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DTM: Analyse

GTE-Autos als mögliche Zukunft der DTM

2019 bekommt die DTM ein neues Reglement – Kompatibilität nur zur japanischen Super GT oder doch zur weltweiten GT2/GTE-Kategorie?

Die DTM-Saison 2018 wird nicht nur zur Abschiedstournee von Mercedes, auch für die aktuellen V8-Motoren läuft die Zeit ab. Im Super-GT-Reglement, auf das die Rennserie wechseln möchte, werden die Autos von 2l-Turbomotoren mit vier Zylindern angetrieben. Die Suche nach einem neuen dritten Hersteller hat für Gerhard Berger, dem ersten ITR-Vorsitzenden, höchste Priorität. Naturgemäß sind die japanischen Super-GT-Hersteller Honda, Lexus und Nissan die nächstliegenden Ansprechpartner. Allerdings soll deren Interesse bislang eher bescheiden sein.

Vor dem Beschluss, in der DTM zur Saison 2019 das "Class One"-Reglement einzuführen, gab es auch Diskussionen über die Verwendung von GTE-Autos. "Im Spaß spricht man schon von GTM", scherzte Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser. "Lassen wir mal alles Politische weg und die Fragen, wer soll GT-Sport machen und ist ein DTM[-Auto; Erg.] überhaupt ein Tourenwagen. Eine deutsche Rennsportmeisterschaft mit GT-Autos kann man sich selbstverständlich vorstellen."

"Technisch funktioniert das sofort. Die GTE-Autos können 90 Minuten fahrene – egal, ob mit oder ohne Tankstopp, mit oder ohne Räderwechsel. Es ist eigentlich alles vorbereitet, alles wäre sofort möglich. Man muss da nur einen reinsetzen, dann los", sagte der Porsche-Manager. "Ob die Hersteller das wollen? Weiß ich nicht." Das Interesse eines aktuellen DTM-Werks sei jedoch vorhanden; vermutlich seitens BMW, das seit heuer den M8 GTE einsetzt.

Gerhard Berger sowie seine Mitstreiter bei ITR und deutscher Motorsportbehörde DMSB haben sich auch über das GTE-Reglement Gedanken gemacht. Walliser nannte einige große Schwachstellen des "Class One"-Reglements und des eigenen Wegs, den DTM und Super GT ab 2019 suchen: "Das technische Format ist gut gemacht, überhaupt keine Frage. Es ist aber nicht international, es ist nicht [von der; Erg.] FIA und es ist nicht Standard."

"GTE ist FIA-Standard. Das gibt es in USA, England, Deutschland, einfach überall, und es gibt sogar Kundenautos, jedenfalls von mindestens drei Herstellern", sagte der Porsche-Motorsportchef. Neben BMW haben auch Aston Martin, Chevrolet, Ferrari, Ford und Porsche GTE-Fahrzeuge in ihren Werkshallen, die aus dem Stand bei entsprechendem Regelwerk in der DTM eingesetzt werden könnten. Allerdings sind die Kosten für die GTE-Kategorie potenziell höher als in der Class One. Nach Aussage von Gerhard Berger liegen die Chassiskosten in der DTM bei 650.000 Euro; ein Motor ist ab 68 500 Euro zu bekommen, doch die Einsatzkosten sind höher.

"Wir haben Stahlquerlenker. GTE-Autos können locker auf Kontakt fahren, und die Aerodynamik ist nicht so gebaut, dass, wenn ein 'Flick' fehlt, keiner mehr über die Runden kommt. So ein 'GTE' fährt auch ohne Bug und Heckteil", sagte Walliser. "Man muss das immer rational betrachten. Man mag meckern, dass die GTE-Klasse BoP-gesteuert ist. Und die DTM? Die doch auch. Die Autos werden im Windkanal ausskaliert. Da hat plötzlich einer einen anderen Heckflügel. Was ist denn das? Und jahrelang hatte man Performancegewichte. Es soll mir keiner sagen, es gäbe dort keine Balance of Performance. Was denn sonst?"

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