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Neue Reifen „kein Fortschritt“

In Austin hatten am Freitag alle Formel-1-Teams die Möglichkeit, die Pneus für 2020 zu testen. Die Urteile fielen nicht positiv aus.

Jeder Fahrer hatte im ersten und zweiten Training zwei Sätze der neuen Pneus vom Typ C4 zur Verfügung. Bei den meisten Piloten sind die Eindrücke negativ. "Die Reifen waren eine Enttäuschung. Die sind kein Fortschritt", urteilt zum Beispiel Sebastian Vettel.

"Leider ist das Thema durch, denn die Reifen sind fertig. Da können wir nichts mehr unternehmen", zuckt er die Schultern. Auch für McLaren-Pilot Carlos Sainz war sein Run auf den neuen Reifen "nicht sehr produktiv". Er berichtet: "Sie fühlten sich sehr seltsam und sehr schlecht an." Ein Eindruck, den auch Nico Hülkenberg teilt. "Es fühlte sich nicht so gut an", grübelt der Deutsche.

"Ich weiß aber nicht, ob das am Reifen lag. Es war ein merkwürdiger Run. Etwas unsauber, und die Balance war ganz anders und schwierig", so der Renault-Pilot, der insgesamt "weniger Grip" mit den neuen Reifen gehabt habe. Teamkollege Daniel Ricciardo ergänzt: "Am Morgen fühlten sie sich nicht so anders an. Am Nachmittag war es etwas anders. Am Morgen hatte ich Untersteuern, am Nachmittag Übersteuern."

"Aber wir haben ein paar Dinge geändert. Daher denke ich, dass der Morgen repräsentativer war", erklärt der Australier. Er mache sich für 2020 aber "keine Sorgen", weil der Unterschied gering und die Reifen "nicht verrückt" seien. Ähnlich fällt das Urteil von Romain Grosjean aus, der "keinen Unterschied" gespürt hat. "Sie waren nicht besser und in der Hinsicht etwas enttäuschend", so der Franzose.

"Sie waren nicht so gut wie die diesjährigen Reifen", ist Haas-Teamkollege Kevin Magnussen noch etwas kritischer und erklärt, dass die Reifen "einfach langsamer" gewesen seien. "Schwer zu sagen, wie sie unter anderen Bedingungen funktionieren werden", grübelt er. Und auch Ferrari-Pilot Charles Leclerc erklärt, dass er noch mehr Zeit brauche, bevor er ein finales Urteil abgeben möchte.

"Leider hatte ich mit diesen Reifen mein Problem, daher hatte ich nur einen Run. Ehrlich gesagt fühlt es sich einfach wie eine härtere Mischung an. Ich bin mehr gerutscht", so der Monegasse. Insgesamt sind die Fahrer - vorsichtig gesagt - also nicht besonders begeistert. Pirelli-Manager Mario Isola zeigt sich "nicht überrascht" davon, dass die Fahrer von Unterschieden zur aktuellen Mischung berichten.

Er sieht es sogar "positiv", dass sich die neuen Reifen anders anfühlen. "Es ist gut, dass es sich anders anfühlt. Denn wir haben daran gearbeitet, einen anderen Reifen zu entwickeln", erinnert er. Dass die Unterschiede dabei in erster Linie negativ gewertet werden, macht ihm keine großen Sorgen. "Leider waren die Bedingungen wenig repräsentativ", stellt Isola klar.

"Wir müssen bedenken, dass [die Teams] sich im Training am Freitag in erster Linie auf das Rennwochenende konzentrieren. Sie können nicht zu viel Zeit verwenden, um den neuen Reifen für 2020 zu testen. Niemand hatte die Zeit, das Set-up an die neue Konstruktion anzupassen", erklärt Isola. Genau das sei aber nötig, weil die Reifen eben "anders" seien als die aktuellen Pneus.

Daher müsse man auch das Set-up etwas verändern, um die Reifen perfekt zum Funktionieren zu bringen. Doch dazu hatten die Teams am Freitag nicht genug Zeit. "Wir müssen die Daten analysieren, um das Level an Performance zu verstehen. Der erste Eindruck ist, dass das neue Paket vielleicht etwas weniger Grip hat, dafür aber konstanter ist", so Isola.

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