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Grand Prix von Singapur

Vettel: "Das tut sehr gut!"

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ist zurück auf der Siegerstraße: In Singapur holt er seinen fünften Erfolg - Ein Undercut bringt ihn auf Platz eins.

Der Vettel-Finger ist zurück. Nach 392 Tagen beendet Sebastian Vettel beim Nachtrennen in Singapur seine Durststrecke. Der Deutsche ist zurück am obersten Treppchen des Formel-1-Podiums. Mit dem nötigen strategischen Glück jubelt der Ferrari-Pilot über seinen fünften Erfolg auf dem Marina Bay Circuit. Ein Befreiungsschlag.

"Das tut natürlich gut", gibt er zu. Besonders nach dem Tiefschlag in der italienischen Heimat hat sich der Heppenheimer aus der Krise "rausgeboxt". Die Ausgangslage dafür war allerdings nicht rosig. Nach einem verkorksten letzten Versuch in Q3 am Samstag musste er Charles Leclerc den Vortritt lassen.

Der Monegasse startete von der Pole-Position und kontrollierte das Rennen im ersten Abschnitt vor Lewis Hamilton. Vettel reihte sich im "Bummelzug" dahinter auf Platz drei ein. "Je weiter man hinten drin ist, je schwieriger ist es, mit den Reifen hauszuhalten. Aber insgesamt hat es ganz gut geklappt."

Lob von Hamilton: "Freue mich für dich!"

Der entscheidende Moment folgte in Runde 19. Der Deutsche bog auf Platz drei liegend als erster Fahrer der Führungsgruppe an die Box ab. "Natürlich haben wir dann mit der Strategie das Richtige gemacht. Und ich habe alles gegeben auf der Outlap und war selbst überrascht, dass ich dann so viel Boden gutmachen konnte."

Vettel kam mit dem Undercut nicht nur vor Hamilton zurück auf die Strecke, er landete auch knapp vor Teamkollegen und Führenden Leclerc. Die Boxenanweisung habe er erst sehr spät erhalten, in Kurve 21 habe man ihm gesagt, er solle stoppen.

"Ich dachte, es sei ein wenig früh, weil ich nicht sicher war, ob wir die Reifen im zweiten Stint am Leben halten können." Doch der harte Reifen hielt. Und der Deutsche konnte dem Sieg kontrolliert entgegenfahren. "Dann hatte ich recht viel zu tun, da ich auf die Reifen achten musste und auf den Verkehr."

Durch die drei Safety-Car-Phasen am Ende wurde sein Vorsprung zwar wieder eingeschmolzen, bei den Restarts ließ er Leclerc allerdings keine Chance. Im Ziel hat der Deutsche schließlich 2,6 Sekunden Vorsprung. Damit feiert er seinen fünften Triumph auf dem Stadtkurs, so viele wie auf noch keiner anderen Strecke.

Mit seinem achten Podium in Singapur unterstreicht er, wie sehr im die 23 Kurven liegen. Der gebeutelte 32-Jährige findet zum richtigen Zeitpunkt die richtige Antwort auf alle Kritiker, die ihn bereits als Nummer 2 bei Ferrari abgestempelt haben.

Dafür bekommt er auch Lob von ungewohnter Stelle: Lewis Hamilton gratuliert Vettel nach dem Rennen vor laufenden TV-Kameras mit den Worten: "Gratulation. Tolle Leistung. Ich freue mich wirklich für dich." Der Deutsche kann sein Lächeln danach nicht verbergen.

Binotto: Jetzt bleibt weniger Zeit zum Feiern

"Ich fühle mich gut. Das waren nicht die einfachsten Wochen für mich, aber da muss man durch. Man muss den Glauben an sich selbst behalten", weiß er. Mit Selbstvertrauen und seiner Analysefähigkeit hat er sich aus seinem Tief befreit.

Zwar sei er mit dem Rennen zufrieden, nicht aber mit dem gesamten Wochenende. Denn im Qualifying sei noch mehr möglich gewesen. Am Sonntag kann er sich nichts vorwerfen lassen, fehlerfrei fuhr er die 61 Runden ins Ziel. "Ich wusste, dass mein Rennen interessant wird, sobald ich an die Box komme", schmunzelt er.

"Das war der entscheidende Moment für das Rennen. Danach habe ich versucht, mir im Verkehr einen Vorsprung rauszufahren. Das hat geklappt. Ich hatte rund sechs Sekunden Vorsprung, dann kam das Safety-Car. Ich habe versucht, das Rennen zu kontrollieren."

Nach dem Grand Prix bedankt er sich nicht nur bei seinem Team, sondern auch seinen Fans, die ihn in jenen schwierigen Wochen unterstützt haben. Ist das jetzt der Wendepunkt in einer bislang glanzlosen Saison? Darauf will er nicht antworten und weicht aus: "Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

Auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto ist erfreut. Der Italiener ärgert sich nur, dass sein Team immer Back-to-Back-Rennen gewinnt, denn da bleibt weniger Zeit zum Feiern. "Ich bin aber sehr glücklich über den dritten Sieg in Serie auf einer komplett anderen Strecke", betont er gegenüber 'Sky'.

Waren die Roten in Belgien und Monza dank der Motorenpower noch die Favoriten, ist die starke Pace in den langsamen Kurven von Singapur eine Überraschung. "Wir wissen, dass das bei den langsamen Kurven hier nicht zu erwarten war. Aber wir sind sehr erfreut über den Doppelsieg." Die Strategie für Vettel sei die einzig richtige gewesen, merkt er an.

Zweitlängste Durststrecke beendet

Was hat Ferrari im Nachtrennen so stark gemacht? "In der ersten Saisonhälfte hatten wir wohl zu viel Pech, jetzt eher Glück. Wir hätten Rennen gewinnen können, haben aber Gelegenheiten ausgelassen. Nun haben wir drei Siege in Serie gefeiert. Wir hatten Glück, da es immer sehr eng war."

Die Atmosphäre im Team habe sich durch die jüngsten Erfolge auch verändert. Ein positiver Schub sei durch die Mannschaft gegangen, freut sich Binotto. Nicht nur Vettel kann am Sonntag wieder lachen, auch Ferrari ist motiviert. "Aber der Teamspirit war immer sehr positiv. Das ist fantastisch."

Übrigens: Mit 23 Rennen zwischen dem Sieg in Belgien 2018 und jenem nun in Singapur endet Vettels zweitlängste Duststrecke. Bereits in der Saison 2016 wartete er vergebens auf einen Triumph. 27 Rennen dauerte es von Singapur 2015 bis Australien 2017.

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