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Grand Prix von Frankreich

Hamilton siegt auch in Frankreich

Mercedes hat der Großen Preis von Frankreich ungefährdet für sich entschieden und seine Siegesserie damit auf neun Rennen ausgebaut.

Das Mercedes-Team ist seiner Favoritenrolle beim Grand Prix von Frankreich vollumfänglich gerecht geworden und hat auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet im achten Rennen der Formel-1-Saison 2018 den achten Sieg gefeiert. Lewis Hamilton gewann nach 53 Runden 18,1 Sekunden vor Valtteri Bottas und 19,0 Sekunden vor Charles Leclerc (Ferrari).

Sebastian Vettel (Ferrari) belegte nach P7 im Qualifying im Rennen den fünften Platz, sicherte sich in der allerletzten Runde aber immerhin noch den Bonuspunkt für die schnellste Runde. Die Entscheidung darüber fiel im Fernduell mit Hamilton. Nach dem ersten Sektor hatte 0,140 Sekunden Vorsprung, nach dem zweiten 0,063 Rückstand.

Am Ende hatte Vettel gerade mal 0,024 Sekunden auf seiner Seite, was viel über die Konkurrenzfähigkeit der beiden Topteams aussagt. Denn Hamiltons Hard-Reifen hatte zu Beginn der Zeitenjagd schon 28 Runden auf dem Buckel, der weiche Soft von Vettel nur eine einzige. "Wir hatten ein Problem beim Entladen der Batterie", erklärt sich der Deutsche.

52 von 53 Runden lang war der Grand Prix von Frankreich ein ziemlich einschläfernder Nachmittags-Zeitvertreib. Hamilton gewann den Start, und das war, wie am Samstag von Nico Rosberg vorhergesagt, auch schon die Entscheidung. Bis Runde 18 konnte Bottas noch bis auf vier Sekunden dranbleiben. Aber im zweiten Stint war Hamilton einsame Spitze.

Bis zur Zieldurchfahrt wuchs der Vorsprung auf 18,1 Sekunden an. Es wirkt unglaubwürdig, wenn Hamilton zu erklären versucht, dass der Sieg nicht so leicht war, wie er vielleicht ausgesehen haben mag. Auch wenn es tatsächlich kleinere Stolpersteine gab: ein Problem mit der Sitzschale, wie er in Runde 13 am Funk meldete, ein VSC in Runde 51 und Blasenbildung auf den Reifen.

"Es war überhaupt nicht leicht", sagt Hamilton, der eigenen Angaben nach bis zur letzten Runde nicht siegessicher war: "Ich hatte ziemlich große Blasen auf den beiden Vorderreifen. Ich habe mich daran erinnert, dass Lance im Vorjahr einen Reifenschaden hatte. Das hat mir Sorgen bereitet." Immerhin gibt er zu: "Es war ein sehr kontrolliertes Rennen."

Die größeren Sorgen hatte in der letzten Runde wohl Bottas, denn der hatte plötzlich Leclerc formatfüllend im Rückspiegel. "Er hatte wohl Probleme, seine Reifen nach dem VSC wieder in den Griff zu bekommen", glaubt Leclerc. Gereicht hat's dann aber nicht: Auf der Ziellinie fehlten 0,9 Sekunden.

Das war dann auch schon das Highlight im Kampf um die Spitzenpositionen. "Es tut mir leid. Wir wollen auch spannende Rennen", entschuldigt sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei den Zuschauern im 'ORF'. Aus seiner Sicht ist der 50. Mercedes-Doppelsieg aber ein Erfolg: "Dieses Wochenende ist es uns wirklich gut gegangen. Das Auto war stark."

Hinter den Top 3 kam Max Verstappen (Red Bull) ins Ziel. Vettel war in der Anfangsphase zwar schnell an den McLarens vorbei, hatte da aber schon acht Sekunden Rückstand auf den Niederländer. Nach dem Boxenstopp waren es nur noch deren vier - aber mit dem Hard-Reifen fuhr Verstappen dem Ferrari wieder davon.

