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DTM: Hockenheimring II

Rast besiegt Wittmann, Button in Top 10

DTM-Meister Rast setzt sich am Samstag in Hockenheim gegen Wittmann durch - Jenson Button kämpft sich nach verpatzten Stopp in die Top 10.

Meister Rene Rast feiert beim Samstagsrennen der DTM in Hockenheim Saisonsieg Nummer sieben: Der Audi-Pilot, der schon das Qualifying für sich entschieden hatte, setzt sich im Duell gegen Marco Wittmann durch. Sein Team Rosberg darf über den Sieg in der Teamwertung jubeln.

BMW-Pilot Wittmann hat gegen Rennende in Runde 25 versucht, einen Angriff zu starten und kam in der Haarnadelkurve auch am Audi vorbei. Allerdings konterte Rast nur eine Runde später.

Der DTM-Meister bereitete den Sieghoffnungen von Wittmann damit ein jähes Ende. Rast konnte sich am Ende mit mehr DRS-Chancen absetzen und fuhr mit 1,6 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Rene Rast freut sich: "Großartiges Rennen"

"Ein großartiges Rennen", resümiert er bei 'ran.de'. "Ich hatte eine gute Pace. Marco kam hier und da recht nah ran. Über zwei Runden hatten wir einen echten Zweikampf." Am Ende war er aber ein "klein wenig schneller".

Auch Audi-Motorsportchef Dieter Gass ist glücklich: "Das war ein fantastisches Rennen, vor allem die zweite Hälfte. Bei Rene sah es das ganze Rennen lang so aus, als wäre alles unter Kontrolle." Am Ende brachte der Hersteller vier Autos in die Top 5.

Den Grundstein für den Sieg legte Rast bereits am Start. Rast konnte von der Pole-Position ins Rennen gehen und sich von Wittmann, Mike Rockenfeller und Timo Glock absetzen. Er fuhr einem souveränen Sieg entgegen - und hatte auch das nötige Glück.

Denn als er in Runde 19 als letzter Spitzenfahrer an die Box abgebogen war, stellte Philipp Eng seinen BMW am Streckenrand ab. Der Österreicher hatten keinen Vortrieb mehr. Die Rennleitung entschied deshalb, das Safety-Car auf die Strecke zu schicken.

Das verwunderte die Zuseher, da Eng eigentlich an einer Leitplankenöffnung geparkt hatte. Der DMSB erklärt nach dem Rennen jedoch, dass Engs Fahrzeug sich nicht rückwärts bewegen ließ. Daher musste das Safety-Car ausrücken.

Just in jenem Moment kam es zum Showdown an der Boxengassen-Ausfahrt: Rast bog vom Boxenstopp auf kalten Reifen zurück auf den Kurs, während von hinten mit Geschwindigkeitsüberschuss Wittmann auf heißen Gummis heranfuhr.

Marco Wittmann: Safety-Car zum falschen Zeitpunkt

Er durfte den Audi aufgrund der SC-Phase jedoch nicht mehr überholen, weshalb er sich auf Platz zwei einreihte. Beim fliegenden Restart konnte der BMW-Fahrer gegen Rast ebenso nicht punkten, auch der Angriff wenig später blieb unbelohnt.

Wittmann muss sich mit Rang zwei zufriedengeben, er kann zehn Sekunden vor Rockenfeller ins Ziel fahren. Im Duell gegen seinen Meisterschaftskontrahenten Nico Müller schneidet er deutlich besser ab und kann Punkte aufholen.

"Ich glaube, wir hatten eine gute Pace", ist der BMW-Pilot nicht unzufrieden bei 'ran.de'. "Wir haben versucht, auf Rene aufzuschließen und mit dem Undercut eine gute Strategie zu fahren. Dann kam uns aber leider das Safety-Car in die Quere."

Wittmann stoppte bereits zwei Runden vor Rast. Der Undercut hätte ohne Safety-Car funktioniert, glaubt er. "Nach dem Restart habe ich natürlich versucht Attacke zu fahren. Ich habe gesehen, dass eine Möglichkeit besteht, also habe ich ihn attackiert."

Schlussendlich musste der Meisterschaftsdritte aber einsehen, dass Rast die "bessere Pace" hatte. "Eine Runde später hat er mich dann wieder mit DRS überholt. Das war ein cooler Kampf. Aber er war im zweiten Stint einfach einen Tick schneller."

Das muss auch BMW-Motorsportchef Jens Marquardt einsehen: "Marco hat einen Topjob gemacht. Es war natürlich schade mit dem Safety-Car, mit dem Undercut, den wir gemacht haben. Das wäre seine Chance gewesen, vorbeizukommen."

Nico Müller: Zweimal an der Box

Die Reifen bauten gegen Rennende am BMW jedoch schneller ab als am Audi, analysiert der Motorsportchef. Insgesamt schafften es vier Autos des Herstellers in die Top 10.

Auch der Drittplatzierte Mike Rockenfeller muss am Samstag einsehen, "dass der Meiser, der Rene auch heute der beste Mann auf der Strecke war", resümiert er gegenüber 'ran.de'. "Das habe ich mir natürlich ein bisschen anders vorgestellt."

