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Grand Prix von China

Ricciardo im R.S.19 "angekommen"

Daniel Ricciardo kann sich knapp gegen Nico Hülkenberg im Qualifying in China durchsetzen. Der Australier fühlt sich nun "wohler" im Renault.

Das Renault-Team darf sich über die Positionen sieben und acht im Qualifying zum Grand Prix von China freuen. Damit behaupten sich die Franzosen als vierte Kraft in Schanghai. Fast hätte Daniel Ricciardo noch Red-Bull-Pilot Pierre Gasly abgefangen, dennoch ist der Australier mit seinem dritten Zeittraining für Renault zufrieden. Er berichtet, dass er sich nun wohler fühle im R.S.19 und auch Teamkollege Nico Hülkenberg ist nicht entgangen, dass Ricciardo nun im Auto angekommen ist.

"Er ist an diesem Wochenende definitiv besser in Form und fühlt sich wohler im Auto. Ich denke, er ist im Auto nun mehr angekommen mittlerweile", konnte der Deutsche beobachten, wie er gegenüber 'Sky' erklärt. Laut Hülkenberg habe Ricciardo der Test in Bahrain nach dem zweiten Rennwochenende geholfen.

"Das war auch zu erwarten, dass er stärker wird. Das ist aber eine sehr enge Geschichte", schmunzelt Hülkenberg. Denn seine Zeit von 1:32.962 Minuten war um nur 0,004 Sekunden langsamer als jene Zeit von Ricciardo. Auf die Top 6 fehlten ebenfalls nur 0,028 Sekunden. Im Gegensatz zu den Red-Bull-Fahrern konnten die Renault-Piloten allerdings noch einen zweiten Versuch in Q3 nachlegen.

Ricciardo "nicht überrascht" - Bremsgefühl verbessert

"Schon im ersten Training habe ich mich wohler gefühlt, daher überrascht mich das Ergebnis nicht", gibt sich Ricciardo selbstbewusst. Er bezeichnet das Rennwochenende bislang als "reibungslos". Schon am Freitag hatte er das Gefühl, den Renault besser zu verstehen.

"Es ist immer noch nicht perfekt. Aber ich bin dennoch recht glücklich", strahlt er und spricht von einem "positiven Schritt". Der ist ihm, wie Hülkenberg erkannt hat, bereits bei den Testfahrten in Bahrain gelungen. Dort habe er vor allem am Bremsverhalten gearbeitet. "Dort war mein größtes Problem das fehlende Gefühl beim Bremsen."

Die Bremsen hätten sehr leicht blockiert, ohne dass Ricciardo den Grund dafür kannte. Beim Test hat er ein paar Einstellungen verändert und seinen Fahrstil angepasst - "und ich denke, wir haben Boden gutgemacht. An diesem Wochenende hatte ich in diesem Bereich weniger Probleme", kann er vermelden.

"Bei Red Bull war das definitiv eine Stärke von mir, dieses Gefühl und Selbstbewusstsein beim Bremse zu haben." Das möchte er im Renault nun zurückerlangen. Auch Hülkenberg war nach dem Motorwechsel zu Beginn des Wochenendes guter Dinge. Er fühle sich ebenfalls gut im Auto und spricht von einem positiven Wochenende.

Auch die neuen Teile, die Renault nach China mitgebracht hat, würden zur Performance beitragen. "Wir sind mit einem verbesserten Paket hier angereist. Das Auto fühlt sich besser an als in Bahrain und Melbourne. Wir haben es nun in die richtige Richtung getrimmt, das hat ein paar kleine Zugewinne gebracht."

Konkret möchte er nicht auf die Updates eingehen: "Das ist ein Mix aus vielen Dingen. Ein paar kleinere Aero-Teile. Einfach kleine Teile, keine großen neuen Flügel oder so. Eher Teile auf mechanischer Seite, die seit Beginn des Wochenendes sehr gut funktioniert haben. Das Auto ist dadurch etwas mehr in der Balance", verrät der Emmericher.

Mediums in Q2 nicht möglich: Vorteil am Start?

Das ist im engen Mittelfeldkampf von Vorteil. Speziell am Ende der Top 10 sind die Zeitenabstände enorm knapp. Hülkenberg glaubt sogar, dass er in Q3 ein bisschen Zeit liegen gelassen hat. Ihm sei keine perfekte Runde geglückt. Dennoch spricht er von einem "starken" Ergebnis.

Renault sei vor Haas und aktuell als "Best of the Rest" anzusehen, glauben die beiden Piloten. "Auf dem Papier sind wir am vorderen Ende der Gruppe zu finden. Die drei Teams vorn haben im Moment schnellere Autos. Wenn jeder sein bestmögliches Rennen fährt, dann ist der siebte Rang realistisch betrachtet unser Ziel", folgert Ricciardo.

Zwar werde Renault die Topteams angreifen, jedoch rechnet man realistisch mit den Rängen sieben und acht. "Dann lassen wir zwar keine Sektkorken knallen, aber wären zumindest zufrieden, weil wir im Moment dort stehen." Zumindest am Start rechnet er sich dennoch Chancen aus, da Renault im Gegensatz zu Ferrari, Mercedes und Red Bull auf dem weicheren Soft starten wird.

"Unsere Starts waren immer stark. Und wir haben den besseren Reifen drauf", argumentiert der Australier. Jedoch muss er einsehen, dass der Medium über einen Stint gesehen wohl der bessere Reifen ist. Während die Topteams aus seiner Sicht sogar ein Einstopprennen riskieren könnten, wird Renault auf zwei Stopps gehen müssen.

In Q2 auch mit den Mediums zu fahren und zu versuchen, sich für Q3 zu qualifizieren, war für Hülkenberg und Ricciardo keine Option. "In der Regel können nur die Topautos in Q2 auf dem härteren Reifen fahren. Wenn wir das versuchen, dann wird das nichts mit den Top 10." Und dort möchte Hülkenberg auch am Sonntag landen. Es gäbe nach dem Doppel-Aus in Bahrain "keinen Grund zur Annahme", dass er im Rennen die Zielflagge nicht sehen werde.

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