Zwischendurch wähnte Verstappen sogar das Podium in Reichweite: "Ich hatte Charles im Blickfeld. Da wurde mir nicht langweilig", berichtet er. "Im zweiten Stint sah es zwischenzeitlich ganz gut aus. Aber dann haben die Reifen abgebaut." Letztendlich fuhr er 15,9 Sekunden nach Leclerc über die Ziellinie.

Verstappen hatte das gleiche Problem wie Vettel: "Die Startposition", lacht der Ferrari-Pilot. "Wenn ich weiter vorne losgefahren wäre, wäre ich auch dort ins Ziel gekommen. Der Speed von P3 bis P5 war der gleiche. Da haben wir uns nicht viel gegeben. Im ersten Stint war ich vielleicht ein bisschen schneller, im zweiten war Max ein bisschen schneller."

McLaren konnte das Tempo der beiden nicht mitgehen. Carlos Sainz, von P6 gestartet, lag in der ersten Kurve zwar schon auf P4. Aber weil er hinter Leclerc lupfen musste, fiel er wieder hinter Verstappen zurück. Sainz konnte sich dann bis in die siebte Runde vor Vettel halten; Lando Norris war schon in der fünften Runde dran.

Norris wurde zum tragischen Helden des Rennens. Zuerst schien er schneller zu sein als Sainz und meldete das auch am Boxenfunk. Dann aber klagte er, dass sein Auto zicke. Teamchef Andreas Seidl: "Wir hatten ein Hydraulikproblem. Das hat sich auf alles Mögliche ausgewirkt, zum Beispiel die Bremsen und die Lenkung."

Norris begann seine letzte Runde mit Daniel Ricciardo (Renault), Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) und Nico Hülkenberg (Renault) im Schlepptau - und obwohl er sich tapfer verteidigte, fiel er letztendlich doch noch hinter alle drei zurück. Trotzdem könnte es mehr werden als ein WM-Punkt, weil gegen Ricciardo eine Untersuchung läuft.

Der Renault-Star fuhr im Gedrängel hinter Norris, als Räikkönen kurzzeitig schon vorbei schien, über die Streckenbegrenzung. Auf der Strecke wurde er Siebter, vor Räikkönen und Hülkenberg. Das Renault-Werksteam war beim Heimrennen aber nicht wie erhofft vierte Kraft. McLaren-Pilot Sainz hält fest: "Wir hatten auch im Rennen das viertschnellste Auto."

Auf den hinteren Rängen gab es das eine oder andere schöne Duell, aber in Summe war das Rennen unspektakulär. Pierre Gasly (11./Red Bull) und Antonio Giovinazzi (16./Alfa Romeo) büßten wie erwartet dafür, dass sie auf den weichen Reifen starten mussten. Sergio Perez (12./Racing Point) kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Verlassens der Strecke.

Der einzige Ausfall des Rennens war ausgerechnet Lokalmatador Romain Grosjean. Sein Haas-Team zeigte eine der schlechtesten Vorstellungen der bisherigen Saison, was die Performance angeht. Toro Rosso holte auf P14/15 zwar keine Punkte, doch Daniil Kwjat und Alexander Albon lieferten zumindest ein paar beherzte Überholmanöver.

Und Williams? Damit nicht genug, dass auf den schlechtesten Nicht-Williams nach 51 Runden 1:11.2 Minuten fehlten (zweimal überrundet), kam es früh im Rennen auch noch zu einer harten Zweikampfsituation zwischen Robert Kubica und George Russell, wegen der Russell später an die Box kommen musste, um den Frontflügel zu wechseln.

In der Weltmeisterschaft verdichtet sich nach acht von 21 Rennen das Bild. Hamilton führt mit 187 Punkten vor Bottas (151) und Vettel (111) und wird somit auch Spielberg in einer Woche definitiv als WM-Führender verlassen. Bei den Konstrukteuren steht es zwischen Mercedes und Ferrari nun 338:198.

Ein fünfter Titelgewinn für Vettel würde fast einem Wunder gleichkommen. 2012 hat er schon mal eine der größten Aufholjagden der Formel-1-Geschichte geliefert, aber damals waren es "nur" 44 Punkte Rückstand auf Fernando Alonso, die er bis zum Saisonfinale noch umdrehen konnte. Jetzt sind es 76 ...

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