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Grand Prix von Spanien

Strategietrick: Wehrlein holt Sauber-Punkte

Pascal Wehrlein schnappt sich beim Grand Prix von Spanien den achten Platz - Ein Stopp reicht für vier Punkte - Kaltenborn: "Konnte zeigen, wozu er in der Lage ist".

Fünf Jahre musste das Sauber-Team warten, bis sich die Schweizer in Spanien endlich wieder über Punkte freuen dürfen. Pascal Wehrlein erlöst das Team, nachdem zuletzt Felipe Nasr in Basilien 2016 in die Top 10 fahren konnte. Der Deutsche schaffte es mit einer Einstoppstrategie auf den siebten Platz. Im Endresultat wird er allerdings als Achter gewertet, weil er eine Zeitstrafe erhalten hatte.

Schon das Qualifying-Ergebnis mit Platz 15 und dem Einzug in Q2 überraschte den Deutschen. Nachdem Sauber kein vollständiges Update nach Barcelona brachte, erhoffte man sich eigentlich nicht allzu viel. "Sehr überraschend! Jede Runde war wie eine Qualifying-Runde. Das Wichtigste war aber trotzdem mit den Reifen hauszuhalten und die nicht zu ruinieren. Dadurch hat auch die Einstoppstrategie funktioniert", schildert ein strahlender Pascal Wehrlein nach dem Rennen.

Nach einem soliden Start auf dem weichen Reifen konnte sich der Mercedes-Nachwuchspilot auf dem zwölften Rang einordnen. Er lag hinter dem McLaren von Fernando Alonso und vor dem Williams von Lance Stroll. Nicht nur Alonso, sondern auch Kevin Magnussen und Carlos Sainz fuhren in Runde 13 an die Box. Wehrlein wurde deshalb bereits zu diesem frühen Zeitpunkt im Rennen in die Top 10 gespült.

Virtuelles Safety-Car für Boxenstopp genutzt

Er profitierte weiter von Boxenstopps einiger Kontrahenten und fand sich in Runde 21 sogar auf dem starken fünften Platz wieder. Als in Runde 34 das Virtuelle Safety-Car zum Einsatz kam, nutzte man diese Phase an der Sauber-Boxenmauer aus und holte Wehrlein zu seinem einzigen Stopp herein. Zwar wurde er in der Boxengasse von Nico Hülkenberg überholt, da der Stopp nicht reibungslos funktionierte, dennoch fand sich der Deutsche auf dem Medium-Pneu auf dem achten Rang wieder.

Hinter ihm lauerte ein wilder Carlos Sainz, der viele Runden lang im DRS-Fenster ein Manöver versuchte. "Am Ende war es einfach schwierig zu überholen. Es ist ziemlich schwierig hier. Man braucht mehr als eine Sekunde Pace-Unterschied, dass man am Vordermann vorbeikommt. Am Ende musste ich mich ziemlich hart gegen Sainz verteidigen", merkt er an.

Da er den Funkspruch für den Boxenstopp erst sehr spät hörte, musste er bei der Boxeneinfahrt abkürzen und bekam dafür eine 5-Sekunden-Strafe. "Das einzig Ärgerliche ist eigentlich, dass ich Siebter geworden wäre. Durch die Strafe bin ich jetzt halt Achter. Ich bin hinter der Pylone in die Box gefahren. Ich habe es einfach zu spät gehört, als das Virtuelle Safety-Car rauskam", erklärt Wehrlein den kleinen Fauxpas.

Riskante Strategie ging auf: "Richtiger Riecher zur richtigen Zeit"

Zu jenem Zeitpunkt, als die Strafe ausgesprochen wurde, wäre Wehrlein nicht in den Punkterängen gelandet, da die Toro Rossos und Haas-Piloten zu knapp an ihm dran waren. "Mir hat das Team gesagt, dass ich drei Sekunden Vorsprung auf Magnussen habe. Von da an war mein Ziel, mehr als fünf Sekunden auf ihn rauszufahren. Ich wusste, dass ich nicht Siebter werden kann, als ich die Strafe bekommen habe, weil Sainz dahinter einfach zu schnell war. Hinter Platz acht waren die Autos aber weit genug weg. Ich musste einfach einen Vorsprung herausfahren, das habe ich geschafft." Zusätzlich half ihm, dass Magnussen am Ende des Rennens einen Plattfuß erlitt.

Nachdem Wehrlein erst im dritten Saisonrennen in das Geschehen einsteigen konnte, wendete sich sein Schicksalsblatt in Barcelona nun zum Positiven. "Das Rennen war fantastisch. Ich hätte nicht damit gerechnet. Das war ein super Job vom Team", lobt er auch die Strategen. "Jetzt schon viele Punkte auf dem Konto zu haben ist perfekt. So kann es weitergehen."

Vor den Augen von Sauber-Gründer Peter Sauber durfte sich auch Teamchefin Monisha Kaltenborn freuen. Die Wienerin kommentierte das Ergebnis auf Sky Sports F1: "Wir wussten, dass die Strategie riskant war. Aber unser Stratege hat den perfekten Job gemacht und den richtigen Riecher zur richtigen Zeit gehabt. Außerdem brauchen wir entsprechend Fahrer, um dieses Resultat zu holen. Sehr, sehr gut gemacht."

Kaltenborn: "Er hat allen gezeigt, wozu er in der Lage ist"

Kaltenborn betont erneut, dass die Kritik an Wehrlein unangebracht war. Der Deutsche wurde nach seiner Verletzungspause für sein Verhalten stark kritisiert, auch an seiner Motivation und seinen Leistungen wurde gezweifelt. Das ist an diesem Sonntag jedoch vergessen: "Pascal musste enorm viel Kritik einstecken für das, was passiert ist. Zum Teil war diese sehr unfair. Dann gab es viel Kritik an seiner Performance. Wir wussten aber immer, dass es am Auto lag." Nachsatz: "Aber ich denke, er hat allen gezeigt, wozu er in der Lage ist."

Auch TV-Experte Timo Glock war am RTL-Mikrofon voll des Lobes für seinen Landsmann: "Pascal war ganz stark. Er ist mit einem Stopp sensationelle Zeiten gefahren." Die vier Punkte sind für das Team und Wehrlein ein Motivationsschub. Damit steht man nun vor McLaren auf der vorletzten Position in der Herstellerwertung.

Was darf man von Sauber in Monaco erwarten? "In Monaco bekommen wir ein paar Updates ans Auto, die hier nicht gekommen sind. Wir hoffen natürlich, dass die einiges bringen. Hoffentlich sehen wir solche Resultate öfters." Auf dem engen Stadtkurs könnte Wehrleins nächste große Chance auf weitere Punkte warten.

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