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Aston Martin: Nein zum Vierzylinder

Nach der Trennung von R-Motorsport und HWA war auch ein Werksmotor im Gespräch, doch Aston Martin hat kein Interesse am Vierzylinder-Bau.

Nach der Trennung von HWA herrscht weiterhin Rätselraten, wie Aston-Martin-Lizenznehmer R-Motorsport in der kommenden DTM-Saison weitermachen wird. Zumindest eines stellt Teamchef Florian Kamelger aber jetzt mal klar: Der neue Motor wird nicht von Aston Martin kommen.

"Wir haben mit ihnen nicht über einen Motor gesprochen, und für sie hat es keine Priorität, einen Zweiliter-Vierzylinder-Motor zu bauen", erklärt der Teamchef.

Diese Art von Motor sei für die Mutterfirma "aus Entwicklungssicht kein Thema, zumindest nicht derzeit. Ich kann zwar nicht für die Firma sprechen, aber wir haben uns das nicht angeschaut", sagt Kamelger. Auch bei den Aston-Martin-Serienautos stammen die Motoren übrigens bei zahlreichen Modellen von Daimler, den V12-Motor hat man aber selbst entwickelt.

Da man also sogar in der Serie mit einem anderen Hersteller zusammenarbeitet, wäre das auch in der DTM kein Problem. Wer in Zukunft aber den Motor liefern wird, will Kamelger nicht preisgeben: "Es gibt viele Optionen, und wir schauen uns alle an."

Vor allem Honda wurde immer wieder als heißer Kandidat gehandelt, weil die Japaner nach dem Saisonende in der Super-GT-Serie vom Mittelmotor auf einen Frontmotor umstellen, wie er in der DTM eingesetzt wird.

Als Bindeglied hätte Formel-1-Partner Red Bull fungieren können, doch der österreichische Energydrink-Konzern hat mit dem Aston-Martin-Projekt in der DTM nichts mehr zu tun. Es gab diesbezüglich laut R-Motorsport nach der HWA-Trennung auch keinerlei Kontakte.

Aber was gab überhaupt den Ausschlag, dass sich R-Motorsport von HWA getrennt hat? "Unser Paket hat nicht zu 100 Prozent unseren Erwartungen entsprochen", antwortet Kamelger. "Das ist der Grund, warum wir die Zusammenarbeit in der DTM beendet haben. Wir haben aber eine Zusammenarbeit, die über die DTM hinausgeht", bestätigt er, dass das gemeinsame Joint-Venture Vynamic von der Trennung nicht betroffen ist.

Bei der Evaluierung des DTM-Pakets nach der Saison sei klar geworden, dass man sich mit HWA "nicht einig" werde, sagt Kamelger. Das Unternehmen aus Affalterbach hatte R-Motorsport davor ein Angebot für eine zukünftige Zusammenarbeit beim Motor und als Einsatzteam gemacht.

Das Problem: Während die Motorenabteilungen von Audi und BMW einen Konzern im Rücken haben, hätte R-Motorsport die Weiterentwicklung des schwächelnden HWA-Turbomotors selbst finanzieren müssen. Und da man deutlichen Rückstand hat, hätte man auf die mit mehr Ressourcen ausgestatteten Gegner auch noch Boden gutmachen müssen. Ein schwieriges Unterfangen.

Denn während R-Motorsport über ein Budget in Höhe von 20 Millionen Euro verfügt, bewegen sich BMW und Audi in der DTM im Bereich von 30 bis 40 Millionen. Kein Wunder, dass Kamelger weiter darauf pocht, dass die Kosten in der DTM reduziert werden.

"Wir haben dieses Jahr klargestellt - und das wird auch in Zukunft so sein -, dass die Kosten für uns ein wichtiges Thema sind. Und dass man das noch ziemlich optimieren kann", sagt der R-Motorsport-Teamchef. "Wenn wir uns die Kosten nicht anschauen, dann werden Rennserien sterben. Das betrifft nicht nur die DTM, denn selbst Serien wie die Formel 1 haben ähnliche Probleme und müssen sich die gleichen Fragen stellen."

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