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Histo Cup: Salzburgring II

Clemens Stadler dominiert

Beide Sprintrennen konnte Clemens Stadler auf dem Salzburgring beim Tourenwagen Revival gewinnen - und beinahe wäre auch das 1h Rennen an ihn gegangen...

Fotos: Peter Tomschi, TCM

Im Rahmen des Histo Cups sowie des Tourenwagen Revival fand am 21. und 22. September das sechste Rennwochenende der Saison 2019 statt. Tabellenleader Ernst Kirchmayr musste dieses Rennwochenende auslassen - aus gutem Grund. Denn im Rahmenprogramm des Formel 1-Grand Prix von Singapur nahm er an den Läufen zur Ferrari Challenge Asia Pacific teil. Dort konnte er im ersten Rennen den großartigen dritten Platz erringen - das zeigt zugleich auch, auf welch hohem Niveau auch bei den Touring Car Masters gefahren wird.

Im ersten Qualifying fuhr Clemens Stadler in seinem Porsche 991 eine deutliche Bestzeit vor Stefan Fuhrmann auf einem BMW V8 Star. Bob Bau jedoch war ungewohnt weit hinten in der Startaufstellung zu finden. Das hatte folgenden Hintergrund: "An meinem Einsatz-X-Bow gab es einen Motorschaden, so musste ich auf den schwächeren X-Bow aus der X-Bow Battle zurückgreifen und da war dann vorne kein Platz mehr für mich."

Stattdessen war er nun bereit, sich mit Rudi Happl zu duellieren, dessen X-Bow ebenfalls ein Battle X-Bow ist.

Die gute Form von Clemens Stadler zeigte sich dann auch im ersten Sprintrennen. Der Porsche-Pilot zog vom Start weg dem Feld davon und fuhr schließlich einen satten Vorsprung von 15 Sekunden auf Stefan Fuhrmann heraus, der seine zweite Position halten konnte.

Auf Platz drei landeten direkt hintereinander John Ford , Stephan Jocher und Franz Lahmer - alle drei auf Porsche 991, alle drei innerhalb von einer Sekunde. Der Deutsche Stephan Jocher stieß erst vor Kurzem zu den Touring Car Masters und erklärte: "Deshalb gefällt mir die TCM so gut, weil es hier eine hohe Leistungsdichte hat. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man eng beieinander fährt. Wir kämpfen gegeneinander, doch wir tun das mit Herz und Hirn."

Zufrieden zeigte sich Klaus Klaffenböck, der Teamkollege von Clemens Stadler und zugleich Teameigner. Der frühere Seitenwagen-Weltmeister belegte Platz sieben, mehr Freude bereitete ihm jedoch seine schnellste Rundenzeit: "Ich fuhr in der vorletzten Runde meine bislang schnellste Rundenzeit auf dem Salzbrgring." Konkret war es eine Zeit von 1:25,417 Minuten. "Klaffi" ist immer noch eine Art "Edelrookie" und seine Lernkurve steigt immer noch...

Die "private X-Bow Battle" zwischen Bob Bau und Rudi Happl ging an Bob Bau, da sich Happl in der ersten Kehre drehte: "Die Reifen waren noch kalt, das war meine eigene Schuld."

Die Startaufstellung für das zweite Sprintrennen ergab sich aus dem Ergebnis des ersten Laufs - so konnte Clemens Stadler einmal mehr von der Poleposition aus einen Rennsieg einfahren.

Für Aufregung sorgte Rudi Happl, denn an seinem X-Bow war der Heckspoiler in Schieflage - selbstverständlich musste Happl an die Box, um keinen Konkurrenten zu gefährden. Was war geschehen? Weil er sich im ersten Lauf mit kalten Reifen drehte, wollte Rudi Happl die Reifen diesmal besonders gut aufwärmen, doch dabei drehte er sich und schlug mit dem Heck gegen die Leitplanke. Happl war nach dem Rennen immer noch am Boden zerstört: "Ein Anfängerfehler! Mein peinlichster Moment!" Der vorbeigehende Bob Bau erinnerte daran, dass ihm im Vorjahr genau das Gleich passiert ist. Um Happl aufzumuntern sagte er ihm: "Du sollst nicht nachmachen, was ich im Vorjahr getan hab." Schließlich konnte dann auch Happl wieder lachen...

