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Grand Prix von Großbritannien

Vettel: „Es war mein Fehler“

Sebastian Vettel nimmt die Schuld für den Crash mit Max Verstappen beim GP von Großbritannien auf sich.

Richtig rund lief es für Sebastian Vettel schon am ganzen Wochenende in Silverstone nicht. Das Rennen endete dann allerdings mit einem kompletten Desaster. In Runde 37 kollidierte der Ferrari-Pilot beim Kampf um Platz drei mit Max Verstappen. Während der Niederländer trotz des Zwischenfalls noch Fünfter wurde, beendete Vettel das Rennen nur auf Platz 16 - mit einer Runde Rückstand.

"Es war mein Fehler", räumt Vettel unmissverständlich ein. Die Rennkommissare sahen das auch so. Sie stellten fest, dass Vettel die komplette Schuld für den Vorfall trägt, und verpassten ihm eine Zehn-Sekunden-Strafe. Wirklich weh tat diese Vettel allerdings nicht. Weil er nach dem Crash - anders als Verstappen - einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen musste, war sein Rennen sowieso gelaufen.

Unmittelbar nach dem Rennen entschuldigte sich Vettel per Funk bei seinem Team - und direkt danach auch bei Verstappen. Noch im Parc Ferme ging er zum Red-Bull-Piloten, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Der akzeptierte Vettels Entschuldigung auch, und beide gaben sich die Hand. "Natürlich ist er nicht glücklich. Aber das Leben geht weiter", berichtet der viermalige Weltmeister.

"Wir haben uns schon ausgesprochen, er hat sich entschuldigt", bestätigt auch Verstappen, für den die Sache damit abgehakt ist. Doch wie konnte es überhaupt zu dem Crash kommen? "Es sah alles gut aus. Wir hatten eine gute Pace, ich holte Seb ein und managte die Reifen ein bisschen. Dann griff ich an, kam außen vorbei und verteidigte mich in Kurve 17. Da krachte er mir ins Heck", schildert Verstappen seine Sicht der Dinge.

"Er hat mich in Stowe überholt, und dann kam er etwas weit raus, wodurch ich einen Konter ansetzen konnte", erklärt Vettel und ergänzt: "Ich hatte das Gefühl, er zieht wieder nach rechts - zumindest auf die Mitte der Strecke. Ich wollte auf die Innenbahn, weil ich ein bisschen Überschuss hatte. Aber in dem Moment ging die Lücke auch wieder zu - und dann war ich zu spät."

Er habe "nicht viel" Zeit gehabt, um zu reagieren, "aber trotzdem geht das auf meine Kappe", stellt Vettel noch einmal klar. Bei einigen Beobachtern wurden Erinnerungen an Baku 2018 wach, als Daniel Ricciardo Verstappen in einer ähnlichen Situation ins Heck krachte. "Ja, aber der Geschwindigkeitsunterschied war [heute] geringer", nennt Verstappen einen entscheidenden Unterschied.

"Er konnte sehen, dass ich die Tür innen zumache. Etwas anders als Baku", erklärt er und ergänzt im Hinblick auf den Vorfall in Aserbaidschan: "Da hatte ich ungefähr 280 drauf und Daniel 320 [km/h]. Da war der Unterschied wirklich groß. Aber hier konnte man erwarten, dass ich die Tür zumache. Ich denke, er hat eindeutig seinen Bremspunkt verpasst und die Reifen blockiert und mich getroffen."

Durch Vettels Fehler wurden beide um ein gutes Ergebnis gebracht. Denn auch Platz fünf war für Verstappen lediglich Schadensbegrenzung. "Ja, natürlich", antwortet er auf die Frage, ob andernfalls ein Podium möglich gewesen wäre, und erklärt: "Ich glaube, wir wären vor Valtteri [Bottas] gewesen, wenn er seinen Boxenstopp gemacht hätte. [...] Es wäre ein zweiter oder dritter Platz geworden."

Vettel selbst räumt ein, dass er unter normalen Umständen wohl so oder so nicht die Pace gehabt hätte, um das Podest zu kämpfen. Trotzdem ärgert sich der Ferrari-Pilot: "Es ist natürlich schon doof, denn ich denke, es wäre ein gutes Ergebnis gewesen. Ich glaube, wir waren auf Kurs zu einem guten Rennen mit gutem Speed. Aber das habe ich mir dann selbst schwer gemacht."

"Max war heute im ersten Stint etwas schneller als wir - und auch am Ende des Rennens. Vielleicht wären wir Vierter geworden", grübelt er. Zwei Punkte nimmt Vettel am Ende des Tages übrigens doch noch aus Silverstone mit. Allerdings handelt es sich um zwei Strafpunkte, die er für den Crash kassierte ...

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