapp dahinter. Rookie Alexander Albon wurde 17. - und sorgte bereits am Vormittag für die erste rote Flagge der neuen Saison. Am Nachmittag legte er einen weiteren Dreher nach, diesmal in der letzten statt der ersten Kurve. Kurios auch, dass er einmal funkte, sein Helm hänge am Cockpitschutz fest.

Nicht ganz unerwartet kommt, dass Racing Point und McLaren im Moment noch nicht in der Nähe der Top 10 liegen. Und dass Williams das neue Minardi der Formel 1 ist. George Russell schlug seinen Teamkollegen Robert Kubica um zwei Zehntelsekunden - hatte aber 1,720 Sekunden Rückstand auf Platz 18 (Lando Norris im McLaren)!

"Wir hatten nicht den besten Tag, was die Rundenzeiten betrifft. Wir liegen weit hinter allen anderen", seufzt Russell. "Uns war aber schon vorher klar, dass die ersten paar Rennen echt schwierig werden. Wir fahren auch nicht mit weniger Benzin als die anderen. Alles andere als die letzte Startreihe für uns wäre eine totale Überraschung für mich."

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Vettel verunsichert Vettel verunsichert Ricciardo bummelt Ricciardo bummelt

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