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Grand Prix von Kanada

Magnussen nach Crash aus Boxengassen

Kevin Magnussen sorgte mit seinem Crash in Q2 für eine schlaflose Nacht seiner Mechaniker und muss aus der Boxengasse starten.

Kevin Magnussen sorgte am Ende von Q2 für die Schrecksekunde des Formel-1-Samstags in Kanada und für viel Arbeit bei seinen Mechanikern. Der Däne fuhr auf seiner schnellen Runde in die berühmte Wall of Champions und knallte anschließend noch in die Boxenmauer . Die Session musste mit Rot beendet werden, was vielen Fahrern die Chance zur Verbesserung nahm - ärgerlicherweise auch Teamkollege Romain Grosjean, der genau hinter Magnussen unterwegs war.

"Ich hatte einfach einen Snap und habe die Wand berührt", erklärt Magnussen seinen Fehler. Der Einschlag sei nicht einmal hart gewesen, er habe die Mauer nur mit der Felge berührt. "Dabei ist die Felge aber kaputtgegangen, hat den Reifen runtergezogen und mich auf die andere Seite geschickt."

Eigentlich dachte Magnussen im ersten Augenblick, dass es nicht so schlimm werden würde. Er hatte schon damit gerechnet, dass er die Wand berühren würde, aber dass es schon passen würde. "Aber dann war ich nur ganz wenig dran, aber genau an der Felge - und dann ist sie kaputtgegangen."

Magnussen lag zu diesem Zeitpunkt in den Top 10 und schaffte so offiziell den Sprung in Q3. Daran konnte er aber natürlich nicht mehr teilnehmen, und auch seinen zehnten Startplatz wird er nicht behalten können. Haas hat bereits entschieden, dass man das komplette Chassis tauschen und aus der Boxengasse starten wird - inklusive neuem Getriebe und frischer Reifen.

Magnussen leidet mit Schlaflos-Mechanikern

Eigentlich hätte Magnussen auch von Rang 15 aus starten können, wenn er nur das Getriebe gewechselt hätte, doch das ist laut dem Team wenig sinnvoll, da er dann trotzdem auf den weichen C5-Reifen hätte starten müssen, was ein klares Handicap gewesen wäre. So hat er am Start freie Reifenwahl und kann sein Auto so umbauen, wie er es (innerhalb des Reglements) möchte.

Körperliche Schäden hat der Haas-Pilot bei seinem Unfall nicht davongetragen, doch seelisch schmerzt ihn der Vorfall schon. Einerseits, weil es schade um die Startposition sei, aber andererseits, weil er mit seinen Mechanikern mitfühlt. "So ein Fehler bedeutet für die Jungs immer eine Nachtschicht. Sie bekommen überhaupt keinen Schlaf", leidet er mit.

"Ich fühle mich wirklich schlecht für sie, nicht nur, weil es ein gutes Ergebnis kostet, sondern weil sie die ganze Nacht arbeiten müssen. Und mit ganzer Nacht meine ich die ganze Nacht", so Magnussen. "Das ist echt ätzend."

Grosjean verpasst Chance auf Verbesserung

Für Haas ist der Unfall ein herber Rückschlag. Denn man hat nicht nur das Auto von Magnussen verloren, auch Teamkollege Grosjean war davon beeinflusst. Er hatte zuvor noch keine Zeit in Q2 gesetzt und war genau hinter Magnussen, als der Unfall passierte. Seine Runde war damit ebenfalls beim Teufel und damit auch die Chance auf Q3.

Laut Teamchef Günther Steiner hätte es für den letzten Qualifying-Abschnitt aber ohnehin nicht gereicht. "Romain wäre Elfter oder Zwölfter geworden - je nachdem, was Verstappen gemacht hätte", sagt er. "Aber dann hätten wir zumindest ein Auto auf jedem Reifen gehabt. In der letzen Kurve ist aber alles den Bach runtergegangen."

Zuseher der Netflix-Dokumentation wären sicher gerne anwesend gewesen, wenn Magnussen nach dem Vorfall bei Teamchef Steiner vorstellig gewesen ist, doch der für seine Flüche bekannt gewordene Südtiroler sieht die Sache entspannt, als er gefragt wird, was er seinen Fahrern nach so einem Moment sagt.

Immer trifft es Haas: Hat Netflix die Finger im Spiel?

"Wenn so etwas bei jedem zweiten Rennen vorkommt, dann sagst du etwas, aber so etwas passiert. Sie versuchen es. Was willst du sagen?", zuckt er mit den Schultern. Er macht Magnussen keinen Vorwurf: "Wir wissen, dass es in Kanada immer jemanden erwischt. Bottas ist es auch passiert, aber er hatte Glück. Natürlich ist niemand glücklich, und schon gar nicht Kevin. Manchmal versauen wir es, und manchmal die Fahrer. Es ist eine Teamsache."

Auffällig ist aber, dass es schon wieder das Haas-Team getroffen hat, die häufig im Mittelpunkt von Zwischenfällen stehen. "Eigentlich versuchen wir das Gegenteil", ist Steiner ratlos. "Ich denke nicht, dass wir besonders dumm sind, aber wenn irgendetwas Seltsames ist, dann sind wir dabei. Ich weiß nicht wieso. Wenn wir das wüssten, würden wir damit aufhören."

Ihm wäre es eigentlich viel lieber, wenn Haas ein langweiliges Wochenende hätte, nicht beim den Stewards vorsprechen müsste und auch nicht solche Fragen beantworten müsste, warum Haas immer im Mittelpunkt steht. "Wir würden gerne jenseits der Beachtung einfach zwei, drei, vier, fünf Punkte holen", so Steiner.

Von einem Journalisten wird der Südtiroler anschließend noch gefragt, ob Netflix diese Story vielleicht für seine nächste Dokumentation so initiiert hätte, nachdem Steiner der heimliche Star der ersten Staffel war. "Sie halten mich schon raus", lacht der Teamchef. "Ich denke, selbst für sie wird es zu viel."

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