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Bahrain-Testwoche 2: Freitag Charles Leclerc geht als Testschnellster in die neue Formel-1-Saison
AFP

Bahrain-Freitag: Überlegene Ferrari-Bestzeit & Aston Martin am Tiefpunkt

Charles Leclerc hat die Zeitenjagd zum Abschluss der Testfahrten in Bahrain bestimmt, aber keine Konkurrenz gehabt - Aston Martin packt nur sechs Runden

Ferrari hat die Wintertestfahrten der Formel 1 2026 als schnellstes Team abgeschlossen. Charles Leclerc knackte in der letzten halben Stunde der Tests in Bahrain die Marke von 1:32 Minuten um acht Tausendstelsekunden und legte damit die bislang schnellste Runde der Testfahrten auf den Asphalt .

Für den Monegassen war es der insgesamt dritte Angriff auf die Bestzeit. Beim ersten Versuch hatte Leclerc in Kurve 11 einen Fahrfehler begangen und war von der Strecke abgekommen, beim zweiten Versuch hatte er die Zeit auf knapp unter 1:32.3 gedrückt, bevor er sich beim dritten Versuch auf dem C4 noch einmal deutlich auf 1:31.992 Minuten steigern konnte .

"Der Testtag verlief sehr reibungslos; wir haben unser Programm abgearbeitet und alle geplanten Punkte getestet", sagt Leclerc. "Was die Performance angeht, ist es immer noch schwierig einzuschätzen, wo wir wirklich stehen, da die Teams ihre wahre Form noch verbergen. Deshalb ist es wichtig, sich nicht zu sehr auf die Rundenzeiten zu konzentrieren, sondern sich auf das erste Rennen vorzubereiten."

Die Konkurrenz wurde jedenfalls deutlich abgehängt, allerdings verzichteten die Topteams auch auf große Performance-Runs am Ende. Weltmeister Lando Norris (McLaren) fuhr lieber mit dem härteren C2, als seine Zeit noch einmal zu verbessern, sodass er mit schon 0,879 Sekunden Rückstand auf Rang zwei landete.

Der drittplatzierte Max Verstappen (Red Bull), der seine Bestzeit auf dem Prototyp-Reifen gefahren hatte, hatte sogar einen Rückstand von mehr als 1,1 Sekunden.

Probleme bei Mercedes und McLaren

Die bislang so schnellen Mercedes, die am Mittwoch und Donnerstag ganz oben in der Tabelle lagen, mussten sich am Freitag mit Rang vier von George Russell (+1,205) begnügen. Schlimmer waren jedoch die erneuten Probleme mit der Zuverlässigkeit, von denen die Silberpfeile heimgesucht wurden.

Andrea Kimi Antonelli hatte am Vormittag nach etwas mehr als zwei Stunden die rote Flagge ausgelöst, als er mit seinem W17 zwischen den Kurven 10 und 11 ausgerollt war. Für den Italiener war der Arbeitstag nach 49 Runden beendet, weil Mercedes die Antriebseinheit in seinem Heck tauschen musste.

Weil das mehr als drei Stunden in Beschlag nahm, konnte auch Russell erst verspätet in den Testtag eingreifen. Immerhin schaffte der Brite noch stolze 82 Runden, was Mercedes mit 131 Runden noch auf Rang sechs der Kilometerwertung bringt.

Doch die Silberpfeile waren am Freitag nicht das einzige Topteam in Problemen: Auch bei McLaren mussten am frühen Nachmittag Teile am Auto gewechselt werden, sodass Norris die ersten zwei Stunden komplett verpasste und nur auf 47 Runden kam. Teamkollege Oscar Piastri (11./+2,360) hatte zuvor am Vormittag 66 Runden geschafft.

Mittelfeld-Teams dominieren Kilometertabelle

Auch bei Red Bull hatte man den letzten Testtag gesplittet. Zunächst war Isack Hadjar (13./+2,519) für 59 Runden im RB22 unterwegs, bevor Verstappen nach dem Mittag für weitere 65 Umläufe übernahm. Bei Ferrari fuhr Leclerc den ganzen Tag, Lewis Hamilton hatte sein Programm bereits absolviert.

Hinter den vier Topteams wurde das Klassement noch einmal durcheinandergewirbelt. Weil einige Teams am Ende sogar den C5-Reifen auspackten, wurden die Fahrer des Vormittags - wie Antonelli (8.), Piastri (11.) oder Hadjar (13.) - weiter nach hinten gespült.

