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Grand Prix von Abu Dhabi

Bottas: Motorinspektion, Strafe droht

Weil die beiden anderen Aggregate bereits am Limit sind, droht Valtteri Bottas beim Saisonfinale in Abu Dhabi eine Rückversetzung.

Autoren: Adam Cooper, Christian Nimmervoll

Valtteri Bottas droht beim Saisonfinale in Abu Dhabi möglicherweise eine Rückversetzung in der Startaufstellung. Denn ob der Motor, der beim Grand Prix von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo verraucht ist, in zwei Wochen noch einmal eingesetzt werden kann, steht aktuell noch nicht fest.

Der Brasilien-Motor wird im Laufe des Dienstags zurück in der Fabrik in Brixworth erwartet und soll dann gründlich untersucht werden. Das Triebwerk hatte in der 52. Rennrunde den Dienst quittiert. In der TV-Übertragung war bereits während der 51. Runde Rauch zu sehen. Bottas konnte jedoch zunächst mit voller Geschwindigkeit weiterfahren, ehe er doch plötzlichen Leistungsverlust spürte.

Technikchef James Allison erklärte am Sonntagabend, man wisse "noch nicht mehr" über den Defekt: "Wir wissen, dass wir während des Rennens einen erhöhten Ölverbrauch hatten." Innerhalb von einer halben Runde eskalierte das Problem dann "sehr plötzlich". Immerhin: Der Motor ist nicht mit einer spektakulären Rauchwolke explodiert, "sondern hat sich einfach abgeschaltet", sagt Allison.

Bottas berichtet: "Die Jungs haben Rauch gesehen - ich selbst nicht. Ich habe keinen Leistungsverlust gespürt. Der Motor hat nach Kurve 3 einfach abgeschaltet." Was übrigens eine Safety-Car-Phase nach sich zog, weil das Auto "mit dem Unterboden wo feststeckte", wie der Finne erklärt.

Grid-Strafe noch keineswegs in Stein gemeißelt

Sollte der Brasilien-Motor nicht gerettet werden können, müsste Bottas entweder auf einen der beiden gebrauchten Motoren zurückgreifen oder einen neuen einbauen lassen. Letzteres würde eine Grid-Strafe nach sich ziehen. Pro Saison und Fahrer/Auto sind nur drei Motoren erlaubt.

Die beiden gebrauchten Motoren dürften bereits ziemlich am Limit sein, ist Bottas doch vor Sao Paulo nur einmal vorzeitig ausgeschieden (Hockenheim). "Ich bezweifle, dass wir da noch Kilometer drauf haben. Das müssen wir uns anschauen", sagt der Vize-Weltmeister und stellt klar: "Zur Not nehmen wir halt die Strafe."

Bottas' vielleicht auffälligste Phase im Rennen am Sonntag war, als er kurz vor seinem Ausfall mit frischeren Reifen zu Charles Leclerc aufschloss und den Ferrari-Piloten unter Druck setzte. Für ein Überholmanöver reichte es jedoch nicht. "Sie sind auf den Geraden schnell. Das macht es schwierig", erinnert er sich an das Duell.

"Seine Schwierigkeiten wurden aber immer größer, und ich hatte noch ein gutes Gefühl auf meinen Reifen. Als ich den Motorschaden hatte, lud ich gerade meine Batterie auf, um noch einmal attackieren zu können. Er hat sich gut verteidigt, hat innen immer abgeschirmt", sagt Bottas und betont explizit, dass sich Leclerc zwar hart, aber doch fair verteidigt habe.

Heißes Duell mit Leclerc durch Motorschaden beendet

Das Rennen war für ihn von Anfang an mittelmäßig verlaufen: "Ich habe am Start keine Positionen gewonnen, und es sah danach aus, als würde Überholen schwierig sein. Dann habe ich versucht, den ersten Stint zu strecken und die Reifen ein bisschen zu schonen. Ich war aber zu langsam, weil ich, besonders im Mittelsektor, ein bisschen Untersteuern hatte. Daher fiel ich zurück."

Beim Boxenstopp "wollte ich auf den Hard wechseln, weil ich das für die einzige Chance hielt, mit einem Stopp durchzukommen. Ich hatte das Gefühl, dass es möglich sein würde, aber dann kamen wir nochmal an die Box, um gegen Albon abzudecken. Ich war ein bisschen verwirrt und habe den Stopp hinterfragt, aber ..."

Bottas gibt offen zu, dass er mit der Entscheidung des Teams, noch einmal reinzukommen und damit Track-Position gegen Alexander Albon aufzugeben, im ersten Moment nicht einverstanden war. Aber: "Es bleibt ein Fragezeichen, ob ich es bis zum Schluss geschafft hätte oder nicht. In der Theorie nicht. Aber ich habe das für meine einzige Chance gehalten. Schwierig."

Von der starken Performance von Red Bull am vergangenen Wochenende ist er nur bedingt überrascht: "Wir wussten, dass sie stark sein würden. Aber sie waren noch stärker als erwartet. Vor allem auf den Geraden. In den Kurven haben sie inzwischen ein gutes Auto. Aber auf den Geraden sind sie besser als wir. Bisher waren wir meistens ähnlich schnell."

Jetzt hofft Bottas auf einen positiven Saisonausklang in Abu Dhabi. Weil der Mercedes-Motor bei Höhenlage (zum Beispiel Österreich, Mexiko, Brasilien) relativ zur Konkurrenz schlechter performt als bei "normalen" Rennen, ist er durchaus optimistisch: "Zumindest sind wir dort auf Meereshöhe! Das scheint uns besser zu liegen."

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