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Grand Prix von Ungarn 2012

Was ist die größere Herausforderung, Herr Schumacher?

Was stellt für den Piloten Michael Schumacher die größere Herausforderung dar? Die Dominanz der frühen 2000er-Jahre oder die Gegenwart?

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Ferrari, Photo4, motorline.cc

Der Michael Schumacher aus den frühen 2000er-Jahren ist ein völlig anderer Michael Schumacher, wie wir ihn jetzt erleben. Damals sorgte er für eine erdrückende Dominanz, indem er nicht nur gut Auto fuhr, sondern auch gemeinsam mit Ross Brawn ein Topteam um sich scharte und zudem die Möglichkeiten des Ferrari-Teams, die eigene Testrennstrecke exzessiv nützte, um in der Folge einen derartigen Technologievorsprung zu haben, sodass er meist nur noch das Auto auf Pole stellen und vorne wegfahren musste.

Für die Zuschauer was das eine quälende Zeit – mit Langzeitwirkung. Noch heute, obwohl wir 2012 nahezu ausschließlich spannende Rennen erleben, sprechen immer noch Menschen von der „langweiligen Formel 1“, von der „Formel Gähn“.

Beim Autor dieser Zeilen führte die „Schumacherei“ im Jahr 2003 sogar zu einem Albtraum: Bei einem Grand Prix führt zur Halbzeit wieder einmal Schumacher - ich beschließe, auf eine Pizza zu gehen. In der Pizzeria erkenne ich an einem der Tische Schumacher und sein Team. Ich frage ihn, wie das Rennen ausgegangen ist und er sagt: Wir haben gewonnen!

Gut, es gibt tatsächlich schlimmere Albträume – dennoch, irgendwann wollte ich Schumacher damit konfrontieren, bei der Medienrunde auf dem Hungaroring tat ich es auch. Kombiniert mit der Frage, was nun eigentlich die größere Herausforderung sei? Und zwar rein als Rennfahrer – vorne wegfahren mit einem Technologievorteil oder, wie heute, mit eingeschränkten Test- und Technikmöglichkeiten sich dem engen Fight gegen die anderen, meist jüngeren Piloten stellen?

Schumacher antwortete: „Es ist sicherlich beides eine große Herausforderung – nur das eine hat die bessere Bestätigung. Wenn man dominant ist und alles im Griff hat, fühlt man sich mehr bestätigt, als wenn man immer noch eine halbe Sekunden auf die anderen verliert – was auf der einen Seite viel, auf der anderen Seite wenig ist, was aber bei dem engen Feld, das wir heute haben, eine große Auswirkung auf die Position hat.“

„Die Herausforderung an sich ist anders – sie ist natürlich zum Teil schwieriger, weil du nicht mehr diese Möglichkeiten hast, die Dinge auszutesten. Aber im Rennauto, wenn die Lichter ausgehen und die Flagge fällt, ist die Herausforderung genau die gleiche.“

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