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Grand Prix von Japan

Vettel-Start: FIA übt sich in Willkür

Bei Rot angerollt, aber innerhalb der Toleranz, so die Rennleitung; interessant nur, dass das Regulativ gar keine Toleranz vorsieht.

Die TV-Bilder aus Suzuka sprachen eine klare Sprache: Sebastian Vettels Ferrari rollte beim Start los, obwohl die Ampeln noch rot anzeigten. Für einen vergleichbaren Vorfall hatte Kimi Räikkönen beim letzten Rennen in Sotschi eine Durchfahrtstrafe erhalten, doch nach Untersuchung des Vorfalls kamen die Sportkommissare zum für alle Beteiligten überraschenden Ergebnis, dass dem Deutschen kein Fehlstart vorzuwerfen sei, und verhängten folglich keinerlei Strafe.

Diese Fehleinschätzung löste nicht zuletzt im Fahrerlager massive Verwunderung aus. "Ich habe mir Sebs Start in der Wiederholung angesehen. Er bewegt sich und stoppt dann wieder. In den Regeln steht, dass man sich nicht bewegen darf", sagte etwa Max Verstappen – und auch Helmut Marko meinte dem ORF: "Ich weiß nicht, was ein [Fehlstart] sein soll, wenn das keiner war."

Kurz vor Rennende sahen sich die Sportkommissare, die diesmal ausgerechnet vom erfahrenen Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen (Bild oben) verstärkt wurden, dann sogar genötigt, Vettels Absolution schriftlich zu verteidigen: "Die Sportkommissare haben sich die Videoaufnahmen und den Bericht über Fehlstarts angesehen, der von der FIA anhand der in jedem Auto verbauten Transponder erstellt wird. Das Video zeigt zwar eine Bewegung, aber die war innerhalb der Toleranz des Systems, nach der ein Fehlstart im sportlichen Reglement definiert ist."

Der relevante Paragraph (36.13a) erwähnt allerdings keine solchen Toleranzgrenzen, besagt jedoch, dass einzig das Transpondersignal darüber entscheidet, ob ein Fehlstart vorliegt oder nicht. Da der an Vettels Startposition verbaute Sensor nicht anschlug, war es de iure kein Fehlstart, und der Ferrari-Pilot kam ohne Strafe davon, obwohl es für alle offensichtlich ein Fehlstart war.

Ein solch unausgegorenes Überwachungssystem mit seinem blinden Vertrauen in augenscheinlich unzuverlässige Sensortechnik müsste dringend modifiziert werden, öffnet es Auslegung und ergo Willkür doch Tür und Tor. Auch angesichts der vielbeschworenen Revolution durch autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr möge es als Warnung vor der Gefahr missverstandener Technikgläubigkeit dienen.

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