Denn "Rocky" konnte schon in der ersten Kurve an Wittmann vorbeigehen und Rast jagen. "Da habe ich gedacht: Heute wird es was. Aber dann habe ich bei beiden aufgeben müssen, denn sie waren einfach schneller."

Die Safety-Car-Phase in Runde 19 kam auch für Nico Müller ungelegen. Der Schweizer nutzte die Neutralisierung zum Boxenstopp und kam dadurch bis auf Rang drei nach vorne. Doch kurz vor Rennende musste er seinen Pflichtstopp absolvieren - der zählt während der SC-Phase nicht.

Dadurch wurde er bis ans Ende des Feldes durchgereicht. Hinzukam noch eine Durchfahrtsstrafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse. Müller beendete das Rennen auf der enttäuschenden 17. Position.

Durchfahrtsstrafen kassierten außerdem Sheldon van der Linde und Pietro Fittipaldi vor den Augen seines Großvaters Emerson Fittipaldi, da er seinen WRT-Teamkollegen Jonathan Aberdein nach dem Restart drehte.

Timo Glock: Fahrertür lockert sich

Besser verlief das erste Rennen in Hockenheim für Robin Frijns und Loic Duval, die beiden Audi-Piloten reihten sich hinter Rockenfeller auf den Plätzen vier und fünf ein. Timo Glock auf Rang sechs wurde abermals vom Pech verfolgt.

Schon im Qualifying war er auf einer schnellen Runde unterwegs, als Duval in der Sachs-Kurve abflog. Durch die gelbe Flagge konnte er sich nicht mehr verbessern. Im Rennen lockerte sich in den ersten Runden die Tür an seinem BMW.

Beim Boxenstopp in Runde elf konnte seine Crew die Fahrertür tauschen, die er zuvor mit den Händen festgehalten hatte. Durch den langen Stopp fiel er bis ans Ende des Feldes zurück und kämpfte sich noch in die Top 10.

Der beste Aston Martin ist auf Position sieben mit Paul di Resta zu finden. Zwar funkte der Brite während des Rennens, dass etwas locker sei an seinem Wagen, dennoch konnte er sich gegen Bruno Spengler behaupten.

Auf Platz neun folgte Jenson Button. Der Formel-1-Weltmeister ist damit der beste Super-GT-Pilot an diesem Samstag. Er mühte sich am Start ab, da es in Japan nur einen fliegenden Start gibt. Im Rennen selbst konnte er gegen die DTM-Konkurrenz mithalten.

"Es war definitiv ereignisreich", schmunzelt er bei 'ran.de'. "Ich war mir nicht komplett über die Regeln im Klaren. Ich wusste nicht, dass sie schon in den ersten fünf Runden das DRS benutzen", ist der Gastfahrer verwundert.

Jenson Button wird bester Super-GT-Pilot

Die Super-GT-Piloten hatten weder DRS noch Push-to-Pass zur Verfügung und waren daher klar im Nachteil. "Sie sind einfach nur an mir vorbeigerauscht. Aber als wir erst mal Temperatur in den Reifen hatten, hat es echt Spaß gemacht." Denn auch die Pneus waren für die Japaner neu.

Beim Restart kam es zu einer heiklen Szene mit van der Linde, der Südafrikaner konnte beim Briten keinen guten Eindruck hinterlassen: "Ich habe noch nie von ihm gehört. Aber er ist der dreckigste Fahrer, denn ich je gesehen habe", lacht er.

"Beim Restart hat er mich von der Strecke gedrängt. Ich dachte, man muss eine Wagenlänge Abstand halten. Das habe ich jedenfalls immer getan. Dann hat er mich abgedrängt und dafür eine Durchfahrtstrafe bekommen."

Zum Verhängnis wurde Button auch sein Boxenstopp. In Runde 17 stand er satte 17,9 Sekunden, das sind rund zehn Sekunden länger als ein optimaler Boxenstopp. Dadurch musste sich Button durchs Feld kämpfen.

Er profitierte von den wilden Kämpfen im Mittelfeld und holte für Honda einen Achtungserfolg vor dem zehntplatzierten Joel Eriksson. Die weiteren Super-GT-Piloten mussten dem Feld hinterherfahren.

Tsugio Matsuda rollte im Nissan bereits in der Einführungsrunde aufgrund eines technischen Problems aus, er ging nach einer Reparatur zu Testzwecken noch einmal auf die Strecke.

Ryo Hirakawa konnte sich im Lexus auf Position 13 einfinden. Er ging allerdings bereits in der zweiten Runden als Erster an die Box, in Runde 18 stoppte der Japaner ein zweites Mal. Er reihte sich schließlich hinter Jake Dennis und Jamie Green, aber noch vor Aberdein und Fittipaldi ein.

Daniel Juncadella musste das Rennen aufgrund eines Aufhängungsdefekts aufgeben, während Ferdinand Habsburg das Rennen gar nicht erst antreten konnte. An seinem Aston Martin wurde ein Motordefekt festgestellt.

Am Sonntag um 13:30 Uhr geht das große Saisonfinale der DTM in Hockenheim über die Bühne. Die Super-GT wird erneut mit drei Piloten an dem DTM-Rennen teilnehmen.

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