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Grand Prix von Österreich

FT1: Erstes Ausrufezeichen von Rosberg

Nico Rosberg fuhr beim ersten Freien Training in Spielberg die Bestzeit vor Teamkollegen Hamilton, Vettel Dritter. Zahlreiche Ausrutscher und einige Piloten im Kies - Diskussionen um die „Baguette“-Curbs.

Nico Rosberg hat am Freitag im Duell der Mercedes-Piloten im ersten Freien Training im Rahmen des Österreich-Grand-Prix vorgelegt. Der WM-Gesamtführende setzte zum Auftakt in Spielberg die Bestmarke in 1:07.373 Minuten, was die schnellste jemals auf dem Red-Bull-Ring gemessene Formel-1-Zeit bedeutete. Ärgster Verfolger war wie erwartet Lewis Hamilton, der auf Rang zwei 0,357 Sekunden Rückstand zu verzeichnen hatte. Beide Silberpfeile nutzten schon Ultrasoft-Reifen.

Reibungslos lief im Mercedes-Lager trotzdem nicht alles: Während Rosberg in Kurve 3 infolge eines Fahrfehlers im Kiesbett anzutreffen war, leistete sich Hamilton an gleicher Stelle einen Dreher und hatte Glück, dass der hinter ihm fahrende Romain Grosjean (11.) besonnen reagierte. Er zwang seinen Haas-Boldien in einen Dreher, um nicht in das auf der Fahrbahn stehende Auto zu knallen.

Rang drei belegte Sebastian Vettel im Ferrari, dem 0,649 Sekunden auf den Bestwert fehlten, sein Teamkollege Kimi Räikkönen (+0,849) folgte auf dem vierten Platz. Die Scuderia verzichtete auf den angekündigten Test des für die Saison 2017 geplanten Halo-Kopfschutzes, will ihn aber im zweiten Freien Training am Nachmittag nachholen. Der Grund war ein Check der Bordelektronik, der Ferrari zehn Minuten Zeit kostete und dazu zwang, die Tagesplanung umzustellen.

Auf den Plätzen fünf bis sieben folgten Daniel Ricciardo (Red Bull/+1,155), Carlos Sainz (Toro Rosso/+1,430) und Felipe Massa (Williams; +1,451). Die Top 10 komplettierten Max Verstappen (Red Bull/+1,589), Daniil Kwjat (Toro Rosso/+1,617) sowie Valtteri Bottas (Williams/+1,625). Damit schnitten die Hausherren, die auf der Powerstrecke Spielberg ein Leistungsdefizit der Renault-Antriebe respektive der Ferrari-Vorjahrestriebwerke kompensieren, erstaunlich gut ab.

Für Aufsehen sorgte Red Bull nicht nur mit Rundenzeiten: Ricciardo wäre beinahe mit Marcus Ericsson (18.) kollidiert, als der Sauber-Pilot zur Box fahren wollte, in der Kurve vor der Einfahrt aber ins Rutschen geriet und zurück zur Fahrbahnmitte schlingerte, wo ihn der Australier gerade überholte. Ricciardo konnte im letzten Moment ausweichen und durch die Auslaufzone fahren.

Verstappen wiederum erwischte zweimal die neuen gelben Randsteine, die die Piloten in mehreren Kurven am Missachten der so genannten Tracklimits hindern sollen. Erst schlug er sich in Kurve 8 einen Teil des Frontflügels ab. Dann räuberte er in Kurve 5 so heftig über den Abweiser, dass die Aufhängung brach, er ins Kiesbett flog und das Freie Training vorzeitig beenden musste.

Der Niederländer beklagte sich im Funk über die Randsteine. Sein Teamchef stimmt ihm zu, äußert aber keine Sicherheitsbedenken: "Die Abweiser sehen aggressiv aus und haben uns zwei Frontflügel gekostet", ärgert sich Christian Horner und nimmt seinen Piloten, der an einer Stelle fuhr, an der gar nicht fahren darf, in Schutz: "Wir hatten in der ersten Session wenig Grip auf der Strecke. Wenn sich die Fahrer dazu entscheiden, die Strecke zu verlassen, ist es für alle dieselbe Situation."

Deshalb solle man "das Thema nicht zu wichtig nehmen", findet Horner und freut sich bereits auf den Nachmittag und das Qualifying am Samstag, wenn die Meteorologen jeweils Niederschläge vorhergesagt haben. "Es ist eine großartige Strecke, vielleicht nicht für unser Auto, aber wir beten für Regen."

Grosjean folgte im Haas mit 1,705 Sekunden Abstand auf dem elften Rang vor Nico Hülkenberg (Force India/+1,907), den McLaren-Stars Jenson Button (+1,992) und Fernando Alonso (+2,194) und Kevin Magnussen (Renault/+2,334). Pascal Wehrlein landete im Manor auf dem starken 16. Rang (+2,402) und damit vor Jolyon Palmer (Renault; +2,478), den Sauber-Piloten Marcus Ericsson (+2,556) und Felipe Nasr (+2,941), Rio Haryanto (Manor/+3,120) sowie Force-India-Testfahrer Alfonso Celis (+3,487). Der junge Mexikaner sprang für Sergio Perez ins Auto.

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