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Grand Prix von Kanada

Vettel entgeht härterer Bestrafung

Die FIA-Kommissare verzichten nach Vettels Affekthandlungen auf weitere Strafen – der von Ferrari angekündigte Protest kommt nicht.

Die Bestrafung von Sebastian Vettel und sein anschließender Wutanfall sorgen auch noch Tage nach dem Grand Prix von Kanada für Gesprächsstoff. Nach einem Fahrfehler war der Deutsche nicht regelkonform auf die Strecke zurückgekehrt, wodurch WM-Gegner Lewis Hamilton stark verzögern musste, um eine Kollision zu vermeiden. Seine Fünf-Sekunden-Strafe quittierte Vettel damit, dass er nicht im Parc fermé parkte, kein internationales TV-Interview gab und schließlich auch noch das "Zweiter Platz"-Schild vor Hamiltons Mercedes stellte.

Die damals zuständigen FIA-Rennkommissare Hans-Gerd Ennser und Emanuele Pirro haben sich nun zu Wort gemeldet. Ennser sagte zur APA: "Der Fünf-Sekunden-Zeitzuschlag für Vettel ist die geringste Strafe, die für solch ein Vergehen ausgesprochen werden kann." Er bestätigte, dass auch härtere Sanktionen wie eine Zehn- oder gar Zwanzig-Sekunden-Zeitstrafe oder eine Stop-and-Go-Strafe möglich gewesen wären. Die gefährliche Rückkehr auf die Strecke ist im Reglement festgeschrieben, daher mussten die Kommissare handeln.

Über die zusätzlichen Protokollverstöße des Ferrari-Piloten nach dem Rennen sagte der deutsche FIA-Offizielle: "Uns wurden diese Vorfälle mitgeteilt. Wir waren der Meinung, wegen der hohen Emotionen und dem großen Druck, unter dem Vettel stand, keine weiteren Strafen zu verhängen." Vettel hat also Glück und kommt ohne weitere Sanktionen davon. Gleich nach dem Grand Prix hatte sein Team angedeutet, Einspruch gegen die Zeitstrafe einlegen zu wollen, wofür im Nachlauf 96 Stunden zur Verfügung standen.

Nach und nach kristallisierte sich jedoch heraus, das die Scuderia doch keinen Protest einlegen würde. Dazu meldete sich Ferrari-Teamchef Mattia Binotto gegenüber der italienischen TV-Anstalt Rai zu Wort und bestätigte den Verzicht darauf. Stattdessen stützte er sich auf das internationale Sportgesetz: Finde man neue Beweise für eine Unschuld Vettels, könnte eine erneute Überprüfung der FIA-Entscheidung eingefordert werden.

"Wenn wir uns die Bilder und Daten ansehen, die uns zur Verfügung stehen, sind wir überzeugt, dass es keine Unregelmäßigkeiten gab; Sebastian hat aber einen Fehler gemacht, als er von der Strecke abgekommen ist", gabt der Italiener zu; er merkte aber auch an: "Danach hat er nur versucht, das Auto einzufangen, langsamer zu fahren und sicher auf die Strecke zurückzukehren."

Die Neuüberprüfung der Sachlage kann bis zu zwei Wochen nach Erscheinen des Endergebnisses beantragt werden, was dem Team mehr Zeit verschafft, wie auch Binotto bestätigte: "Was uns betrifft sammeln wir alle verfügbaren Daten. Wir werden sehen, wie und in welcher Form, aber wir machen definitiv weiter." Mit neuen Beweisen will man eine andere Entscheidung erzwingen.

Für Emanuele Pirro war die Situation nach dem Rennen besonders schwierig, weil sich der fünffache Le-Mans-Sieger massiver Kritik anderer Ex-Fahrer ausgesetzt sah und sich von diesen Kommentaren verletzt fühlte. Gegenüber Formula Passion stellte Pirro klar, dass die Piloten von damals in einer ganz anderen Zeit gefahren sind, als Sicherheit noch kein großes Thema war: "Die Welt hat sich verändert, so auch der Rennsport. Es ist verständlicherweise nicht einfach, solche Entscheidungen zu treffen, aber die Integrität des Sports muss bewahrt werden."

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