So ging die Bestzeit des Mittelfeldes am Ende an Alpines Pierre Gasly mit den C5-Reifen. Der Franzose reihte sich mit 1,429 Sekunden Rückstand auf Rang fünf ein, vor Oliver Bearman (6./Haas/+1,495) und Gabriel Bortoleto (7./Audi/+1,763), die beide den C4-Pneu aufgeschnallt hatten.

Hinter Antonelli komplettierten Racing-Bulls-Pilot Arvid Lindblad (9./+2,157) und Williams' Carlos Sainz (10./+2,350) die Top 10. Haas (170), Racing Bulls (165), Williams (141) und Audi (135) waren auch die vier Teams mit den meisten Umläufen am Freitag.

Aston Martin packt nach sechs Runden zusammen

Derweil ist Aston Martin am Tiefpunkt angekommen. Schon die vergangenen Tage waren für den Rennstall ein Debakel, doch am Freitag setzte das Team von Adrian Newey unfreiwillig noch einmal einen drauf.

Schon früh am Tag sah sich Motorenpartner Honda zu einem Statement veranlasst, in dem man einen Teilemangel zugab. Die Konsequenz: Aston Martin kündigte an, nur sehr kurze Runs zu fahren - mit einer halbstündigen Pause zwischen jedem Run zum Auswerten der Daten.

Doch dazu kam es gar nicht: Lance Stroll fuhr erst ganz am Ende der Vormittagssession aus der Garage und packte am Nachmittag nach insgesamt nur sechs gefahrenen Runden endgültig zusammen. "Wir haben unser Programm abgeschlossen", so die kurze Botschaft. Eine Zeit hatte Stroll zu diesem Zeitpunkt nicht auf das Tableau gebracht.

"Es waren ein paar herausfordernde Wochen hier in Bahrain, und das eingeschränkte Fahrprogramm heute war nicht die Art und Weise, wie wir den zweiten Test beenden wollten", sagt der Kanadier. "Es ist offensichtlich, dass das Auto leistungstechnisch noch nicht dort steht, wo wir es gerne hätten, und wir wissen, dass in den kommenden Wochen und Monaten eine Menge Arbeit vor uns liegt."

Trackside Engineering Officer Mike Krack ergänzt: "Die größte Herausforderung bestand darin, mit einigen Zuverlässigkeitsproblemen fertigzuwerden, die unsere Zeit auf der Strecke begrenzt haben. Das bringt uns für den Saisonstart in eine schwierige Lage, da wir nicht alle üblichen Aufgaben erledigen konnten, die für die Wintertests typisch sind."

"Wir sind uns bewusst, dass ein gewaltiges Stück Arbeit vor uns liegt, und jeder, der an diesem Projekt beteiligt ist, weiß genau, worauf wir uns konzentrieren müssen, um unsere Situation zu verbessern", so Krack.

Ocon fährt auf Intermediates

Neuling Cadillac war der andere Rennstall, der keine dreistellige Rundenanzahl schaffte - mit 99 war man aber zumindest nah dran. Erneut hatte es bei den Amerikanern am Morgen lange gedauert, bis man zum ersten Mal auf die Strecke gegangen war, und auch am Nachmittag verbrachte man einige Zeit in der Garage.

Valtteri Bottas (14./+3,298) kam nur auf 38 Runden, sein Teamkollege Sergio Perez (16./+8,850) immerhin auf 61, ohne jedoch eine sonderlich repräsentative Zeit gefahren zu sein. Zwischen ihnen klassierte sich Nico Hülkenberg, der nach 64 Runden vier Sekunden Rückstand in seinem Audi aufwies.

Für eine Szene des Tages sorgte derweil Haas-Pilot Esteban Ocon (12./+2,502), der trotz einer Streckentemperatur von 42 Grad Celsius mit Intermediates herausgefahren war. Dabei ging es um einen Test der aktiven Aerodynamik, bei der im Nassen nur der Frontflügel umklappt, nicht auch noch der Heckflügel.

Als Nächstes steht der Saisonauftakt in Australien auf dem Programm, der in zwei Wochen im Albert Park von Melbourne über die Bühne gehen wird.

Motorsport-Total.com

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