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Grand Prix von Bahrain 2013

"Es fühlt sich so langsam an"

Lewis Hamilton sieht Mercedes für Bahrain gut aufgestellt, hat sich mit dem Schonen der Reifen abgefunden und sogar mit dem Simulator.

Lewis Hamilton gilt als echter Vollblut-Racer. Mit den Pirelli-Pneus wie auf rohen Eiern um den Kurs zu fahren, um sie ja nicht zu stark zu beanspruchen, scheint keine maßgeschneiderte Aufgabe für den Briten. Doch er kann dieser Aufgabe genau wie der eher monotonen Arbeit im Simulator etwas abgewinnen. Im Vorfeld des Bahrain-Grand-Prix schildert Hamilton, welchen Nachholbedarf er nach seinem Teamwechsel noch hat.

Frage: "In China hattet ihr Probleme mit den Vorderreifen und nicht das gleiche Renntempo wie Ferrari und Lotus. Spielt das hier keine Rolle?"
Hamilton: "Nein, es wird nicht so schlimm. Dafür aber bei den Hinterreifen. Es wird eine Menge Vorsicht erfordern und dieses Team hatte hier im vergangenen Jahr eine Menge Probleme damit. Wir haben seitdem in Sachen Reifen einen großen Schritt nach vorne unternommen, hoffentlich ist es also besser. Aber es wird immer eine Herausforderung bleiben."

Frage: "Liegt dir die Aufgabe, die Reifen schonen zu müssen?"
Hamilton: "Ja, das tut sie. So simpel ist das nicht. Da gibt es eine Menge zu lernen und ich lerne immer. Ich habe in den vergangenen Monaten einige neue Dinge erkundet, die mir sehr geholfen haben. Aber da gibt es noch vieles mehr. Es ist wirklich eine Herausforderung."

Frage: "Ist es schwierig, die Balance zwischen diesem natürlichen Instinkt, alles zu geben, und dem Wissen darum, dass es nicht geht, zu finden?"
Hamilton: "Es ist schwierig. Ich komme vom Boxenstopp und will Druck machen, weil mir mein Instinkt sagt, dass sich wertvolle Zeit herausholen lässt. Aber tatsächlich entwickelt sich die Sache eher in die Richtung, dass man in diesen Runden nicht Vollgas fährt. Fernando und Sebastian haben das getan, wie mir aufgefallen ist. Es fühlt sich so langsam an, wenn man sie schont. Aber jeder tut es, jeder fährt langsam. Das ist das, worum sich im Moment alles dreht."

Frage: "Stimmt es, dass der Mercedes und der Red Bull mehr unter den Reifen leiden als zum Beispiel der Lotus und der Ferrari tun? Weil sie dem Pneu genau das richtige Arbeitsfenster bieten?"
Hamilton: "Nein, das denke ich nicht. Die Ausgangslage ist da ziemlich identisch. Die Reifen spielen eine so große Rolle, aus irgendeinem Grund schont sie der Lotus stäker und genauso verhält es sich mit dem Ferrari. Wir scheinen mehr auf einer Runde herausholen zu können als die anderen, der Red Bull hingegen hat in beiden Disziplinen Probleme, wie es aussieht. Sie hatten aber ein gutes Renntempo gegen Ende des jüngsten Grand Prix. Ich würde sie trotzdem nicht zu früh abschreiben."

Frage: "Wie kommst du damit voran, dich bei Mercedes in die Systeme einzufinden?"
Hamilton: "Ich habe in den vergangenen Wochen bei der Simulatorarbeit einen großen Schritt gemacht. In China war ich ziemlich glücklich damit, aber es gibt noch eine Menge zu lernen. Als ich bei McLaren war, wusste ich alles über das Auto, weil ich an der Entwicklung mitgewirkt hatte. Die Knöpfe am Lenkrad waren jedes Jahr die gleichen und ich hatte da echt den Dreh raus. Hier gibt es so viel andere Technologie und es dauert, bis ich mich daran gewöhnt habe."

Frage: "Hilft da nur Erfahrung auf der Strecke oder kannst du das auch im Simulator bewältigen?"
Hamilton: "Wir können dafür durchaus im Simulator trainieren. Ich habe das vor dem China-Rennen gemacht und einige Möglichkeiten zum Sprit sparen erprobt. Das geht ohne Racing auf der Strecke. Ich bin auch in die Entwicklung involviert. Der Simulator bei Mercedes ist viel neuer als der bei McLaren, in dem ich schon gefahren bin, als ich 13 Jahre alt war. Sie haben jahrelang den gleichen verwendet. Ich genieße es mehr als zuvor, im Simulator zu sitzen, weil ich genau einschätzen kann, an welchem Ziel ich arbeite und wie nahe ich dran bin."

Frage: "Wer ist derjenige, den es in dieser Saison zu schlagen gilt?"
Hamilton: "Ich glaube nicht, dass es da jemand bestimmten gibt. Es gibt einige Fahrer, die Jagd auf den Titel machen."

Frage: "Gehörst du auch dazu?"
Hamilton: "Ich hoffe es doch."

Frage: "Bist du nach dem guten Saisonstart noch zuversichtlicher als zuvor?"
Hamilton: "Darauf achte ich gar nicht so sehr, aber ganz bestimmt müssen sich die Leute jetzt etwas korrigieren. Es ist amüsant, das zu beobachten. Das ist die befriedigende Seite der Sache: Als ich meine Entscheidung getroffen habe, hielt ich sie für die richtige und ich glaube das noch immer."

Frage: "Wie stark hast du damit zu tun, das Team auf die große Regelnovelle 2014 vorzubereiten?"
Hamilton: "Ich will so viel wie möglich mitarbeiten. Gerade, was den Motor betrifft, habe ich nach der Veröffentlichung der Regeln zum Team gesagt, dass es eine gute Gelegenheit sei, um mich einzubringen. Die Ingenieure arbeiten und entwerfen, um möglichst viel Power bereitzustellen. Aber man muss wissen, wo man sie einsetzen kann - die Fahrbarkeit also. Das ist ein Bereich, in dem wir uns verbessern müssen."

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