Formel 1

Inhalt

Grand Prix von Malaysia

RB Racing: Stallorder war kein Thema

Kein „Multi-21“: Daniel Ricciardo und Max Verstappen durften sich den Sieg in Sepang, trotz schweißnasser Hände bei Helmut Marko, frei ausfahren.

Red Bull hat seine Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen den Sieg beim Malaysia-Grand-Prix am Sonntag ohne eine Stallorder ausfechten lassen. Obwohl der Doppelerfolg der Österreicher nach dem Ausscheiden Lewis Hamiltons und dem letzten, in der gleichen Runde durchgeführten Boxenstopp praktisch in trockenen Tüchern war, verzichtete Teamchef Christian Horner auf eine Ansage: "Ich habe den Renningenieuren mitgeteilt, dass sie die Piloten frei fahren lassen sollen."

Bemerkenswert ist, dass der Brite sich erst dazu entschloss, nachdem seine Schützlinge sich auf der Strecke ein beinhartes Duell um den zweiten Platz geliefert hatten und vorne nichts mehr anbrennen konnte. "Die Entscheidung fiel danach", meint Horner mit Bezug auf den Hamilton-Defekt. Denn Angst und Bange war ihm angesichts wilder Angriffe Verstappens auf Ricciardo nicht geworden.

Im Gegenteil. Obwohl sie in Kurven, in denen normal keine zwei Autos nebeneinander passen, Rad an Rad fuhren, lobt der Brite das Duo: "Wir haben gesehen, dass sie sich respektieren. Beide sind harte Racer, aber ich habe mich wohlgefühlt, als sie die Klingen gekreuzt haben." Motorsportberater Helmut Marko verteidigt das Manöver ebenfalls: "Ganz wohl war mir zwar nicht. Das sind Kurven jenseits der 200 km/h, aber es sind zwei intelligente Fahrer, die wissen, wie weit sie gehen können."

Dennoch wurde Ricciardo und Verstappen klargemacht, dass sie sich nicht von der Strecke schießen sollen: "Unsere Priorität lag auf den 43 Punkten", erklärt Horner über den Doppelerfolg, der sich letztlich ohne ein zweites Scharmützel nach Hause bringen ließ - auch, weil Red Bull die Lücke mit dem Doppelstopp während der virtuellen Safety-Car-Phase vergrößerte und die Situation heimlich entschärfte. "Wir haben die Fahrer gebeten, das zu respektieren, was sie getan haben", so Horner.

Die Taktik bedeutet eine Zäsur bei Red Bull. Noch vor drei Jahren, ebenfalls in Malaysia, sorgte das Team mit dem Kommando "Multi-21" an seine damaligen Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber für einen Skandal. Der verschlüsselte Funkspruch war das Zeichen, die Positionen zu halten - als die Autos ebenfalls auf einen sicheren Sieg zusteuerten. Ob wissentlich oder nicht hielt sich Vettel nicht an die Ansage und der Eklat war geschehen. Das wollte Red Bull kein zweites Mal.

"Aus meiner Sicht war es gut, es ihnen zu erlauben. Beide waren im gleichen Antriebsmodus und hatten identische Leistung. Es gab für keinen einen Vorteil", erklärt Horner. Erst als Verstappens Reifen vier Runden vor dem Ende Verschleißerscheinungen offenbarten, riet sein Ingenieur ihm, zurückzustecken, um nicht den zweiten Rang durch einen zusätzlichen Boxenstopp zu riskieren.

Drucken
Defekte: Haas-Team ratlos Defekte: Haas-Team ratlos 5.000 Euro Lehrgeld für verlorenen Reifen 5.000 Euro Lehrgeld für verlorenen Reifen

Ähnliche Themen:

04.08.2019
GP von Ungarn

Lewis Hamilton sichert sich dank einer Zweistoppstrategie den Sieg in Ungarn vor Max Verstappen und Sebastian Vettel.

30.10.2016
Motorrad-WM: Sepang

Valentino Rossi freut sich über die Vizeweltmeisterschaft - Aber der Superstar blickt auch kritisch auf seine Saison zurück: „Nicht ganz zufrieden“.

12. Nov. 2017

Grand Prix von Malaysia

+ Nachberichte

Sonntag

Samstag

+ Freitag

+ Vorberichte

Cooler Kleiner Neuvorstellung: Fiat Panda Trussardi

Vom ewigen Erfolgsmodell Fiat Panda gibt es ab sofort ein stilvolles Sondermodell, das mit dem Mailänder Modehaus Trussardi gestaltet wurde.

Schriftlich gegeben Porsche: Zertifikat für Klassiker

Wer einen alten Porsche fährt, kann dessen Zustand vom Hersteller begutachten lassen. Porsche stellt nun Zertifikate für seine Klassiker aus.

Motorrad-WM: Alcañiz KTM ersetzt Zarco ab sofort mit Kallio

Johann Zarco verliert seine KTM-Anstellung nun noch früher als geplant: Mika Kallio übernimmt ab Aragonien für den Rest der Saison.

Cooler Cupra Cupra Ateca 2.0 TSI DSG 4Drive - im Test

Die neue Marke des VW-Konzerns macht schon mit dem kupferfarbenen, agressiven Logo deutlich, worum es geht. Wir testen den Cupra Ateca.