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Grand Prix von China

Mercedes vorne, Probleme bei Ferrari

Hatte es im ersten Training noch zur Bestzeit durch Sebastian Vettel gereicht, fiel Ferrari am Nachmittag hinter Mercedes zurück.

Die Bestzeit im ersten freien Training zum Grand Prix von China hat sich Sebastian Vettel gesichert. Der Ferrari-Pilot setzte sich mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf Lewis Hamilton (Mercedes) an die Spitze und knüpfte damit nahtlos an das zuletzt hohe Tempo seines Teams in Bahrain an, denn während Vettel seine Bestzeit auf den härteren Mediumreifen markierte, setzte Hamilton die seine auf den weicheren Softpneus; umso bemerkenswerter war also der Abstand zwischen den Beiden.

Dritter wurde Charles Leclerc (Ferrari; + 0,256), der zu keinem Zeitpunkt des Vormittags schneller gewesen war als sein deutscher Teamkollege, vor Max Verstappen (RB Racing; + 0,423) und dem WM-Führenden Valtteri Bottas (Mercedes; + 0,742). Überraschend auf Platz sechs: Vorjahressieger Daniel Ricciardo. Der Australier fuhr seine Bestzeit zwar ebenfalls auf weichen Reifen, trotzdem war sein Vorsprung auf den Renault-Teamkollegen Nico Hülkenberg (12.) mit vier Zehntelsekunden erstaunlich groß.

Hülkenberg hat vor diesem Wochenende ein neues Aggregat erhalten, bei Ricciardo musste nur die MGU-K (i.e. der Generator, der durch die Bremsenergie Strom erzeugt), gewechselt werden. Interessant ist auch, dass Ferrari und Haas vor Shanghai die Steuerelektronik gewechselt haben, mit Alfa Romeo das zweite B-Team der Scuderia aber nicht. Antonio Giovinazzi musste die erste Sitzung komplett streichen, mehr als zwei Aufwärmrundne waren für den Italiener nicht drin.

"Wir hatten ein Problem mit der Motoreninstallation. Es ist nie ideal, eine Session zu verlieren", sagte Teamchef Frédéric Vasseur. Kimi Räikkönen landete mit 1,818 Sekunden Rückstand auf dem 15. Platz, nachdem er anfangs sogar hinter dem Williams-Duo gelegen war. Vasseur dazu: "Kimi hat mit dem Setup am Anfang die falsche Richtung eingeschlagen."

Pierre Gasly (RB Racing), als Siebenter erneut langsamer als sein Teamkollege, kassierte eine Geldstrafe von 800 Euro, weil er das Tempolimit in der Boxengasse überschritt (88 statt 80 km/h). Daniil Kvyat (Toro Rosso) erzielte mit 322 km/h auf der langen Start-Ziel-Geraden den besten Topspeed und landete auf P8, Vettel lag mit 321 km/h nur knapp dahinter. Lance Stroll (Racing Point) schob sich noch vor die beiden Haas-Fahrer auf Position neun.

Am Nachmittag schlug dann Mercedes zurück und sicherte sich im zweiten freien Training von Shanghai durch Valtteri Bottas in 1:33,33 die Tagesbestzeit. Dabei war der Finne etwas schneller als Sebastian Vettel (Ferrari), dem nur 27 Tausendstel auf die schnellste Zeit fehlten. Mercedes durfte einen neu entwickelten Frontflügel nicht einsetzen, weil die FIA dessen Endplatten beanstandete.

Max Verstappen (RB Racing) wurde mit 0,221 Sekunden Rückstand Dritter. Die anderen Piloten der drei Topteams lagen etwas weiter zurück: Lewis Hamilton (Mercedes) als Viertem fehlten schon 0,707 Sekunden auf die Spitze, Charles Leclerc (Ferrari; + 0,828) wurde sogar nur Siebenter, weil er weite Teile der zweiten Hälfte mit Problemen an der Box verbrachte.

Der Monegasse wollte gerade eine Rennsimulation starten, als er wieder aus dem Auto steigen musste. Ferrari arbeitete lange am Auto und musste mehrfach darunter aufwischen – womöglich war es also ein Leck im Kühlsystem. Leclerc konnte am Nachmittag nur 13 Runden drehen.

Auch für Pierre Gasly lief es erneut nicht rund: Der Rookie kommt weiter nicht auf Touren und wurde lediglich als Zehnter gewertet. Bester Pilot des Mittelfeldes war Nico Hülkenberg im Renault, der als Fünfter knapp vor Carlos Sainz junior (McLaren) lag. Auch die beiden Teamkollegen Lando Norris (8.) und Daniel Ricciardo (9.) landeten noch in den Top 10.

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