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Bahrain-Test2:  Tag 2 Fernando Alonso bleibt das Pech an den Fersen haften
LAT Images

Mercedes vorne - Alonso stellt ab

Während Mercedes weiter den Ton angibt und Fernando Alonso drei Stunden vor Testende Feierabend hat, sorgt Ferrari mit seinem Heckflügel für Aufsehen

Auch am vorletzten Tag der Wintertestfahrten in Bahrain scheint sich ein Bild abzuzeichnen: Mercedes fährt die schnellste Zeit, die vier Topteams liegen vor allen anderen - und Aston Martin hat weiterhin große Probleme. All diese Punkte galten auch für den Donnerstag auf dem Bahrain International Circuit in Sachir .

Mit 1:32.803 Minuten stellte wieder einmal ein Mercedes-Pilot die neue Wochenbestzeit auf. Andrea Kimi Antonelli setzte sich in seinem W17 an die Spitze, und das wie am Vortag nur knapp vor McLaren: Oscar Piastri fehlten im MCL40 nur 0,058 Sekunden auf den Silberpfeil-Piloten .

Und auch in der Kilometerwertung waren es erneut diese beiden Teams, die im Feld die Nase vorne hatten: McLaren schaffte 158 Runden, Mercedes 156 - da konnte kein anderes Team mithalten. Auf Rang drei lag dabei Red Bull mit 139 Runden, was Max Verstappen zum fleißigsten Piloten des Tages machte, da er im Gegensatz zur Konkurrenz den kompletten Tag unterwegs war.

Der Niederländer belegte mit 0,359 Sekunden Rückstand übrigens auch in der Zeitenwertung Rang drei.

Bei McLaren und Mercedes wurde der Tag hingegen gesplittet: Weltmeister Lando Norris hatte den Vormittag mit der vorläufigen Bestzeit von 1:33.453 Minuten abgeschlossen, wurde von der Konkurrenz aber noch auf den fünften Rang verdrängt (+0,650). George Russell belegte sogar nur den achten Rang (+1,308).

Norris hatte am Vormittag einige Longruns absolviert und erstmals auch den C4-Reifen ausprobiert - den weichsten Reifen, den McLaren im Gepäck hat. Am Nachmittag stand bei Piastri unter anderem eine komplette Rennsimulation inklusive Boxenstopps auf dem Programm.

Ferrari sorgt für Aufsehen

Für Schlagzeilen sorgte derweil das Ferrari-Team. Vor allem der Heckflügel zog große Aufmerksamkeit auf sich, weil dieser auf den Geraden um 180 Grad gedreht wurde und auf dem Kopf stand.

Bei der Scuderia durfte Lewis Hamilton den ganzen Tag bestreiten, wobei ganzer Tag etwas übertrieben ist: Am Vormittag kam der Brite aufgrund von Problemen mit dem Auto gerade einmal auf fünf Runden.

Immerhin konnte Ferrari am Nachmittag ein wenig Zeit aufholen und dort mehr als 70 Runden drehen. In der Tageswertung wurde Hamilton schließlich auf Rang vier klassifiziert (+0,605). Trotzdem war man mit insgesamt 78 Runden eines von nur zwei Teams, das keine dreistellige Rundenzahl schaffte.

"Es war kein perfekter Tag für das Team, da wir nicht alles abschließen konnten, was wir uns vorgenommen hatten", hadert Hamilton.

"Dennoch war es ein großartiger Beweis für die harte Arbeit aller Beteiligten; sie haben einen fantastischen Job gemacht, das Auto zu reparieren und mich wieder auf die Strecke zu bringen. Ich bin wirklich dankbar für die Runden, die wir noch absolvieren konnten. Die gesammelten Daten werden enorm wichtig sein, während wir uns weiter auf die Saison vorbereiten."

Best of the Rest wurde am Donnerstag Franco Colapinto im Alpine (6./+1,015). Der Argentinier verdrängte Audi-Pilot Nico Hülkenberg (7./+1,184) wenige Minuten vor dem Ende noch vom Platz an der Sonne, hatte dabei aber auch die weichsten C5-Reifen aufgeschnallt - bei Hülkenberg war es der C4.

Audi war damit so nah an der Spitze wie bislang noch nie in diesem Testwinter. Allerdings hatte der deutsche Hersteller am Vormittag erneut Probleme: Aufgrund von Schwierigkeiten mit der Hydraulik kam Hülkenbergs Teamkollege Gabriel Bortoleto nur auf 29 Runden und Rang zwölf, was von Hülkenbergs 73 Runden am Nachmittag abgefedert werden konnte.

