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Grand Prix von Frankreich

Wolff entschuldigt sich für Langeweile

Toto Wolffs Resümee fällt diesmal gemischt aus; der Österreich-GP könnte zur Achillesferse von Mercedes werden.

Beim Grand Prix von Frankreich feierte Mercedes den 50. Doppelsieg der Teamgeschichte. Auch im achten Formel-1-Rennen der Saison 2019 blieben die Silberpfeile ungeschlagen. Zählt man die letzten beiden Rennen von 2018 hinzu, dann ist Mercedes schon seit zehn Grands Prix ungeschlagen. "Es tut mir leid", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Wir wollen auch spannende Rennen."

Die Konkurrenz hatte auf dem Paul-Ricard-Circuit keine Chance gegen die Silberpfeile. Lewis Hamilton gewann 18 Sekunden vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas. Lediglich der Finne kam in der letzten Runde noch unter Druck von Charles Leclerc. Einen gefährlichen Angriff setzte der Ferrari-Pilot allerdings nicht. Mercedes war insgesamt einmal mehr einen Schritt besser als die versammelte Konkurrenz.

Zuletzt in Montreal, wo es hauptsächlich lange Geraden gibt, konnte Ferrari Mercedes herausfordern. Nun spielte der F1 W10 bei der Streckencharakteristik in Le Castellet alle Stärken aus. "Viele Kurven und Downforce passen beim 2019er Mercedes", betont Wolff und ergänzt: "Der Sieg war wirklich gut. Heute waren wir wirklich okay von der Performance her. Da muss man auch mal ein Glas von dem Champagner trinken."

Neben der Stärke des Autos machten weder die Fahrer noch das Team entscheidende Fehler. "Es war wirklich ein guter Tag für uns - eines von den wirklichen guten Rennwochenenden. Das wissen wir auch zu schätzen, denn es kann auch wieder schlechter kommen", sagt der Österreicher. "Langweilig ist es natürlich überhaupt nicht. Wir haben ja alle Datenkanäle offen und da gibt es immer wieder Sorgen, dass das Auto auch bis zum Schluss hält."

Hamilton hatte Sorgen, dass seine Reifen nicht durchhalten würden, denn bei beiden Vorderreifen hatte er im langen zweiten Stint starke Blasenbildung.
Trotzdem hätte er im letzten Umlauf noch fast die schnellste Rennrunde aufgestellt. "Total fehlerlos. Er ist auf und davongefahren und hat mit dem alten Reifen fast noch die schnellste Runde gemacht", lobt Wolff. "Starkes Wochenende." Der Bonuspunkt wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen.
Doch den Extrazähler schnappte sich doch noch Sebastian Vettel (Ferrari).

"Vettel hat am Ende noch den weichen Reifen draufgegeben. Das war abzusehen, aber wir haben ihm einen 'run for the money' gegeben", sagt Wolff über das Fernduell mit der Scuderia. "Und dann ist Leclerc ja auch nochmal an Valtteri rangekommen. Für uns ist es spannend." In der Konstrukteurswertung hat Mercedes nun 140 Punkte Vorsprung auf Ferrari.

Dass die Silberpfeile am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Österreich auch so ein "einfaches" Spiel haben werden, glaubt Wolff nicht. Kanada hat gezeigt, wie stark Ferrari auf den Geraden ist. Und auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg sind vor allem Motorleistung und Topspeed gefragt. Außerdem soll es in Österreich sehr heiß werden mit Temperaturen von bis zu 30 Grad Celsius.

"Das sind unsere zwei Schwächen", sagt Wolff über die eben genannten Faktoren. "Österreich ist für uns auf dem Papier nicht so gut wie Frankreich, weil es steil den Berg hinaufgeht und heiß sein soll. Das sind unsere beiden Schwachstellen gegenüber Ferrari. Die haben richtig Power auf den Geraden und auch keine Sorgen mit der Kühlung. Das ist unsere Achillesferse. Wir versuchen bei der Power noch zu schauen, was wir gewinnen können und dann versuchen wir mit dem Herren da oben zu sprechen, damit wir etwas kühleres Wetter in Spielberg haben."

2014, 2015, 2016 und 2017 konnte Mercedes den Grand Prix von Österreich gewinnen. Im Vorjahr schieden sowohl Hamilton als auch Bottas mit technischen Defekten aus. Aufgrund der Umstände glaubt Wolff deshalb nicht, dass Spielberg ein Abziehbild von Le Castellet werden wird: "Nächste Woche in Österreich heißt es neues Spiel, neues Glück. Es freut mich natürlich nach Österreich zu kommen. Ich habe lange auf dem alten Österreichring gelebt und mit 18, 19 als Instruktor gearbeitet. Insofern ist es für mich, wie in die Heimat zurückzukommen."

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