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Grand Prix von Kanada

Ferrari hat Leclerc nicht informiert

Charles Leclerc wusste nichts von Sebastian Vettels Zeitstrafe, weil sein Team vergaß ihm mitzuteilen, dass Platz zwei möglich war.

Bis auf eine Sekunde kam Charles Leclerc im Montréal-Endergebnis an Sebastian Vettel heran und hätte diesen durch dessen Strafe beinahe noch überholt, doch dass sein Teamkollege überhaupt fünf Sekunden addiert bekommen würde, wusste der Monegasse zu diesem Zeitpunkt noch nicht. "Ich hatte keine Ahnung. Mir wurde am Funk nicht gesagt, dass Seb die Strafe hatte", sagte er nach dem Rennen.

Laut Ferrari-Teamchef Mattia Binotto habe man in der ganzen Aufregung einfach vergessen, es Leclerc mitzuteilen: "Das war ein Fehler von uns. Wir hätten es tun sollen, haben es aber nicht." Am Ende dürfte es aber keinen Unterschied gemacht haben, denn Leclerc habe laut eigener Aussage ohnehin schon hart "gepusht", weil er noch einmal an die beiden Führenden herankommen wollte.

Aus diesem Grund lehnte er auch eine Teamanfrage ab, kurz vor Schluss noch einmal für frische Reifen an die Box zu kommen, um sich den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde zu sichern. "Ich war dagegen, weil ich 'pushen' wollte. Ich konnte sehen, dass ich schneller als die Burschen vor mir war. Ich wollte meine Chance, für den Fall, dass etwas da vorne passiert", meinte der Ferrari-Pilot.

Möglich gewesen wäre ein Boxenstopp auf jeden Fall, denn Valtteri Bottas hatte im Ziel 46 Sekunden Rückstand auf Leclerc, der ein wenig mit der Rennstrategie haderte, denn Ferrari ließ ihn deutlich länger draußen als Vettel. Laut Ferrari hatte das einen Grund. "Wir wollten einfach lange draußen bleiben, für den Fall dass es ein virtuelles Safety Car gibt", sagte Leclerc. "Nachher kann man immer diskutieren, ob es richtig war oder nicht; heute nicht, denn wir haben wichtige Zeit verloren, die wir aufholen mussten."

Trotzdem war Leclerc mit dem zweiten Podestplatz seiner WM-Karriere glücklich: "Es war eine gute Leistung von mir. Die Runden waren von Anfang bis Ende konkurrenzfähig. Es ist schade, dass ich im Qualifying ein paar Fehler gemacht habe, daran muss ich arbeiten, aber die Rennpace war sehr stark – ein gutes Zeichen für die Zukunft."

Die größte Chance auf ein besseres Ergebnis hatte er am Start, als er schon neben Hamilton war. "Ich habe aber entschieden, kein Risiko einzugehen. Ab da war es ein ziemlich langweiliges Rennen. In den ersten acht, neun Runden habe ich die Reifen verwaltet und anschließend 'gepusht'. Ich konnte fühlen, dass wir ziemlich gut waren. Im zweiten Stint fühlte sich das Auto großartig an", freute sich Leclerc.

Rang drei sei für ihn ein gutes Resultat, doch sein Team habe mehr verdient, wie er betonte: "Es ist enttäuschend für das Team und für Seb. Der erste Platz war in unseren Händen, und es ist schade, wie es uns entglitten ist, aber wir werden stärker zurückkommen und weiter Gas geben. Hoffentlich kommt der Sieg bald."

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