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Formel 1: Interview

Claire Williams gesteht Management-Fehler

Die stellvertretende Teamchefin Claire Williams gesteht Fehler ein, die dazu geführt haben, dass ihr Team mittlerweile am hinteren Ende gelandet ist.

Die Saison 2019 ist wohl die härteste in der langen Formel-1-Geschichte von Williams. Der FW42 ist in diesem Jahr das mit Abstand langsamste Auto im Feld, George Russell und Robert Kubica belegten an den ersten beiden Rennwochenenden des Jahres jeweils in Qualifying und Rennen die mit Abstand letzten beiden Plätze. Dabei landete das Team noch 2014 und 2015 auf dem jeweils dritten WM-Platz und stand mehrfach auf dem Podium.

Zu Beginn der aktuellen Hybridära profitierte man ohne Frage vom damals überlegenen Mercedes-Antrieb. Doch von Jahr zu Jahr wurde das Gesamtpaket schlechter. Holte man 2014 nach 320 WM-Punkte, waren es 2015 noch 257, anschließend 138, 83 und im vergangenen Jahr nur noch magere sieben Zähler. Ein mehr als eindeutiger Trend - für den Claire Williams die Verantwortung übernimmt.

Die stellvertretende Teamchefin erklärt gegenüber 'Auto Hebdo': "Um unsere Ergebnisse zu bestätigen und sogar zu verbessern, haben wir etwas an der internen Struktur verändert. Das hat sich als Fehler herausgestellt." Williams gesteht: "Es war meine Initiative, und ich nehme die Schuld auf mich." Ins Detail geht Williams nicht, doch in den vergangenen Jahren haben sich in Grove viele Dinge, auch personeller Natur, verändert.

Anfang 2017 wurde Paddy Lowe als Nachfolger von Pat Symonds als Technikchef installiert. Zwei Jahre später hat Lowe das Team nun schon wieder verlassen. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Rob Smedley, der dem Traditionsrennstall bereits Ende 2018 den Rücken gekehrt hat. Dazu kommen weitere Abgänge wie der von Ex-Aero-Chef Dirk de Beer. Claire Williams betont trotzdem, dass das Team noch nicht am Ende sei.

"Wir stecken unseren Kopf nicht in den Sand. Wir wissen, wo wir stehen, und was man tun muss, um zu gewinnen", so Williams. Sie sei sich allerdings bewusst, dass das ein "langer Prozess" sei. Die Frage ist, ob das Team so lange überleben kann. Denn es ist kein Geheimnis, dass Williams finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. "Unsere Finanzierung hängt fast ausschließlich von Sponsoren und den Einnahmen aus der Formel 1 ab", so Williams.

Die Hoffnungen ruhen nun unter anderem darauf, dass Liberty Media in der Formel 1 ab der Saison 2021 eine Budgetobergrenze einführt. "Unsere Herausforderung ist es jetzt, das Williams der Zukunft zu erschaffen, während wir gleichzeitig unsere Kultur bewahren", erklärt Williams und ergänzt kämpferisch: "Ich weiß, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir wieder auf den Positionen sind, die wir verdienen."

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