Hinter dem Dominator Clemens Stadler belegte Franz Lahmer Platz zwei - in der zweiten Kurve wurde Lahmer von Stephan Jocher ausgebremst, doch das ließ dieser nicht auf sich sitzen und setzte umgehend zum Konter an: "In der nächsten Kurve bin ich innen an ihm vorbeigezogen." So konnte Lahmer Platz zwei zurückerobern und auch bis ins Ziel halten - dahinter landeten knapp hintereinander Stephan Jocher und Klaus Klaffenböck. Klaffenböck fuhr lange Zeit dicht hinter dem Jocher- Porsche: "Ich wollte Jocher überholen, doch das ist sich nicht ausgegangen."

Bob Bau landete wieder auf Platz acht - in seinem schwächeren Battle X-Bow konnte er sogar Porsche -Pilot Franz Irxenmayer angreifen: "Wir haben uns gematcht. Doch in der letzten Runde war er vorne."

1h Race: Sieg für Meyer-Rettenbacher

Das 1h Rennen wurde wegen diverser Zwischenfälle etwas später gestartet und daher auch gekürzt, das Zeitfenster für die Fahrerwechsel wurde nach vorne verlagert. Doch dann wurde das Rennen wegen eines Unfalls mit der roten Flagge unterbrochen, die Fahrer kamen an die Boxen. Nach einer Pause waren nur noch vier Minuten übrig - dennoch sandte man das Feld auf die Strecke. Weil die Rennleitung bei den vorgeschriebenen Fahrerwechseln respektive den Wartezeiten der Solopiloten den Überblick verlor, beschloss man, das Rennen nach Stand vor der roten Flagge zu werten. Allerdings verloren damit ein paar Fahrer ihre dabei gewonnenen Plätze.

Denn bevor die rote Flagge gezeigt wurde, gab es eine kurze Gelbphase - einige wenige Teams hatten beim Fahrerwechselstopp ein "goldenes Händchen" und kamen unter Gelb, also kurz vor dem Abbruch an die Box. Besonders hart traf es Clemens Stadler, der, offenbar von seinem Sieg im ersten Rennen beflügelt, bei Rennabbruch in Führung lag. Nach Korrektur wurden wieder die davor führenden Josef Meyer und Lukas Rettenbacher als Sieger gewertet, die an sich öfter beim 1h Rennen erfolgreich sind. Platz zwei belegte das Duo Lahmer/Kofler. Der allein fahrende Clemens Stadler wurde als Dritter gewertet.

Bob Bau, der wie Stadler alleine fuhr und laut Regelement natürlich trotzdem an die Box kommen und eine Zeit von drei Minuten "absitzen" musste, hatte den Boxenstopp ebenfalls perfekt getimt: "Mein Teamchef Rene Jungnickel hat da optimal reagiert."

Die Punktestände:

Sprint gesamt:
1. Ernst KIRCHMAYR 160 Punkte
2. Clemens STADLER 134 Punkte
3. Franz LAHMER 132 Punkte

Sprint Klassen-Leader:
TCM2: Manuel MEISINGER
TCM4: John FORD
TCM5: Ernst KIRCHMAYR
TCM6: Bob BAU

Endurance gesamt:
1. Josef MEYER 101 Punkte
2. John FORD 95 Punkte
=. Dieter SVEPEC 95 Punkte

4. Luca RETTENBACHER 86 Punkte
5. Ernst KIRCHMAYR 66 Punkte
=. Philipp BARON 66 Punkte

Endurance Klassen-Leader:
TCM2: Rudolf HAPPL
TCM4: John FORD & Dieter SVEPEC
TCM5: Josef MEYER
TCM6: Bob BAU

Am 11. und 12. Oktober steigt mit dem siebten Rennwochenende das Grande Finale der Saison 2019 auf dem Red Bull Ring bei Spielberg.

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