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Grand Prix von Spanien

Mercedes dominiert weiter

Zwei Freitags-Bestzeiten von Valtteri Bottas und am Schluss noch überlegene Longruns - Mercedes hat weiterhin Ferrari im Griff...

Nach vier Doppelsiegen in den ersten vier Rennen der Formel-1-Saison 2019 hat Mercedes auch den Freitag beim Grand Prix von Spanien in Barcelona dominiert. Valtteri Bottas sicherte sich in beiden Sessions die Bestzeit und fuhr am Nachmittag 1:17.284 Minuten. Sein Vorsprung auf Ferrari betrug drei Zehntelsekunden.

Bottas war um 0,049 Sekunden schneller als Lewis Hamilton und um 0,301 Sekunden schneller als Charles Leclerc. Sebastian Vettel wurde mit 0,389 Sekunden Rückstand Vierter. Als es im letzten Trainingsabschnitt dann um die Rennvorbereitung ging, war der Vorsprung von Mercedes tendenziell sogar noch größer.

Bei den Longrun-Tests war Bottas der schnellste Mann: Der Finne fuhr mehrere Runden um 1:21.5 Minuten, insbesondere im zweiten Run auf Medium-Reifen. Mercedes splittete da die Strategie, schickte Hamilton auf Hard raus, um mit allen drei Reifen Daten zu sammeln. Dementsprechend waren Hamiltons Zeiten etwas langsamer.

Weil Ferrari (Leclerc auf Hard, Vettel auf Medium) genau die gleiche Strategie verfolgte, waren die Zeiten (fast ausschließlich über 1:22 Minuten) gut vergleichbar. Interessant: Der Performance-Unterschied betrug etwa eine halbe Sekunde. Dafür könnte Vettel seine Zeiten am Ende des Runs eher steigern als dass sie langsamer wurden - anders als bei den Wintertests.

"Mercedes", staunt Red-Bull-Teamchef Christian Horner, "sieht sehr konkurrenzfähig aus, das muss man schon sagen." Und auch für 'ORF'-Experte Alexander Wurz sind die Silberpfeile die klaren Favoriten, denn: "Ferrari ist ein bisschen zu langsam. Und Red Bull muss man noch Zeit geben, das Auto richtig einzustellen. Aber es sieht nicht danach aus, dass sie ein Siegerauto haben."

Die Mercedes-Dominanz ist umso beeindruckender, als das Auto insbesondere im dritten Sektor nicht allzu gut lag und sowohl Bottas als auch Hamilton (Boxenfunk: "Irgendwas fühlt sich verkehrt an!") immer wieder kleine Rutscher korrigieren mussten. Und im Vormittagstraining hatte Bottas das Ende der Session wegen eines technischen Defekts verpasst.

"Wir hatten einen Sicherheitsstopp, einen sogenannten 'Kill', wo plötzlich das Öl-Level dramatisch gefallen ist. Dann ist er stehengeblieben", schildert Mercedes-Teamchef Toto Wolff im 'ORF'-Interview. "Es sieht aus, als wären uns plötzlich ein paar Schrauben davongeflogen, deshalb das Öl-Leck."

Ein ähnliches Problem hatte in FT1 auch Max Verstappen, der in der Mittagspause seinen Antriebsstrang wechseln lassen musste. Das ist nicht ideal, aber auch kein Beinbruch, denn am Abend wäre das Honda-Aggregat sowieso getauscht worden. "Hat nicht geholfen", sagt Verstappen über das Öl-Leck zu Mittag.

Letztendlich belegte er mit 0,751 Sekunden Rückstand den fünften Platz. Und auch seine Longruns waren nicht überzeugender. Trotzdem lässt der 21-Jährige den Kopf nicht hängen: "Die Updates funktionieren", glaubt er, aber: "Wir haben eindeutig eine Menge Arbeit vor uns." Zum Beispiel mit dem Gaspedal, dessen Ansprechverhalten er am Boxenfunk kritisierte.

Teamchef Christian Horner findet zwar, dass der Red Bull "im dritten Sektor, mit den langsamen Kurven, sehr stark" sei, aber mit der Balance sei keiner der beiden Fahrer glücklich. "Pierre und Max waren auf unterschiedlichen Programmen", verrät er. Das erklärt vielleicht den Abstand zwischen Verstappen (5.) und Gasly (7.): 0,203 Sekunden.

"Best of the Rest" in der FT2-Zeitentabelle waren Romain Grosjean (6.) und Kevin Magnussen (8.). Das Haas-Duo fuhr eine schnelle Runde fast auf Augenhöhe mit Red Bull. Bei den Longrun-Tests überzeugten dann andere mehr. Daniil Kwjat (10./Toro Rosso) zum Beispiel, die beiden McLaren-Piloten und - phasenweise - Renault.

Nico Hülkenberg sicherte sich den 13. Platz im Klassement, 1,577 Sekunden hinter der Spitze, aber knapp vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo. Damit wurden die beiden wohl leicht unter Wert geschlagen. Das kann man von Williams nicht behaupten: George Russell und Robert Kubica sind auf die letzten beiden Plätze fest gebucht - diesmal mit 2,907 und 3,497 Sekunden Rückstand.

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