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Grand Prix von Russland

Ferrari-Probleme ebnen Mercedes den Weg

Lewis Hamilton holt für Mercedes den sechsten Sotschi-Sieg in Folge, den ein Defekt und ein Taktikfehler von Ferrari ermöglichten.

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von Russland 2019 gewonnen und damit seinen vierten Sieg im sechsten Rennen am Schwarzen Meer gefeiert; Mercedes ist in Sotschi noch ungeschlagen. Der Brite setzte sich nicht zuletzt dank des glücklicheren Händchens bei der Strategie vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas sowie Charles Leclerc durch, dessen Siegchance durch einen Fehler
an der Ferrari-Boxenmauer verloren ging.

Pech hatte auch dessen Teamkollege Sebastian Vettel: Der Deutsche konnte Leclerc am Start überholen, der keine Gegenwehr leistete, weil teamintern ausgemacht wurde, dass der Polesitter dem Zweiten Windschatten spendieren würde, um sich von Mercedes abzusetzen; dafür sollte Leclerc gleich nach dem Start wieder von Vettel vorbeigelassen werden.

Trotz mehrfacher Aufforderung, sich an diese Abmachung zu halten, gab der Singapur-Sieger mit Hinweis auf die knappen Abstände die Führung nicht ab. Bis zum ersten Boxenstopp drehte der Deutsche die schnellsten Runden und baute den Vorsprung auf bis zu vier Sekunden aus. Leclerc wurde derweil vertröstet: Man werde den Positionswechsel später vollziehen.

Das passierte via Boxenstrategie, denn Leclerc kam vier Runden früher rein als sein Teamkollege und ging dadurch an ihm vorbei, als der Deutsche stoppte. Noch ehe sich Vettel darüber aufregen konnte, rollte sein Wagen mit einem Defekt am Hybridsystem aus und nutzte die Gelegenheit, um die FIA zur Rückkehr zu reinen Verbrennungsmotoren aufzufordern.

Um Vettels Boliden zu bergen, rief die Rennleitung ein "virtuelles Safety Car" aus, das Ferrari den Sieg kosten sollte, weil Hamilton, der auf härteren Reifen gestartet war, dadurch bei seinem Boxenstopp weniger Zeit verlor. Bei Rennfreigabe hatte er frischere Pneus und über sechs Sekunden Vorsprung auf Leclerc.

Als bald darauf George Russell (Williams) verunfallte und eine vollwertige Safety-Car-Phase auslöste, ließ sich Ferrari zu dem Wagnis verleiten, Leclerc noch einmal an die Box zu holen, um ihn mit noch weicheren Reifen auszustatten. Dadurch schlüpfte jedoch Bottas auf den zweiten Platz durch, den er nicht mehr abgab.

Letztlich fehlten Leclerc 1,4 Sekunden auf Bottas und 5,2 auf Hamilton. Nach hinten hatte er neun Sekunden Vorsprung auf Max Verstappen, dessen Team in Russland abgeschlagen nur dritte Kraft war. Der aus der Box gestartete Alexander Albon kämpfte sich trotz kleinerer Fahrfehler noch auf Platz fünf nach vorne.

Bester in einem der nicht siegfähigen Autos wurde Carlos Sainz junior (McLaren) vor Sergio Pérez (Racing Point), Lando Norris (McLaren) und Kevin Magnussen (Haas). Letzterer kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe, da er die Strecke in Kurve zwei unerlaubt abgekürzt hatte. Dahinter landeten Nico Hülkenberg (Renault) und Lance Stroll (Racing Point) auf den Plätzen neun und zehn.

Keine Strafe gab es für Daniel Ricciardo (Renault), obwohl dieser in der ersten Runde den C38 von Antonio Giovinazzi gegen Romain Grosjeans Haas gedrückt hatte, wodurch der Franzose in der Mauer landete. Kimi Räikkönen wurde nach einer Fünf-Sekunden-Strafe für einen allzu offensichtlichen Frühstart nur 13. Das Williams-Team verzeichnete einen Doppelausfall.

Die Formel-1-WM macht nun ein Wochenende lang Pause, ehe es von 11. bis 13. Oktober mit dem Grand Prix von Japan in Suzuka weitergeht.

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