Früher Feierabend für Alonso

Es liest sich wie eine Wiederholung der vergangenen Testtage, aber: Aston Martin war auch am Donnerstag das große Sorgenkind unter den Formel-1-Teams. Zwar waren 68 Runden schon einmal mehr als an so manchem anderen Tag, trotzdem ging der Tag für Fernando Alonso unerfreulich früh zu Ende.

Denn schon nach einer Stunde am Nachmittag stand der AMR26 plötzlich in Kurve 4. Alonso stieg aus seinem Wagen und stapfte davon. In der Garage angekommen, dauerte es nicht lange, bis der Spanier schon umgezogen war. Damit war klar: Für Aston Martin ist der Testtag beendet. Und wieder einmal war der Honda-Antrieb die Ursache dafür.

"Es war kein einfacher Tag, da es einige Unterbrechungen gab", hadert der Spanier. "Es war zwar wichtig, Kilometer zu sammeln, aber es war nicht genug; wir konnten unseren Fahrplan nicht zu Ende führen, da ein Problem mit der Power-Unit für ein vorzeitiges Ende der Nachmittagssession sorgte."

Damit gehen die Wintertests für Alonso enttäuschend zu Ende, denn weil er bereits am Mittwoch einen halben Testtag hatte, ist der Freitag für Lance Stroll reserviert. Schon in den ersten beiden Testwochen hatte der zweimalige Weltmeister jeweils die zweitwenigsten Runden aller Fahrer gedreht.

"Es gibt viele Dinge, die wir beheben müssen", sagt Alonso, "aber ich weiß, dass jeder hier an der Strecke und in der Fabrik mit 100 Prozent Einsatz daran arbeitet, Lösungen zu finden".

Auch der Blick auf die Zeitentabelle dürfte sein Gemüt nicht erheitern: Mit 4,669 Sekunden Rückstand war der Abstand erneut enorm und Aston Martin sogar zwei Sekunden hinter Cadillac.

Kleinere Probleme bei einigen Teams

Der Neuling erlebte hingegen einen ordentlichen Testtag, obwohl man in beide Sessions erst mit deutlicher Verspätung gestartet war. Das Team versteifte sich am Vormittag auf Rennsimulationen, weswegen Valtteri Bottas' Rückstand von 7,4 Sekunden nicht repräsentativ sein dürfte. Teamkollege Sergio Perez kam am Nachmittag auf 2,5 Sekunden an die Spitze heran.

Mit 108 Runden fuhr man auch mehr als etwa die Racing Bulls, die ebenfalls kleinere Probleme hatten und am Vormittag viel Zeit in der Garage verbracht hatten. Bei den Jungbullen durfte Liam Lawson den ganzen Tag fahren. Er landete hinter Esteban Ocon (9./Haas) auf Rang zehn (+1,729), der von einem "wirklich ordentlichen Tag" schwärmt.

"Wir haben ernsthaft versucht, einige der Balance-Probleme anzugehen, mit denen wir seit Beginn der Tests zu kämpfen hatten. Ich denke, wir haben ein paar gute Lösungen gefunden, was nach dem heutigen Tag sehr positiv ist", so Ocon. "Ich denke, heute war wahrscheinlich der produktivste Tag des gesamten Jahres."

Das bestätigt auch Teamchef Ayao Komatsu, der es zudem sinnvoll fand, den Tag zwischen Ocon und Oliver Bearman (13.) aufzuteilen. "Wir haben Tests in beiden Sessions wiederholt, und das Feedback beider Fahrer war exakt dasselbe", sagt er. "Wir haben dort angeknüpft, wo wir beim gestrigen Test aufgehört hatten, haben über Nacht einige Änderungen vorgenommen und heute eine ganze Menge gelernt."

Keine Probleme gab es auch beim Williams-Team, wo Alexander Albon heute den kompletten Tag bekam: Er verpasste zwar aufgrund von größeren Umbauarbeiten die erste Stunde am Nachmittag, kam aber trotzdem auf insgesamt 117 Runden und Rang elf (+2,460).

Morgen ist für alle Teams noch einmal die letzte Gelegenheit, vor dem Saisonstart in Melbourne auf die Strecke zu gehen.

Motorsport-Total.com

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